Haushalt 2026: Norddorf zwischen Defizit und Pflichtaufgaben …

Der Haushalt ist beschlossen – leicht fiel die Entscheidung nicht.
Ein strukturelles Minus und steigende Umlagen schränken den Handlungsspielraum ein.
Wo die Gemeinde dennoch ansetzt und welche Maßnahmen geplant sind.

Neue Bohlenwege in den Norddorfer Dünen , Quelle: Karen Heidemann

Als letzte der drei Amrumer Inselgemeinden verabschiedete die Gemeinde Norddorf auf der letzten Gemeinderatssitzung den Gemeindehaushalt sowie den Wirtschaftsplan für die Amrum Touristik Norddorf.

Defizit im Haushalt – Ausgleich nur mit Rücklagen

Vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzsituation gestaltete sich die diesjährige Haushaltsplanung schwierig. Insgesamt plant die Gemeinde Norddorf für das Jahr 2026 mit einem Minus von 267.000 Euro abzuschließen (Vj.: 226.600 Euro). Darin enthalten sind Abschreibungen in Höhe von 94.000 Euro. Durch die Verwendung der Ausgleichsrücklage kann der planerische Jahresfehlbetrag ausgeglichen werden.

Hohe Umlagen belasten die Gemeinde

Gemessen an der Finanzkraft beteiligt sich die Gemeinde Norddorf mit 6,26 Prozent an der Amtsumlage des Amtes Föhr-Amrum und steht damit an vierter Stelle der 15 Amtsgemeinden (Nebel 9,5 Prozent, Wittdün 7,13 Prozent). Die Amtsumlage beträgt 665.300 Euro, die Kreisumlage 440.100 Euro. Am Haushalt des Zweckverbandes Sicherheit und Soziales der drei Inselgemeinden ist Norddorf mit 29,56 Prozent (351.289 Euro) beteiligt. Im Vergleich zu den anderen beiden Inselgemeinden zahlt Norddorf eine hohe Finanzausgleichsumlage von 238.300 Euro (Wittdün 46.500 Euro, Nebel 156.400 Euro). Ursache hierfür ist ein hohes Steueraufkommen bei relativ geringer Einwohnerzahl von nur 530 Einwohnern (Nebel: 914, Wittdün: 769).

Einnahmen: Gewerbesteuer wichtigste Säule

Bei den Einnahmen dominieren die Gewerbesteuer mit 665.300 Euro, gefolgt vom Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (416.000 Euro) sowie der Grundsteuer B mit 274.300 Euro. Für die Zweitwohnungssteuer sind 245.000 Euro eingeplant.

Kaum Spielraum für neue Investitionen

Von der neuen Aussichtsplattform ist die Aussicht grandios

 

Aufgrund der angespannten Finanzlage bleibt der Gemeinde nur ein begrenzter Spielraum für Investitionen. Insgesamt sind lediglich 80.000 Euro für neue Investitionen im Haushalt 2026 vorgesehen, aus dem Vorjahr werden Mittel in Höhe von 182.000 Euro übertragen. Für die Sanierung der Bushaltestellenbucht sind unter anderem 100.000 Euro eingeplant, für Straßenbeleuchtung sowie eine Parkgebühreneinrichtung jeweils 20.000 Euro. Die Verbindlichkeiten zu Beginn des Haushaltsjahres liegen bei rund 760.000 Euro.

Touristik, Kredite und neue Gebühren

Die Amrum Touristik Norddorf plant, das Haushaltsjahr mit einem Minus von 83.000 Euro abzuschließen. Die Kurabgaben werden für das Jahr 2026 mit 1.Mio Euro veranschlagt, die Tourismusabgabe mit 92.000 Euro. Für 2026 sind Investitionen in einer Gesamthöhe von 792.000 Euro vorgesehen. Die größten Posten sind 430.000 Euro für neue Bohlenwege und 220.000 Euro für neue DLRG-Unterkünfte im alten Schwimmbad. Für die Maßnahme der Bohlenwege wird mit einer Förderung in Höhe von 210.000 Euro gerechnet.

Das Kreditvolumen beträgt zum 01.01.2026 insgesamt 2.961.000 Euro. Für das Haushaltsjahr 2026 sind weitere Kredite in Höhe von 400.000 Euro geplant.

Ein Beitrag zur Konsolidierung des Haushalts soll unter anderem durch die Einführung einer Gebühr für die Nutzung des Parkplatzes geleistet werden. Die Gemeinde beabsichtigt, die Bewirtschaftung künftig an einen privaten Anbieter zu vergeben.

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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