Rund um die Uhr bereit für den Einsatz …

Wenn irgendwo im Norden schnelle Hilfe aus der Luft gebraucht wird, zählt jede Minute. Dafür müssen auch die Retter selbst beste Bedingungen vorfinden. In Niebüll wurde jetzt der Erweiterungsbau der DRF-Luftrettungsstation eingeweiht. Die neuen Räume sind auf den 24-Stunden-Betrieb von Christoph Europa 5 zugeschnitten. Und der Hubschrauber hat eine Aufgabe, die weit über Nordfriesland hinausreicht …

Unten v. l. n. r.: Simon Lehrich (Leitender Pilot und stellvertretender Stationsleiter), Melina Stührck (Leitende Notfallsanitäterin und Stationsleiterin), Ernst Peleikis (Geschäftsführer der DRF Luftrettung), Kerstin von der Decken (Gesundheitsministerin), Florian Lorenzen (Landrat des Kreises Nordfriesland), Jens-Peter Lindner (Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Nordfriesland), Jérôme Gehri (Geschäftsführer der DRF Luftrettung).
Oben v. l. n. r.: Dr. Stefanie Wailke, Notärztin, Dr. Carsten Thee, leitender Hubschrauberarzt.

Mehr Platz für die Besatzungen

Die DRF Luftrettung hat den Erweiterungsbau ihrer Station in Niebüll offiziell eingeweiht. Der Ausbau wurde notwendig, nachdem die Einsatzzeiten von Christoph Europa 5 im Jahr 2024 vom reinen Tag- auf einen 24-Stunden-Betrieb ausgeweitet wurden. Dadurch stieg auch der Bedarf an Räumlichkeiten für die Besatzungen sowie an umfangreicheren Funktions- und Hygienebereichen.

Mit dem Erweiterungsbau verfügt die Station künftig über moderne Arbeits- und Aufenthaltsbereiche, die den Bedürfnissen der Luftretter gerecht werden. Dazu gehören moderne Funktionsräume mit Kühlung, ein zusätzliches Stockwerk mit erweiterten Ruheräumen, ein neuer Besprechungsraum, eine zusätzliche Küche und neue Umkleiden.

Auch der Desinfektions- und Hygienebereich wurde nach modernsten Standards vergrößert. Zudem wurde der Außenbereich ausgebaut.

Christoph Europa 5 fliegt rund um die Uhr

Zur offiziellen Eröffnung des Erweiterungsbaus begrüßte die DRF Luftrettung rund 80 Gäste an der Station. Ernst Peleikis, Geschäftsführer der DRF Luftrettung, eröffnete die Feier und hob die guten Bedingungen für die Luftretter in Schleswig-Holstein hervor.

„Schleswig-Holstein nimmt bei der Luftrettung bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Mit insgesamt vier Luftrettungsstandorten, zwei 24-Stunden-Stationen, der hervorragenden Arbeit der Koordinierten Leitstelle Nord und wichtigen Weiterentwicklungen im Rettungsdienst hat das Land in den vergangenen Jahren die richtigen Weichen gestellt.“

Gleichzeitig sieht Peleikis auf Bundesebene deutlichen Handlungsbedarf. Steigende Kosten und unzureichende Rahmenbedingungen für innovative Verfahren wie das satellitengestützte Navigationsverfahren „Point in Space“ erschwerten die Weiterentwicklung der Luftrettung.

Damit die Bevölkerung auch künftig zuverlässig und auf höchstem notfallmedizinischem Niveau versorgt werden könne, seien verlässliche Finanzierungsstrukturen sowie entsprechende politische Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene notwendig.

Geschenkübergabe. © Peter Lühr, Quelle: DRF Luftrettung

Grenzüberschreitende Hilfe aus der Luft

Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken betonte bei der Einweihung die Bedeutung des Ausbaus für die Region.

„Dieser Ausbau verbessert die Notfallversorgung für alle Menschen in dieser Region. Damit macht die Luftrettung einen großen Schritt in Richtung Zukunft.“

Der Luftrettungsstation im Norden komme eine besondere Bedeutung zu, erklärte die Ministerin. Ihre Einsatzbereitschaft reiche über die Bundesgrenze hinweg bis in die südlichen Teile Dänemarks.

Christoph Europa 5 sei damit ein Botschafter einer verlässlichen und grenzüberschreitenden Notfallversorgung zwischen Deutschland und Dänemark. Die Bewohnerinnen und Bewohner der nordfriesischen Inseln und Halligen sowie die Menschen im Westküstenbereich des dänischen Verwaltungsbezirks Syddanmark könnten nun noch besser versorgt werden.

Auch der Landrat des Kreises Nordfriesland, Florian Lorenzen, betonte den hohen Stellenwert des Hubschraubers. Besonders hob er die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Dänemark in der Region hervor und dankte der DRF Luftrettung für ihre Arbeit.

Besuch am Hubschrauber.
©Peter-Lühr-Quelle-DRF-Luftrettung

Zwei Millionen Euro für den Ausbau

Das Bauprojekt wurde in mehreren Abschnitten umgesetzt. Zunächst wurde eine Containeranlage als Interimsquartier errichtet. So konnte der Luftrettungsbetrieb während der Bauarbeiten uneingeschränkt aufrechterhalten werden.

2025 fiel schließlich der Startschuss für die eigentlichen Bauarbeiten. In einem Anbau entstanden zusätzliche Funktionsräume, darunter Umkleiden und ein Hygienebereich. Zudem wurde das bestehende Gebäude um ein weiteres Stockwerk aufgestockt und die Außenanlagen wurden angepasst.

Die Baukosten von rund zwei Millionen Euro werden von den Krankenkassen übernommen.

Hangar wird im nächsten Schritt modernisiert

Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus ist das Bauprojekt noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Modernisierung des Hangars mit einem neuen Boden und einer neuen Heizungsanlage erfolgt in einem weiteren Schritt.

Für die Besatzungen von Christoph Europa 5 stehen damit künftig deutlich verbesserte Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen zur Verfügung – passend zu einer Luftrettung, die rund um die Uhr einsatzbereit sein muss.

 

Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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One comment

  1. Ohne Meckern zu wollen frage ich mich ob in den 2 Millionen auch der; durch die 24-Std. Bereitschaft; sicher erhöhte Wartungs- und Reparatur-aufwand drin steckt oder das zumindest mit gedacht/geplant wurde. Denn die Erweiterung des Standortes für das notwendige Mehr an Personal ist ja primär vor und nach Einsätzen wichtig. Aber FÜR einen Einsatz braucht es einen ebenso sicher Funktionierenden Hubschrauber. Ohne den ist auch der Standort und die Station nur noch irgend ein Gebäude – das zur (Luft)rettung selbst nichts beitragen kann. Wenn der Defekt ist muss er Zügig repariert werden (Kosten?) können oder gibt es eine Ersatzmaschine? Und die bei Fluggeräten sicher übliche Regelmäßige Wartung wird durch die dauerhafte Einsatzbereitschaft logischerweise eher Teurer und auch (Zeitplanung) nicht einfacher. Ich wünsche mir jedenfalls das man nicht am Falschen Ende gespart hat und es irgendwann heißen muss “Sorry, der ‘Christoph’ kann nicht kommen weil er krank ist” und eine Andere Station so weit weg ist das die zu spät hier wären. K.M.

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