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Ein starkes Fundament, feste Steine und ein gutes Dach…der Glaube ist wie ein Zuhause „Min aran”

Einmal im Jahr findet in der St.-Clemens-Kirche zu Nebel ein ganz besonderer Gottesdienst statt, in friesischer Sprache, dem auf Amrum gesprochenen “Öömrang”.

Pastor Richard Hölck, der auf Amrum aufwuchs und dessen Muttersprache Friesisch ist, war wie in den letzten Jahren aus seiner Gemeinde in Hamburg Wandsbek auf die Insel gekommen, um diesen Gottesdienst abzuhalten.

v.l.n.r: Doris Müller, Anne-Sophie Bunk, Andrea Hölscher, Nora Grevenitz und Pastor Richard Hölck mit dem Bild des kleinen Augustin

Andrea Hölscher als Mitglied des Kirchenvorstandes begrüßte die Gemeinde und lud sie gleich auf das erste friesische Lied „Läät’s maarling sjong” ein. Wer nicht so sicher im “Öömrang” war oder gar kein Friesisch verstehen oder sprechen konnte, der wurde mit Hilfe der sehr schönen und aufwendig gestalteten Gottesdienstordnung mit dem Titel “Min aran” in friesischer und deutscher Sprache durch den Gottesdienst geführt. “Min aran” heißt übersetzt: “Mein zu Hause”, und war das zentrale Thema an diesem Vormittag. Pastor Richard Hölck fand hier die richtigen Worte : „Wenn wir von „aran” sprechen meinen wir meist unser Elternhaus, das eigene Heim. Zuhause ist da wo ich hin gehöre, wo meine Sprache verstanden wird, wo ich die Straßen und Menschen kenne.” Hierzu las Andrea Hölscher die kleine Geschichte von den drei Schweinen vor, die sich je ein Haus bauten, um vor dem bösen Wolf sicher zu sein. Einer baute aus Stroh, der Andere aus Holz und der Dritte brauchte sehr lange doch er baute ein festes Haus aus Steinen. Als nun der Wolf kam riss er das Stroh- als auch das Holzhaus ein. Die beiden Schweinchen konnten sich zu dem Dritten in das Steinhaus retten. Gegen die festen Mauern hatte der Wolf keine Chance, und so zog er von dannen. Pastor Hölck schlug hier die Brücke zum Glauben, „denn auch unser Glaube ist unser Zuhause, und wenn dieser auf starkem Grund steht, mit stabilen Mauern und einem gutem Dach, haben auch Sturm, Wind und Wellen keine Chance, das Zuhause zum Einsturz zu bringen.

“Bleibt im richtigen Glauben, dann seid Ihr auch wieder zu Hause.” Passend dazu sangen die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores unterstützt vom Norddorfer- und Nebeler Gesangverein das friesische Lied „Eine feste Burg ist unser Gott”.

Sehr aufwendig und zweisprachig, die Gottesdienstordnung an diesem Tag

Organistin Anne-Sophie Bunk hatte den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes gestaltet und beim Orgelspiel zum Ausgang spontan die Melodie des Amrumer Heimatliedes „Dü min tüs min öömrang lun” angespielt, welches ehrenvoll von allen Amrumern mitgesungen wurde. Den Text “ihrer Nationalhymne” kennen die Insulaner/innen auswendig und freuten sich sehr über diesen Ausklang des schönen und feierlichen Gottesdienstes. Pastor Hölck verabschiedete die Gemeinde und erhielt von dem kleinen Augustin ein spontan gemaltes Bild von der Geschichte der drei Schweinchen, die er in dieser kurzen Zeit kunstvoll zu Papier gebracht hatte. Bei dem gemeinsamen Gruppenbild der Personen, die diesen friesischen Gottesdienst mit gestaltet haben, durfte das natürlich nicht fehlen. Nora Grevenitz, Doris Müller, Andrea Hölscher und Anne-Sophie Bunk waren ebenfalls von dem kleinen Kunstwerk begeistert und da keiner so recht wusste wer der Maler war, möchten sie auf diesem Wege nochmal “Danke” sagen.

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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.
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