Mehr als 60 Bürger informieren sich über die Zukunft Nebels. Die Gemeinde investiert kräftig in Infrastruktur und Tourismus. Doch nicht alles läuft nach Plan …

Schon acht Jahre liegt die letzte Einwohnerversammlung der Gemeinde Nebel zurück. Dass über 60 Bürger erschienen waren, zeigt, wie groß das Interesse an Informationen über die Gemeindepolitik ist. Bürgermeister Cornelius Bendixen begann den Abend mit einem kurzen Rückblick auf die Investitionen der vergangenen Jahre.
Millioneninvestitionen in Infrastruktur
In die Jahre 2018/19 fielen unter anderem die erste Ausbaustufe der Glasfaser, die neue Oberflächenentwässerung am Parkplatz am Strand sowie die Umstellung der Beleuchtung auf LED. Allein für diese drei Projekte wurden 630.000 Euro investiert. Für die Erneuerung des Nebeler Strandübergangs investierte die Amrum Touristik (AT) Nebel 424.000 Euro.
Auch in den Jahren 2020 bis 2024 wurde erheblich investiert: neue Bohlenwege (320.000 Euro), ein Hubschrauberlandeplatz (270.000 Euro) sowie Planungen für das Haus des Gastes (350.000 Euro) sind nur einige Beispiele. Noch größere Projekte aus den Jahren 2024/25 sind der Anbau des neuen Feuerwehrgerätehauses mit 900.000 Euro sowie Bauarbeiten im Sanghughwai mit 1.050.000 Euro.
„Um eine funktionierende Infrastruktur der Gemeinde aufrechtzuerhalten, müssen wir permanent am Ball bleiben. Nebel muss weiterhin für Bürger und Urlauber attraktiv bleiben“, so Bürgermeister Bendixen.
Neue Großprojekte stehen an
Große Projekte stehen in naher Zukunft an:
- Erneuerung von Schmutzwasserkanal, Trinkwasserleitung, Regenwasserkanal, Stromleitung, Glasfaser und Oberfläche im Sösaruper Strunwai (2.500.000 Euro)
- Neubau von DLRG-Unterkünften und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Nebel (1.900.000 Euro)
- Anbau des Feuerwehrgerätehauses Süddorf (600.000 €)
- Haus des Gastes
Nicht alle Projekte müssen von der Gemeinde allein getragen werden. Für viele Investitionen gibt es Fördergelder von teilweise über 50 Prozent oder eine Mitfinanzierung über den Zweckverband Sicherheit und Soziales.
Am Jahresende 2024 (das Jahr 2025 ist noch nicht abgeschlossen) betrugen die Kredite der Gemeinde Nebel 1.313.000 Euro, für die AT Nebel etwa 1.500.000 Euro. Aufgrund geplanter Investitionen wird das Kreditvolumen künftig deutlich steigen.
Tourismuszahlen rückläufig
Amrums Touristikchef Frank Timpe gab einen Überblick über die touristischen Zahlen. Im Vergleich zu 2024 gab es im vergangenen Jahr auf Amrum einen Rückgang der Gästeankünfte um 1,5 Prozent, bei den Übernachtungen lag das Minus bei 1,9 Prozent. Für die Gemeinde Nebel fällt die Entwicklung etwas schwächer aus: minus 2,3 Prozent bei den Ankünften und minus 4,9 Prozent bei den Übernachtungen.
Die Analyse zeigt, dass ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung auf geringere Belegungen in Kur- und Gesundheitseinrichtungen sowie leichte Rückgänge im Ferienwohnungssegment zurückzuführen ist. Auch die aktuelle Situation rund um illegale Ferienvermietungen dürfte dabei eine Rolle spielen.
Verzögerungen bei Bauplanung und Satzungen
Mit Spannung warteten die Besucher auf Neuigkeiten zu den B-Plan-Änderungen. Cornelius Bendixen berichtete, dass sich fast alle Nebeler Bebauungspläne derzeit in der Überarbeitung befinden. Laut Bauamt wird es in Plänen, die geändert werden sollen, vorerst keine Kontrollen geben. Der B-Plan 4 ist in Bearbeitung und wird demnächst vorgestellt, die Pläne 1 und 3 wurden an ein Planungsbüro vergeben.
Für die Bearbeitung der Bebauungspläne ist ein städtebaulicher Rahmenplan erforderlich. Die Ausschreibung hierfür war jedoch nicht erfolgreich und muss wiederholt werden – mit entsprechenden Verzögerungen.
Auch die neue Ortsgestaltungssatzung wird später fertiggestellt. Insbesondere Themen wie die Nutzung von Photovoltaik sollen umfassend geprüft werden, weshalb auch diese Planung extern vergeben wird. Die zugrunde liegenden Daten zu Dauer- und Ferienwohnungen wurden bereits vor anderthalb Jahren erhoben.
Ein weiteres zentrales Thema war der Neubau des Hauses des Gastes. Die Prüfung der Baupläne durch die GMSH (Gebäudemanagement Schleswig-Holstein) hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten ist nahezu abgeschlossen. „Wir rechnen zeitnah mit dem Förderbescheid – dann kann es auch direkt losgehen“, so Bendixen.
Bürger bringen Kritik und Ideen ein
Zum Abschluss nutzten viele Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Diskutiert wurden unter anderem der öffentliche Nahverkehr, die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg sowie Übergangslösungen für Unterkünfte der Amrum Touristik bis zur Fertigstellung des Hauses des Gastes.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

