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Landjugend Amrum gegründet…

Die Amrumer Landjugend mit Gästen

Oke Martinen fragte seine Freunde, die wiederum fragten ihre Freunde und so kamen am Sonnabend im Amrum-Spa 25 junge Leute zwischen 13 und 30 Jahren zusammen, um auf Amrum eine Gruppe der Landjugend Schleswig-Holstein zu gründen.

Oke, der einmal den elterlichen Hof in Süddorf übernehmen wird und ab September nach Rendsburg zur Landwirtschaftsschule geht, lernte die Landjugend Schleswig-Holstein schon während seines zweiten Ausbildungsjahrs in Rendsburg kennen und kam auch in seinem dritten Ausbildungsjahr in Münster schnell in Kontakt mit den dortigen Mitgliedern der Landjugend. In einen fremden Ort zu kommen und gleich junge Leute kennenzulernen, die so lustige Sachen wie Scheunenfeste, Stoppelfeten, Trecker Trecks und Stock Car Rennen veranstalten und alle vier Jahre einen zwei-tägigen gemeinnützigen Arbeitseinsatz auf die Beine stellen – das hatte was.

Ein bestehendes Netzwerk nutzen zu können, anderorts schnell Kontakt zu finden, Spaß zu haben und eigene Freizeitaktivitäten für Jugendliche zu organisieren, das macht auch für andere Amrumer Sinn, meint er und ergriff die Initiative zur Gründung einer Landjugendgruppe auf der Insel.

Gründungsfeier im “Amrum SPA”

Zur Gründung kam Unterstützung aus dem Kreis- und Landesverband. Björn Richardsen von der Landjugend in Leck und Felix Matz aus Bordelum von der Landjugend Reußenköge vertraten den Kreisjugendverband Nordfriesland und gratulierten mit einer Holzurkunde zur Gruppengründung. Auch der männliche erste Vorsitzende der Landjugend Schleswig-Holstein (im Vorstand der Landjugend gibt es eine quotierte Doppelspitze) war persönlich angereist, um bei der Gruppengründung zu assistieren. Tim Blöcker aus Schmalstede nahe Flintbek bei Kiel, der im Hauptberuf Maschinenbauingenieur im Drägerwerk Lübeck ist, führte routiniert durch die Versammlung, managte die Vorstandswahlen und klärte alle formalen und finanziellen Fragen, die eine offizielle Gruppengründung im Rahmen einer bestehenden Jugendorganisation so mit sich bringt.

Gewählt wurden zwei erste Vorsitzende (w/m), zwei stellvertretende Vorsitzende (w/m), Schriftführer, Kassenwart, Getränkewart und zwei Kassenprüfer. Nach der Wahl stellten die angereisten Gäste vom Festland die Organisation der Landjugend Schleswig-Holstein, ihre Freizeitaktivitäten und Schulungsangebote vor und die Amrumer sammelten für die erste Vorstandssitzung schon mal ein paar Vorschläge, woran man sich beteiligen und was man selbst auf die Beine stellen könnte. Das ging von der Busfahrt zur Grünen Woche in Berlin, über große oder kleine Scheunenfeste, die Teilnahme am Tauziehen auf Föhr, Paintball, Kart-fahren, Grillen bis zum Boßeln mit der Landjugend auf den Nachbarinseln. Amrum ist neben Föhr und Pellworm nun die dritte Insel unter den zwölf Landjugendgruppen im Kreisverband Nordfriesland. Ein eigenes Logo gibt es schon – und das soll bald auch auf T-Shirts und Pullover gedruckt werden, „damit man nicht nur als Gruppe zusammen irgendwo hinfährt, sondern auch so aussieht“.

„Wir machen Freizeitgestaltung von Jugendlichen für Jugendliche“, sagte Tim Blöcker. Die Landjugend Schleswig-Holstein sei mit nun 76 Gruppen und rund 6.000 Mitgliedern der größte Jugendverband im ländlichen Raum. Die Mehrheit der Aktiven arbeitet längst nicht mehr nur in „grünen Berufen“. Die Landjugend vertritt allgemeine Interessen junger Menschen auf dem Land, ist politisch aber auch im Agrarbereich engagiert und mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein gut befreundet.

Glückwünsche und Grüße der drei Amrumer Bürgermeister, die aus Termingründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, überbrachte Elke Dethlefsen und versprach ideelle Unterstützung. Die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Nebel wünschte „viel Erfolg und Freude miteinander“.

Und die hatte die Landjugend an ihrem ersten Amrumer Abend. Bis zum frühen Morgen wurde gemeinsam im 54° tüchtig gefeiert. Nur den frisch gewählten ersten Vorsitzenden Oke Martinen rief die Pflicht zeitig ins Bett, denn auf dem Hof war man noch mitten in der Getreideernte. Als er sich am frühen Morgen auf den Weg zur Arbeit machte, kehrten die gut gelaunten Gäste gerade heim.

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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