Der Applaus reißt nicht ab – auch Monate nach dem Kinostart.
„Amrum“ erzählt eine sehr persönliche Geschichte und trifft einen Nerv.
Warum dieser Film auf der Insel noch lange nachwirkt, zeigt sich erst im Kino.

Auszeichnung in München
„Der Film ist immer noch im Kopf der Menschen und beschäftigt die Zuschauer nachhaltig“, sagt Amrumer Kinobetreiber Ralf Thomsen. Für ihn führte der Weg kürzlich nach München zu der dortigen Filmwoche, ein Branchentreff für Kino und Verleih, dort traf er zufällig auf den Regisseur des Amrum Filmes, Fatih Akin. Dieser war zu einem besonderen Moment in die Stadt gekommen, denn einige Tage später fand ein Großereignis statt: Sein Film „Amrum“ wurde bei der 47. Verleihung des Bayerischen Filmpreises als Bester Film ausgezeichnet.

„Eine besondere Ehre, und ich freue mich, dabei gewesen zu sein. Die Premiere zu dem Film fand letztes Jahr auf Amrum statt und war wirklich einmalig. Fatih hat mich jetzt in München herzlich mit ‚Hallo, Insulaner‘ begrüßt“, erzählt Ralf Thomsen. Der Film, der auf den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm basiert, wird weiterhin in seinem Kino „Lichtblick“ gezeigt.
Ein Wunsch wird Wirklichkeit
Dass „Amrum“ bewegt, zeigt die große Resonanz beim Publikum. Es war ein Herzenswunsch von Hark Bohm, diesen Film zu realisieren. Fatih Akin erfüllte seinem Freund diesen Wunsch und arbeitete sich intensiv in dessen Erinnerungen ein. Im Film wird Hark Bohm von dem jungen Schauspieltalent Jasper Billerbeck gespielt.
Den fertigen Film sah Hark Bohm noch selbst – tief bewegt. Eine Reise zur Premiere nach Amrum war ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Wenige Wochen nach dem Kinostart verstarb der Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent im Alter von 86 Jahren.
Seinen Traum, den Amrum-Film zu machen, konnte er noch verwirklichen. Und der Film wirkt weiter – so wie Hark Bohm selbst. Fatih Akin plant, die Insel vielleicht schon diesen Sommer zu besuchen. Die besondere Nähe und das Familiäre der Dreharbeiten sind dort bis heute spürbar: auf einer kleinen Insel, auf der jeder jeden kennt und ein einfaches „Moin“ reicht.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

