Der Amrumer Shantychor und das Bergwaldprojekt …


Der Amrumer Shantychor 2022

Vor kurzem ist im „Insel-Boten“ ein Artikel mit dem Titel „Shanty-Chöre kämpfen ums Überleben“ erschienen. Insbesondere Husum, Nordstrand oder Sylt hätten hier große Probleme. Über den Amrumer Shantychor wurde diesbezüglich nicht berichtet. Möglicherweise liegt das daran, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Shanty-Chören bei den Amrumern schon immer Frauen mitgewirkt haben. Der „Beste Shantychor der Insel Amrum“ ging aus einem Kursus der Amrumer Volkshochschule im Wintersemester 1994/95 hervor und ist seitdem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens auf der Insel Amrum. Personell zwar etwas durch die Einschränkungen der über zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie geschwächt, waren in 2022 wieder viele Auftritte möglich. Siebzehnmal konnte der Shantychor in diesem Jahr sein Können unter Beweis stellen, teils zusammen mit anderen Heimatgruppen der Insel, teils bei Soloauftritten.

Scheckübergabe vom Amrumer Shantychor an Henning Rothe, Projektleiter des Bergwaldprojekts Amrum

Aktuell hat der Chor 20 aktive Mitglieder, ist aber durchaus auch in der Lage sein buntes Repertoire an maritimen Liedern mit weniger Akteuren zu präsentieren. Jedes Mal haben die Sänger und Sängerinnen unter der Leitung von Rüdiger Sokollek am Akkordeon mindestens genauso viel Spaß wie das Publikum, was sich regelmäßig auch in der Spendenfreudigkeit der Zuhörer*innen wiederspiegelt. Der Amrumer Shantychor ist ein gemeinnütziger Verein, der in seinen Statuten festgelegt hat das Gemeinwohl auf der Insel zu unterstützen. So wird jedes Jahr ein nicht unerheblicher Teil der „Einnahmen“ an besondere Institutionen auf der Insel weitergegeben. Nachdem in den letzten Jahren u. a. der Schulverein Amrum, die Mukoviszidose-Gruppe Amrum, die Kindergruppe der St. Clemens Kirchengemeinde, die Jugendfeuerwehr, die Kinder- und Jugendabteilung der Amrumer Trachtengruppe, die DGzRS Station Amrum und der Förderverein Altenhilfe bedacht wurden, erhielt dieses Jahr das Bergwaldprojekt eine finanzielle Unterstützung.

Freiwillige Helfer aus Deutschland und der Schweiz

Der Bergwaldprojekt e.V. ist ein international tätiger, gemeinnütziger Verein, der 1987 in der Schweiz im Zusammenhang mit der Waldsterbedebatte gegründet wurde. Seit 1993 gibt es die deutsche Sektion mit Hauptsitz in Würzburg. Der Verein hat sich den Erhalt und die Pflege des Waldes auf die Fahne geschrieben und arbeitet mit Freiwilligen in Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen an verschiedenen Orten in Deutschland, so auch auf Amrum. Nachdem 2001 der Orkan „Anatol“ große Lücken in den Wald der Insel Amrum gerissen hatte, pflanzte das Bergwaldprojekt standortheimische Laubgehölze wie z. B. Eichen, Linden, Birken, Bergahorn und Vogelbeere an. Seitdem werden jedes Jahr durch viele freiwillige Unterstützer des Projektes die Pflanzungen von störenden Brombeeren und invasiven Pflanzen wie Spätblühende Traubenkirsche und Geißblatt befreit. Auch werden ergänzende Pflanzungen vorgenommen. Wie jedes Jahr wurden und werden auch in 2022 während mehrerer Wochen Ende März / Anfang April sowie Ende Oktober / Anfang November in Zusammenarbeit mit dem Forstbetriebsverband Amrum entsprechende Arbeiten durchgeführt. Die aktuell 24 sich auf Amrum im Einsatz befindlichen freiwilligen Helfer*innen kommen aus allen Regionen Deutschlands und der Schweiz. Sie sind im Haus Altenwerder in Norddorf untergebracht und werden dort auch mit Unterstützung Amrumer Kaufleute und einer Bäckerei verpflegt. Zudem werden Ihnen Fahrräder für die Fahrt zu den Einsatzstellen zur Verfügung gestellt. Derzeit werden v. a. im Bereich Steenodder Wäldchen Arbeiten vorgenommen.

Das Bergwaldprojekt bei der Arbeit

Interessenten am Bergwaldprojekt können sich unter www.bergwaldprojekt.de informieren, Freunde des Amrumer Shantychors sei shanty.sokollek.de empfohlen. Wer beim Shantychor mitsingen möchte, möge sich bitte an den Chorleiter, Rüdiger Sokollek, wenden, insbesondere könnte dem Chor noch ein weiterer  Basssänger guttun.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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