SHIP AHOY!

Ein Buch lässt die Geschichten nordfriesischer Seefahrer wieder lebendig werden – „SHIP AHOY!“ führt mit Bildern und Texten zu den sprechenden Grabsteinen von Amrum bis Helgoland.

Jeder Amrumfreund kennt sie – die „Sprechenden Grabsteine“. In einem besonderen Bereich des Friedhofs an der St.-Clemenskirche sind sie aufgestellt und erzählen vom Leben der Verstorbenen. Zumeist geben sie nicht nur die Lebensdaten der Bestatteten preis – sie geben auch Auskunft über Beruf, erlebte Abenteuer, Rang und Familie. Der Amrumer Heimatforscher und Träger des Bundesverdienstkreuzes, Georg Quedens, hat bereits vor vielen Jahren in seinem Buch „Im Hafen der Ewigkeit“ ausführlich die alten Grabsteine auf dem Amrumer Friedhof beschrieben.

Nun gibt es nicht nur auf Amrum diese herausragenden Zeugnisse über das einstige Leben von Kapitänen, Commandeuren, Walfängern, Pastoren oder anderen Verstorbenen aus der Oberschicht der Bevölkerung. Denn nur diese konnten sich die zumeist schon zu Lebzeiten in Auftrag gegebenen kunstvollen Grabsteine oder Grabplatten leisten. Unter anderem sind sie auch auf den nordfriesischen Nachbarinseln Sylt und Föhr, der dänischen Insel Rømø, der ostfriesischen Insel Norderney, den westfriesischen, zu den Niederlanden gehörigen Inseln Ameland und Terschelling sowie auf der Hochseeinsel Helgoland anzutreffen.

Der Grabstein von Kapitän Tönissen im Buch …

In dem im Jahr 2024 erstmals erschienenen Buch „SHIP AHOY! – Seefahrergeschichten aus fünf Jahrhunderten“ erzählen die Fotografin Annet van der Voort und der Historiker Dr. Volker Jakob mit Bildern und Texten siebenundzwanzig Geschichten herausragender Persönlichkeiten. Gezielt haben sie alte Kapitänsgräber auf den oben genannten Inseln aufgesucht und erforscht, die markanten Details der Grabsteine fotografisch festgehalten und die Lebensläufe in spannenden Texten wiedergegeben.

… und auf dem Nebeler Friedhof.

Sie berichten von den Abenteuern, die die tollkühnen Männer erlebten, wenn sie in die eisige Arktis zum Walfang fuhren oder später auf Handelsfahrt in die Karibik oder nach Ostindien segelten. Aber auch die Familiengeschichten werden, soweit noch bekannt, dargestellt. Der älteste der beschriebenen Steine stammt aus dem 16. Jahrhundert (Jucke Hilbrands zoon, †1540, Terschelling), der jüngste aus dem 20. Jahrhundert (Wilhelm Tönissen, *1881 †1929, Amrum).

Neben der Geschichte von Wilhelm Tönissen haben auch die von Amrum stammenden Oluf Jensen (*1672 †1750), Knudt Wögens (*1696 †1758), Harck Nickelsen (*1706 †1770), Willem Claasen (*1714 †1792) und Hinrich Quedensen (*1733 †1799) ihren Platz in dem im DIN-A4-Paperback-Querformat gestalteten Werk erhalten.

SHIP AHOY!  schon in Ihrem Bücherregal?

Schon der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) hat es benannt: „Es gibt drei Arten von Menschen: die Lebenden, die Toten und die, die zur See fahren.“ Und so beschreiben es die Autorin und der Historiker in SHIP AHOY! – ein Gedenken an die besonderen Menschen, deren Geschichten in Stein gemeißelt sind. Und auf dem Amrumer Friedhof ist es vermerkt: „Dieser Stein bleibt stehen zum Andenken – solange der Stein Stein ist.“

SHIP AHOY! ist – wie die darin beschriebenen Steine – ein Kunstwerk, das in jedes Bücherregal eines an der Geschichte der Seefahrt interessierten Lesers gehört. Ein ideales Weihnachtsgeschenk!

SHIP AHOY!, Annet van der Voort, Verlag Kettler
ISBN 978-3-98741-153-3, 18,90 €

Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay., hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. War seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin und mittlerweile Ehefrau Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ gearbeitet hat. In 2024 ist er endgültig in den ärztlichen Ruhestand getreten. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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