Der Amrum-News Adventskalender – 23. Türchen

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Vorweihnachtszeit

 

Sieht man die Vorweihnachtszeit in ihrer verheißungsvollen Gesamtheit und bereits positiven Assoziationen zum eigentlichen Weihnachtsfest mit Tannenduft, jeder Menge Weihnachtsgebäck, Besinnlichkeit und einer gewissen festlichen Vorfreude, so sind die Adventstage, Nikolaus etc. nicht wegzudenkende Vorboten – zeitliche Meilensteine sozusagen – bis Heiligabend. In Anbetracht vielfacher Vorbereitungen und Erledigungen vor dem Jahreswechsel rennt für Einige die Zeit förmlich. Denke ich an meine Kindheit zurück, schleppte sich das Zeitgeschehen doch sehr bis zur sehnlichst erwarteten Bescherung. Daran konnten die von unserer Mutter rechtzeitig vorbereiteten Adventsteller nicht viel ändern-hier musste lediglich der regelmäßige Nachschub sichergestellt werden.

Ich denke, meinen eigenen Kindern wird es viele Jahre nicht anders ergangen sein. Eine wichtige erste Etappe zur Bescherung ist „Nikolaus“. Dazu fällt mir ein, dass meine Töchter auf unsere Empfehlung den sicherlich nicht zu unterschätzenden, liebevoll gestalteten „Wunschzettel“ für den Weihnachtsmann, oder wahlweise auch das Christkind, bereits am 5. Dezember in den geputzten Stiefeln hinterlegten (-es sollte schon ein Stiefel sein, da es bei einfachen Halbschuhen hinsichtlich der erwarteten Füllmenge im schlechten Fall Wettbewerbsverzerrungen zu den Geschwistern geben könnte-). Kleiner Dienstweg sozusagen, da Engel, Christkind, Weihnachtsmann ja doch irgendwie einen Draht zueinander haben müssen. Anders sind die vielfältigen Arbeiten wahrscheinlich auch nicht zu schaffen …

Neben den Stiefeln wurden Kekse und ein großes Glas Milch (Getränkeauswahl oblag den Kindern) sorgfältig angerichtet – Wegzehrung für den Nikolaus. Sicherlich war es Fürsorge und kein unrühmlicher Hintergedanke: „Wer gut schmiert, …“.

Da ich selber kein Milchtrinker bin – außer einmal im Jahr, am 05. Dezember, Anstoßen mit dem Nikolaus – weiß ich nicht, ob dem Nikolaus damit so wirklich ein Gefallen getan wurde.

Was man aber wissen sollte: Überlasst die Aufgabe den zuständigen Weihnachtsexperten (Nikolaus, Weihnachtsmann und allen, wie sie da sind). Finger weg von hoheitlichen Aufgaben! Als ich eines Abends von einer Sitzung nach Hause kam, fand ich 4 gefüllte Stiefel im Hausflur vor und hatte offensichtlich den „Nikolaus“ vollkommen vergessen. Meine Frau hatte wahrscheinlich einmal mehr an mich gedacht und meinen Stiefel mit aufgestellt. Aus reiner Dankbarkeit darüber, dachte ich über ein kleines Zusatzgeschenk für meine drei Damen nach und hatte leider nichts Passendes zur Hand, bis ich im Flurschrank im Zuge einer denkbar glücklichen Fügung drei noch verpackte „Cuttermesser“ (Teppichmesser) fand, die ich kurzerhand als kleine Zusatzkrönung liebevoll in die Damenstiefel drapierte. Am nächsten Morgen war die Überraschung wirklich gelungen! Mit tiefster Zufriedenheit nahm ich wahr, wie meine ältere Tochter sich erwartungsgemäß gleich als erstes das „Cuttermesser“ griff und fragte, was sich der Nikolaus dabei wohl gedacht habe.

Ich erklärte mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, dass ein Super-Cuttermesser auf keinem Weihnachtsbasteltisch eines jeden Kindes fehlen dürfe … umsichtiger, praktischer Nikolaus…

Ich sprang so lange in die Bresche des Nikolauses, bis ich aus dem Augenwinkel ein bis heute nicht deutbares Kopfschütteln meiner Frau registrierte, das nicht die eigentlich gerechtfertigte Anerkennung versprühte, die mir Zuteil hätte werden können. Es sei nur am Rande bemerkt, dass die 3 Cuttermesser noch immer existieren – irgendwie ja auch ein Aspekt der Nachhaltigkeit, der seinerzeit wahrscheinlich im ersten Moment nicht gesehen wurde.

Als ich in einem anderen Jahr bei gleicher Gelegenheit eine kleine Flasche Rum der Sonderabfüllung aus der „Blauen Maus“ für meine geliebte Gattin mitbrachte, habe ich dann doch Abschied von meinen guten Absichten genommen und überlasse das sensible Themenfeld seither den Profis.

Was ich eigentlich schreiben wollte, kommt jetzt: Der Adventskalender ist auch eine sehr schöne Tradition in diversen Haushalten, die mindestens an 24 Tagen gerade für Kinder eine zusätzliche Überbrückungshilfe der gefühlten Monate bis Heiligabend darstellen kann.

Es wird in vielen Familien häufig noch mit einem klassischen Schokoladenkalender gearbeitet, teilweise greifen aber auch schon thematische Kalender (Kosmetik etc.) diverser Anbieter.

Wir sind familiär, als die Kinder noch klein waren, dazu übergegangen, für jedes Kind einen eigenen Kalender mit verschiedensten Kleinigkeiten zu basteln, bis die Kinder es schade fanden, dass die Eltern so ganz leer ausgingen. Seither ist es bei uns eine sehr schöne Tradition, dass jeder für jeden 2 kleine Geschenke bereithält, was 24 (4 Personen x 6) überschaubare Aufmerksamkeiten ergibt. Ein Familienmitglied erhält an einem bestimmten Tag somit ein Geschenk von einem anderen Familienmitglied und packt selbiges gern im Beisein der Familie aus. Selbst in den letzten Jahren, seit unsere Töchter nur noch unregelmäßig auf Amrum sind, finden sich ein paar tägliche gemeinsame Minuten, per Skype o.ä., dieses für uns inzwischen selbstverständliche Ritual durchzuführen. Dabei ist es schlussendlich fast schon unerheblich, was geschenkt wird.

Falls sich doch die Frage stellen sollte, wie man bei einem 5-Personenhaushalt eine „gerechte Aufteilung“ der Tage hinbekommen soll – na ja, dann wird man ausnahmsweise mit dem Adventskalender entweder am 30. November starten, oder an einem Tag werden einmalig 2 Personen beschenkt. Die einfachste Variante ist sicherlich der typische 24-Personen-Haushalt.

Frohe Festtage …

Frank Timpe

 

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