Erstmals zwei Hauptamtliche Kräfte im Naturzentrum Amrum …


Karen Heidemann, die neue stellvertretende Leitung und pädagogische Mitarbeiterin im Naturzentrum des Öömrang Ferian i.f.
Karen Heidemann, die neue stellvertretende Leitung und pädagogische Mitarbeiterin im Naturzentrum des Öömrang Ferian i.f.

Mit der Biologin Karen Heidemann gibt es erstmalig zwei hauptamtliche Kräfte im Naturzentrum in Norddorf. Sie ist die neue pädagogische Mitarbeiterin und stellvertretende Leitung der Naturspate des Öömrang Ferian i.f. Sie leitet das Programm in der Wattwerkstatt der Jugendherberge in Wittdün und engagiert sich in der Schutzgebietsbetreuung.

Karen Heidemann hat eine große Leidenschaft für Pflanzengemeinschaften. Das spürt man, wenn man mit ihr durch die Dünen streift. Ihre Augen leuchten, als sie den Zwerg-Lein (Radiola linoides) entdeckt. Diese in Deutschland stark bedrohte Pflanze kommt besonders in Lebensgemeinschaften periodisch trockenfallender Gewässer, wie beispielsweise feuchter Dünentälchen, vor. Sie erklärt, „jede Pflanzengemeinschaft gibt Auskunft über die Bedingungen in der Umgebung.“ Sie fischt ein Glashaar-Haarmützenmoos aus einer Gemeinschaft von Flechten und Seggen und sagt erleichtert: „Auf Amrum ist die Welt vielerorts noch in Ordnung! Nicht so schön wäre es, wenn wir hier das Kaktusmoos gefunden hätten.“ Denn das ist eine invasive Art, die die Artenzusammensetzung stört, weil es heimische Pflanzen verdrängt. Karen Heidemann hat bereits während des Studiums und ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in Trier sehr viel „botanisiert“, wie sie liebevoll das Bestimmen von Pflanzen nennt.

Pädagogisch hat sie während ihrer ehrenamtlichen Arbeit bei dem Verein Stadt-Land-Fluss Erlebnisexkursionen in Trier viel Erfahrung gesammelt. „Wir waren damals quasi die Pioniere der Erlebnispädagogik. Das Konzept war ganz neu und kam super an.“ Später hat sie als Projektleiterin in Köln Naturwissenschaftler*innen für die klinische Forschung vorbereitet und eine große Expertise in der Konzeption von Bildungsangeboten erworben. Nach 23 Jahren in ihrem Beruf brachte ein Kollege sie auf die Idee, ihren Traum, auf einer Nordseeinsel zu leben und zu arbeiten, endlich zu verwirklichen. Gesagt getan. Jetzt weht ihr schon seit Juni 2023 frischer Nordseewind um die Nase. Ob ihr wohl etwas fehlt, was es auf der Insel nicht gibt? „Eine Drogerie, das ist schon sonderbar so etwas nicht in der Nähe zu haben. Aber inzwischen habe ich mir einen Vorrat vom Festland zugelegt.“

Am Besten gefällt ihr an ihrer neuen Tätigkeit, dass sie so vielseitig ist. „Es wird nie langweilig,“ sagt sie mit einem Lachen. „Jeder Tag ist anders.“ Außerdem gefällt ihr die Arbeit mit dem Freiwilligen Team sehr. „Alle sind so motiviert und engagiert bei der Sache.“ Ob sie sich die Stelle wohl auch langfristig vorstellen kann? Sie lächelt wieder: „Bis zu meiner Rente sind es noch 6 Jahre, die möchte ich mindestens gern hier verbringen.“ Da bleibt nur noch zu sagen ein Glück und auf gute Zusammenarbeit.

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Über Anna Kienitz

Anna Kienitz, 1988 geboren, verbrachte die ersten 18 Jahre ihres Lebens im mittelhessischen Klein-Altenstädten, bevor sich ihr Leben während eines Work and Travel Jahres in Neuseeland schlagartig veränderte. Dem Sog zu fernen Meeren folgend studierte sie Biologie im Bachelor und Küsten- und Meeresmanagement im Master auf Island. Als stellvertretende Leitung einer Meeresschutzstaion arbeitete sie in Südostasien und verbrachte ein Jahr als Umweltwissenschaftlerin beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg. Jetzt hat sie eine abwechslungsreiche Aufgabe und ihren Platz am Meer auf Amrum gefunden. Sie leitet das Naturzentrum in Norddorf und gehört als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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