Amphibienwanderungen auf Amrum
Mit dem Frühlingsbeginn, milderen Temperaturen und den ersten Niederschlägen erwachen Kröten und Frösche – zusammengefasst als Amphibien – aus ihrem Winterschlaf. Vor allem in der Dämmerung und nachts machen sich Erdkröte, Kreuzkröte und Moorfrosch auch auf Amrum auf den Weg: von ihren Überwinterungsquartieren zu den Laichgewässern. Diese liegen vornehmlich in den Dünen, aber auch im Grünland, im Steenodder Wäldchen oder in der Vogelkoje in Nebel.
Vorsicht auf Wegen und Straßen
Jetzt heißt es: Augen auf – nicht nur beim Autofahren, sondern auch auf dem Fahrrad oder beim Spaziergang. Überall könnten Kröten und Frösche unterwegs sein und unvermittelt den Weg kreuzen.
Die Erdkröte – Amrums häufigste Amphibienart
Die häufigste Krötenart auf Amrum ist die Erdkröte. Sie ist sehr anpassungsfähig und kommt in unterschiedlichen Lebensräumen vor: in Wäldern, Gärten und auch in den Dünen. Tagsüber versteckt sie sich in feuchten, dunklen Unterschlüpfen wie Totholz, Laub- oder Steinhaufen. Erst in der Dämmerung und nachts wird sie aktiv, wandert zu ihren Laichgewässern oder geht auf Nahrungssuche. Typisch für die Erdkröte sind ihre warzige Haut und ihr gedrungener Körperbau.
Der Moorfrosch – selten und streng geschützt
Deutlich seltener als die Erdkröte ist der Moorfrosch. Er gehört zu den streng geschützten Arten und genießt auch auf EU-Ebene besonderen Schutz durch die FFH-Richtlinie. Ein besonderes Naturschauspiel bietet sich in der Balzzeit: Dann färben sich die Männchen auffällig blau und sind gut in den Gewässern zu erkennen. Der Moorfrosch bevorzugt feuchte, nährstoffarme Gebiete mit hohen Wasserständen. Geeignete Lebensräume auf Amrum sind beispielsweise das Steenodder Wäldchen und die Vogelkoje in Nebel. Die Dünentäler dienen ihm zudem als wichtige Laichgewässer.
Die Kreuzkröte – charakteristisch mit Rückenstreifen
Ebenfalls unterwegs ist die Kreuzkröte, die vielen durch das Dünentalprojekt bekannt ist. Auch sie ist streng geschützt und fällt sofort durch ihren hellen Längsstreifen auf dem Rücken auf. Wie die Erdkröte besitzt sie eine warzige Haut, ist jedoch insgesamt etwas wärmeliebender. Besonders auffällig sind ihre weit hörbaren Rufe, die in den kommenden Wochen wieder in der Dämmerung und nachts durch die Dünenlandschaft schallen werden. Ihr Lebensraum sind die Dünen, wo sie sowohl geeignete Landhabitate als auch Laichgewässer in den feuchten Dünentälern findet.
Naturschutz in den Dünen
Das Vorkommen der Kreuzkröte gilt als wichtiger Indikator für den Erfolg des Dünentalprojekts. Auch die Galloway-Rinder leisten hier einen Beitrag zum Artenschutz: Durch ihre Beweidung halten sie die Dünen offen und sichern so die Lebensräume der Amphibien. Aktuell jedoch gehört die Dünenlandschaft ganz den Amphibien und der Vogelwelt. Die Galloways kehren erst Mitte August wieder in die Dünen bei Wittdün zurück.
Beobachtungen melden und mithelfen
Die Wanderzeit hat gerade erst begonnen, und die Tiere werden in den kommenden Wochen weiterhin unterwegs sein. Wer also eine Kröte oder einen Frosch entdeckt, kann diese Beobachtung gern an die Naturschutzvereine der Insel oder an die Naturschutzkoordination der AmrumTouristik AöR melden. Ein Foto und eine kurze Standortangabe genügen – und helfen dabei, wertvolle Daten über Anzahl und Verbreitung der Amphibien auf Amrum zu sammeln.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum
