Bürgerinitiative für ein lebenswertes Amrum wurde offiziell gegründet …


Anke und Bandix Tadsen, die Sprecher der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Amrum

In einer Auftaktveranstaltung Ende April wurde die Idee zur Gründung einer Bürgerinitiative für ein lebenswertes Leben auf Amrum (BILA) geboren. In einer Folgeveranstaltung wurde nun die Bürgerinitiative offiziell gegründet. Wenn auch die Resonanz nicht so groß wie bei der Auftaktveranstaltung war, so waren immerhin etwa 60 Personen erschienen, von denen sich die meisten nun auch offiziell an der Arbeit der Bürgerinitiative beteiligen wollen.

Am Anfang der Veranstaltung wurden offizielle Grußbotschaften der Bürgerinitiativen Merret reicht‘s von Sylt und Föhr verlesen. Die beiden Initiativen von den Nachbarinseln wünschen den Amrumern viel Erfolg bei Ihren Bemühungen.

Anke Tadsen, eine der Initiatoren der Bewegung, gab nochmals einen Überblick über die Beweggründe und Ziele der Initiative: „Wir sind Amrumer Bürgerinnen und Bürger aus allen Inselgemeinden und haben uns parteiunabhängig in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Wir wollen uns für eine bezahlbare und lebenswerte Zukunft auf Amrum einsetzen und die Inselgemeinschaft stärken.“

Die BI versteht sich nicht als Konkurrenz zu bereits bestehenden Projekten, Vereinen oder den gewählten Mandatsträger*innen. Sie möchte gemeinsam mit allen Institutionen den Ausverkauf der Insel stoppen, bevor es zu spät ist wie auf der Nachbarinsel Sylt. Es ist ihr wichtig, die Insel für künftige Generationen zu erhalten, in einem guten Mix aus Einwohnern, Feriengästen und Zweitwohnungen. Diese Balance ist in den vergangenen Jahren zunehmend abhandengekommen. Mittlerweile werden Häuser und Wohnungen zu horrenden Preisen verkauft und vermietet, die sich Normalverdiener nicht mehr leisten können. Besonders im Winter fällt auf, wie ausgedünnt die Nachbarschaften sind. Immer mehr Amrumer Unternehmen finden kein Personal oder keine Unterkunft für ihre Angestellten.

„Aufgrund der Altersstruktur der Hausbesitzer werden in naher Zukunft auf der Insel viele ältere Häuser und Wohnungen auf den Immobilienmarkt kommen. Wenn wir jetzt nichts tun, werden die meisten dieser „Objekte“ als Dauerwohnraum verloren gehen,“ so Anke Tadsen weiter.

Die Vorstellung des Selbstverständnisses der Bürgerinitiative beendete Anke Tadsen mit der Aufforderung an alle, mitzumachen und nach Lösungen für ein lebenswertes Amrum zu suchen.

Damit war die Bürgerinitiative gegründet. Als Sprecher wurden Anke und Bandix Tadsen benannt.

Auf Initiative der Bürgerinitiative soll auch eine gGmhH gegründet werden, in die Spender*innen ihre Immobilien stiften können. Die gGmbH wird dann auf Dauer die Immobilie erhalten und zu erschwinglichen Preisen an Amrumer ohne eigenes Immobilieneigentum vermieten. Der Weiterverkauf dieser Immobilien wird per Satzung ausgeschlossen. Diese gGmbH wird aus etwa 20 – 40 Gesellschaftern*innen bestehen, geplant ist eine möglichst paritätische Beteiligung aller drei Inselgemeinden. Ein Stiftungsbeirat wird die moralische Instanz sein.  Der aus 3-5 Personen bestehende Gesellschaftsbeirat ist das Entscheidungsgremium zwischen den Gesellschafterversammlungen und auch der Arbeitgeber der Geschäftsführung. Die Gesellschafterversammlung wird ein Entscheidungsgremium benennen, welches darüber bestimmt, wer in die Immobilie einziehen darf. Dieses Gremium ist nicht dem Gesellschaftsbeirat oder der Geschäftsführung unterstellt. Um das Vieraugenprinzip zu bewahren, wird es zwei Geschäftsführer geben, zunächst ehrenamtlich. Die Satzung wird unter anderem den gemeinnützigen Zweck festschreiben und die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten regeln. In den kommenden Wochen werden alle Details ausgearbeitet und die gGmbH kann dann, sobald sich ein Spender gemeldet hat, relativ kurzfristig angemeldet werden.

Die Veranstaltung endete mit der Bildung von vier Arbeitsgruppen

Die Gruppe Arbeit und Wohnen wird sich unter anderem mit der Gründung der gGmbH, Arbeitsplätzen, Bebauungsplänen und Personalunterkünften befassen.  Bei der Verbesserung und Sicherung der Infrastruktur geht es unter anderem um die medizinische Versorgung, Energie und die Verkehrsanbindung. Die Gruppe Natur, Kultur und Tourismus wird sich mit dem einvernehmlichen Miteinander von Tourismus, Kultur und der Natur befassen. Die vierte Gruppe „Amrum eine Insel“ greift unter anderem das Thema der Gesamtgemeinde Amrum auf. Es soll das Für und Wider einer Zusammenschließung der drei Gemeinden zu einer Inselgemeinde erarbeitet werden.

Die einzelnen Gruppen werden in regelmäßigen Treffen ihr Inhalte festlegen und im Herbst kommt die Bürgerinitiative zum nächsten gemeinsamen Treffen zusammen.

Kontakt E-Mail ist: kontakt@bila-amrum.de

 

 

 

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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