Dreister Kunstdiebstahl auf Amrum – Wer stahl „Windskulptur III“ aus der historischen Windmühle?

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Mitten am Tag, während Besucher durch die historische Windmühle in Nebel schlenderten, verschwand ein Kunstwerk spurlos. Was wie ein Krimi klingt, ist auf Amrum bittere Realität.

Aus der 65. Sommerausstellung wurde das Bild „Windskulptur III“ der Künstlerin Kerstin Friedrichs gestohlen. Polizei und Mühlenverein hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Gesucht! Das gestohlene Kunstwerk „Windskulptur III“ von Kerstin Friedrichs. Wer Hinweise zum Verbleib geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Foto (@Kerstin Friedrichs)

Ein Diebstahl, der fassungslos macht

Es ist ein Vorfall, den sich auf Amrum niemand vorstellen konnte. Irgendwann zwischen Donnerstag, 16. Juli, 17.31 Uhr, und Freitag, 17. Juli, nachmittags, verschwand das Kunstwerk „Windskulptur III“ aus der historischen Windmühle in Nebel – vermutlich während der regulären Öffnungszeit.

Einbruchsspuren? Fehlanzeige.

Alles spricht dafür, dass der Täter oder die Täterin das Vertrauen nutzte, das Besucher und Aussteller seit Jahrzehnten miteinander verbindet.

„Das Bild habe ich mit Tusche, Aquarell und Farbstift hergestellt. Das kostet und nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich bin von weit her angereist – und nun das? Der Verlust des Bildes macht nachdenklich und traurig“, so Friedrichs sichtlich bewegt über die Tat.

Mitten aus der Ausstellung verschwunden

Das gestohlene Werk stammt von der Künstlerin Kerstin Friedrichs aus Liebenau. Das quadratische Bild misst 35 mal 35 Zentimeter und wurde in einer feinen Mischtechnik aus Tusche, Aquarell und Farbstift geschaffen. Charakteristisch sind die filigranen Linien und kraftvollen Formen, die ihre Arbeiten unverwechselbar machen.

Gerade deshalb dürfte es kaum möglich sein, das Bild unbemerkt weiterzuverkaufen oder öffentlich zu zeigen.

Ein Schock für den Mühlenverein

Für den Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle e. V. ist der Diebstahl weit mehr als der Verlust eines Kunstwerks. Er erschüttert das Vertrauen, das die beliebten Sommerausstellungen seit Jahrzehnten prägt.

Vorsitzender des Mühlenvereins Volker Langfeld findet deutliche Worte:

„Bisher ist so etwas bei den Ausstellungen in der Mühle noch nie passiert. Das Vertrauen ist weg. Sollen wir jetzt jeden Besucher der Mühle durchsuchen, damit das nicht nochmal passiert?“

Dabei gelten bereits Sicherheitsmaßnahmen: Taschen und Rucksäcke müssen am Eingang abgelegt werden. Trotzdem gelang es offenbar, das Bild unbemerkt aus der Ausstellung zu entwenden.

Polizei setzt auf Zeugen

Der Mühlenverein hat umgehend Anzeige erstattet. Den Ermittlern liegt ein Foto des gestohlenen Werkes vor. Gesucht werden nun Menschen, die zwischen dem 16. und 17. Juli im Bereich der Windmühle verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Wer hat Personen mit größeren Taschen oder Mappen gesehen? Wem wurde das Bild seit dem 17. Juli zum Kauf angeboten?

Hinweise nimmt die Polizeistation Amrum unter 04682 7189970, über den Polizeinotruf 110 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Kunst braucht Vertrauen

Die Sommerausstellung in der historischen Nebeler Windmühle ist seit vielen Jahren ein Ort der Begegnung zwischen Künstlern, Insulanern und Gästen. Dass ausgerechnet hier ein Kunstwerk verschwindet, trifft alle Beteiligten ins Mark.

Denn gestohlen wurde nicht nur ein Bild – gestohlen wurde auch ein Stück Vertrauen.

Vielleicht steht das gestohlene Kunstwerk noch immer irgendwo auf Amrum. Vielleicht hat jemand genau die entscheidende Beobachtung gemacht. Oft genügt ein einziger Hinweis, damit aus einem ungelösten Rätsel ein erfolgreicher Fahndungserfolg wird.

Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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