Du bist ein Segen! Ein Tag voller Mut und Emotionen …

Ein besonderer Moment für sechs Jugendliche: Sie sagen bewusst Ja zum Glauben.
Zwischen bunten Farben, persönlichen Worten und bewegender Musik wird deutlich, worauf es wirklich ankommt.
Eine Geschichte aus der Vergangenheit gibt dem Tag eine starke Botschaft.

von links: Marten Hinrichs, Daniel Hönig, Ben Niedzielski,Jonna Claußen, Maira Ebsen, Ida Jung, Martje Brandt

Ein bewusster Schritt zum Glauben

„Eingeladen zum Fest des Glaubens“ – mit diesem Lied begann ein Gottesdienst, der für sechs Jugendliche mehr ist als nur ein Ritual. Mit ihrer Konfirmation bekennen sie sich bewusst zum christlichen Glauben – ein Schritt, der Mut und Vertrauen zugleich verlangt. Drei von ihnen empfingen zuvor noch ihre Taufe.

Familien, Freunde und die Gemeinde füllten die Kirche, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. Es ist ein Tag, der bleibt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Pastorin Martje Brandt fand zu Beginn warme, persönliche Worte. Sie dankte nicht nur den Konfirmanden, sondern auch den Eltern, die ihre Kinder geprägt, begleitet und gestärkt haben. Ohne sie, so wurde deutlich, wäre dieser Weg nicht derselbe gewesen, und sie würden heute nicht hier stehen.

In der Predigt sprach die Pastorin von den Stürmen des Lebens – von Momenten, die erschüttern, verunsichern, vielleicht auch zweifeln lassen. Doch sie erinnerte auch daran, dass niemand allein durch diese Zeiten gehen muss: Denn auch wenn man von manchem Sturm schon ordentlich durchgeschüttelt wurde und manche Tage ganz schön dunkel waren, so gibt es da doch etwas oder vielmehr jemanden, der uns da hindurch trägt. Gottes schützende Hand, die uns auffängt und den Kern in uns, unsere Würde, bewahrt.

So bunt wie das Leben – der Glaube und die Hoffnung.

Glaube in bunten Farben

Die Kirche leuchtete in vielen bunten Farben – ein sichtbares Zeichen dafür, dass jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg geht. Jeder darf sich seine ganz eigene Lebensfarbe aussuchen – und sie darf sich auch verändern. Genau darin liegt ihre Schönheit.

„Gottes Lieblingsfarbe ist bunt“ – ein Satz, der hängen bleibt.

Nach dem Glaubensbekenntnis wurden Jonna Claußen, Ida Jung und Daniel Hönig getauft – ganz persönlich, ganz unterschiedlich – der eine mutig alleine, andere mit einer oder mehreren vertrauten Personen an ihrer Seite.

Emotionale Momente und bewegende Musik

Bei den Soloeinlagen von Chiara Strote wurde es mehrfach emotional. Schon bei „True Colours“ war sie sichtlich gerührt. Als die Konfirmanden bei „Firm Foundation – He won’t“ mitsangen, flossen sogar einige Tränen. Genau das machte diesen Moment so besonders – so ehrlich, so nah.

Nach dem Vaterunser begann die Einsegnung von Maira Ebsen, Marten Hinrichs, Ben Niedzielski sowie der drei zuvor getauften Jugendlichen.

Ida Jung in Begleitung ihrer Vertrauten kurz nach ihrer Taufe

Mut zeigen – damals wie heute

Die Eltern griffen ein Bild auf, das viele zuvor vielleicht nur flüchtig betrachtet hatten: Eine Menschenmenge, erhobene Arme, der Hitlergruß. Und mittendrin ein Mann, der ihn verweigert.

Dieser Mann war August Landmesser.

Seine Geschichte ist keine leichte. Und doch ist sie eine, die bleibt. Weil sie zeigt, was es heißt, Haltung zu zeigen – auch dann, wenn es Konsequenzen hat. Auch dann, wenn es alles kostet. Er verliebte sich in eine Jüdin und wendete sich vom NS-Regime ab – war kein Mitläufer. Im Gegenteil.

Genau diesen Mut wünschen sich die Eltern für ihre Kinder: den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Nicht mitzulaufen. Hinzusehen. Aufzustehen.

„Be that guy!“

Es folgten die Glückwünsche des Kirchengemeinderats.

Die Kollekte des Gottesdienstes wird zu gleichen Teilen an die Deutsche Krebshilfe und den Erhalt der Kirche St. Clemens gespendet.

Und als am Ende „Sei behütet auf deinen Wegen“ erklang, spürte man Dankbarkeit, Hoffnung und das Gefühl, dass dieser Tag noch lange nachklingen wird.

Über Susanne Schwarz

Susanne Schwarz kam 1981 in der Vorderpfalz zur Welt- aufgewachsen am Haardtrand, mit Blick auf den Pfälzer Wald, inmitten eines Weinbaugebietes. Sie verbrachte in ihrer Kindheit viele glückliche Sommerferientage auf Amrum, wodurch der Wunsch immer größer wurde, nur einmal für längere Zeit dort zu leben. Nach dem Abitur 2001 kam sie zum ersten Mal für ein FSJ auf die Insel. Ein weiterer Aufenthalt folgte nach ihrer Ausbildung in Stuttgart. Die Sehnsucht nach der Insel aber blieb. 2015 lies sie das Festland also hinter sich und zog zusammen mit ihrem Mann zurück nach Amrum, wo sie heute mit ihrem Sohn in Wittdün wohnen.

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