Frischer Anstrich für ein Stück Amrumer Geschichte …

Acht Tage, viel Staub und präzise Handarbeit. Im Öömrang Hüs wurden mehrere Räume behutsam erneuert – ganz im Sinne des Denkmalschutzes. Warum selbst Farbe hier eine kleine Reise antreten muss, lesen Sie im Text.


Kurzfristige Schließung im Januar

Im Januar blieb die Tür des Öömrang Hüs vorübergehend geschlossen. Dringende Malerarbeiten machten eine kurze Pause für Besucher nötig.

Mitte des Monats räumten Vorstandsmitglieder des Öömrang Ferians mehrere Räume leer.

Die Malerin deckte die noch vorhandenen Möbel ab, entfernte Schalter- und Steckdosenabdeckungen und klebte die Fußleisten ab. Sie verspachtelte Dübellöcher und grundierte die Wände. Erst danach konnte die eigentliche Arbeit beginnen.

Abstimmung mit dem Denkmalschutz

Ein historisches Kapitänshaus aus dem 17. Jahrhundert verlangt Sorgfalt. Gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde Nordfriesland in Husum wurden die passenden Farbtöne abgestimmt.

Für Malermeisterin Martina Hansen bedeutete das: bestellen statt spontan einkaufen. „Mal eben in den Baumarkt“ – das geht auf der Insel Amrum nicht. Farben und Material kommen vom Festland, per Fähre nach Amrum.

Bevor gestrichen werden konnte, musste die alte Farbe abgeschliffen werden – eine staubige Angelegenheit. Schritt für Schritt nahmen die Räume wieder Gestalt an.


Neue Farbe für historische Räume

Innerhalb von acht Tagen erhielten mehrere Bereiche einen frischen Anstrich: a masaalem (Flur), a dörnsk (Gute Stube) sowie at käälerrüm/üb kääler (Kellerraum/auf dem Keller).

Besonders sensibel war die Arbeit in der „Guten Stube“, in der auch Trauungen stattfinden. Hier wurden Wände und Türen in den vorgegebenen Farbtönen neu gestrichen. Die bisherige Farbgebung blieb bewusst erhalten – Geschichte soll sichtbar bleiben.

Am Ende packten Vorstandsmitglieder gemeinsam mit Kerstin Quedens erneut an. Sie wischten, fegten und räumten das Mobiliar zurück. Nun steht alles wieder an seinem Platz.


Führungen durch das Kapitänshaus

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht: Ende Februar soll der filigrane Friesenschmuck fachmännisch gereinigt werden.

Für Besucher ist das Öömrang Hüs jedoch bereits wieder geöffnet. Von Montag bis Samstag findet täglich um 14 Uhr eine sachkundige Führung durch das historische Kapitänshaus statt.

 

Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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