Der 13. Dezember – ein ganz besonderer Tag in Skandinavien. Das Luciafest wird gefeiert. Besonders in Schweden haben die Feierlichkeiten dieses Lichterfestes eine lange Tradition. Es bringt Licht und Freude in die dunkle Jahreszeit. Was sind die Wurzeln des Festes und wie wird es gefeiert? Und was sind eigentlich „Lussekatter“?
Der 13. Dezember ist der Gedenktag der heiligen Lucia, eine geweihte Jungfrau und Märtyrerin des frühen Christentums. Der Legende nach wurde Lucia im späten 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien geboren. Zur Zeit der Christenverfolgungen suchten viele Gläubige Zuflucht in den dunklen Katakomben. Lucia versorgte sie in den Nächten mit Essen. Um den Weg zu beleuchten und dabei die Hände frei zu haben, setzte sie sich einen Kranz aus Kerzen auf den Kopf. Daher ihr Name Lucia – „die Leuchtende“. Noch heute wird am 13. Dezember an sie gedacht. Besonders in Sizilien kommen Gläubige zusammen, um in festlicher Atmosphäre – oft mit Lichtern, Musik und köstlichen Speisen – an Lucia zu gedenken. Kinder erhalten kleine Geschenke und süße Leckereien.
Wie kam Santa Lucia von Sizilien nach Schweden?
Dies geschah nicht auf direktem Weg. Vielmehr verschmolz Santa Lucia mit nordischen Winterbräuchen. Bereits im Mittelalter wurde die sizilianische Märtyrerin zu einer europaweit verehrten Heiligen. Als der Brauch später Skandinavien erreichte, wurde Lucia zu einer Lichtgestalt des Winters.
Bevor in Schweden im Jahr 1753 der Gregorianische Kalender eingeführt wurde, war der 13. Dezember über ein Jahrhundert lang der kürzeste Tag des Jahres – es war der Tag der Wintersonnenwende. Das machte Lucia attraktiv für Licht-, Schutz- und Sonnenwendebrauchtum.
Zeitzeugen berichteten, dass Mitte des 18. Jahrhunderts auf alten Gutshöfen in Westschweden am 13. Dezember weiße Gewänder getragen wurden. Man nimmt an, dass dies der Beginn des heutigen Lucia-Festes war. So richtig etablierte sich der Brauch jedoch erst im 20. Jahrhundert und entwickelte sich zum heutigen schwedischen Lichterfest.
Die Prozession – das Herzstück des Lucia-Festes in Schweden

Das Herzstück des Lichterfestes ist die von der Lichterkönigin Lucia angeführte Prozession. Lucia trägt ein weißes Gewand mit einem roten Band um die Taille und auf dem Kopf einen Kerzenkranz. Das rote Band symbolisiert das Martyrium der heiligen Lucia. Ihr folgen singende Mädchen, ebenfalls weiß gekleidet und mit Kerzen in den Händen. Es schließen sich weißgekleidete Sternenknaben mit spitzen Hüten und Stäben mit Sternen an. Wichtel in grau-braunen Gewändern und Pfefferkuchenmännchen in Lebkuchenkostümen tragen Laternen. Die Festlichkeiten finden in Kirchen, Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen, Büros und auch zu Hause statt. Es werden traditionelle Lucia-Lieder gesungen, und anschließend werden Leckereien wie das Safrangebäck „Lussekatter“ (Lucia-Katzen) gegessen. Dazu wird „Glögg“, Glühwein mit Mandeln und Rosinen, getrunken. Als Alternative wird Kaffee gereicht.
Schwedische „Lussekatter“ selbst backen

Lussekatter sind s-förmige Safran-Hefeteilchen, die in Schweden in der Adventszeit und zum vorweihnachtlichen Luciafest gebacken werden. Die Form eines „S“ erinnert an eine zusammengerollte Katze. Die Katzenaugen bestehen aus Rosinen.
Rezept (ca. 35 Stück)
Zutaten:
Vorteig:
50 g frische Hefe
250 ml zimmerwarme Vollmilch
100 g feinkörniger Zucker
350 g Weizenmehl
Hauptteig:
250 ml zimmerwarme Vollmilch
150 g Zucker
200 g weiche Butter
10 g Salz
750 g Weizenmehl
1 Ei
1–1,5 g Safran
Zubereitung:
- Vorteig: Die Hefe in der Milch auflösen. Zucker und Mehl hinzugeben und zu einem elastischen Teig verkneten. Den Teig abdecken und bei Zimmertemperatur ca. 30 Minuten lang auf die doppelte Größe aufgehen lassen.
- 2 Esslöffel Butter schmelzen und den Safran hinzugeben. Den Safran in der heißen Butter eine Minute anrösten. Kurz abkühlen lassen und dann zusammen mit den übrigen Zutaten des Hauptteigs zum Vorteig geben. Den Teig kräftig mindestens 15 Minuten durchkneten, bis er schön gelb und elastisch ist.
- Den Teig auf einer bemehlten Oberfläche in kleine Stücke teilen, die jeweils etwa 70 Gramm wiegen. Zu glatten runden Teiglingen rollen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Genügend Abstand lassen, da sie sich in der Größe etwa verdoppeln. Abgedeckt gehen lassen, bis sie etwa doppelt so groß sind.
- Die Teiglinge auf einer sauberen, unbemehlten Oberfläche zu dünneren Strängen rollen und zu einem geschwungenen „S“ oder einer „8“ formen. In die Mitte jeder „Wicklung“ eine Rosine drücken. Die Teilchen vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und an einem kühlen Ort (z.B. Kühlschrank) 4–5 Stunden ruhen lassen.
- Die Bleche wieder an einen zimmerwarmen Ort holen und ruhen lassen, bis die Teilchen luftig und etwa doppelt so groß sind. Auf der mittleren Ofenschiene bei 220 °C backen, bis die Teilchen leicht goldbraun sind. Sofort nach dem Herausnehmen die Teilchen mit dem locker verquirlten Ei bestreichen, damit sie schön glänzen. Abkühlen lassen und am selben Tag genießen.
Und zum Abschluss noch ein Tipp
Am besten schmecken „Lussekatter“ frisch aus dem Ofen. Übriggebliebene Teilchen lassen sich gut einfrieren. In Schweden isst man sie traditionell nur in der Zeit vom Lucia-Tag bis Weihnachten. Anderes typisches Gebäck, wie die beliebten Zimtschnecken, wird hingegen das ganze Jahr über gegessen.
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