Stürmische Zeiten rund um Amrum …

Starker Wind, enge Abstände und volle Konzentration: Die Segler der Regatta des Amrumer Yachtclubs hatten einiges zu meistern und mussten sich auf anspruchsvolle Bedingungen einstellen.

Das Regattafeld beim Start

Wechselhafte Saison auf dem Wasser

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und die Bootseigner planen schon den Krantermin, um ihre Boote ins Winterlager zu verlegen. In einer vom Wetter her eher wechselhaften Saison waren die Boote des Amrumer Yachtclubs trotzdem viel unterwegs. Einige machten sich auf den Weg in die Ostsee bis hinauf nach Skandinavien, andere besuchten die Häfen in der näheren Umgebung und wieder andere machten einfach Tagestouren hinaus ins Wattenmeer.

Auch viele Gastlieger besuchten in diesem Jahr wieder die Liegeplätze des Amrumer Yachtclubs. Traditionell kommen viele Besucher von den umliegenden Inseln und vom nordfriesischen Festland, aber man sieht auch immer wieder Boote mit Heimathäfen aus der Elbmündung, von den Ostfriesischen Inseln, aus den Niederlanden und aus Skandinavien.

Bevor die Boote ins Winterlager verlegt werden, stand aber noch ein großes segelsportliches Ereignis an: Der Amrumer Yachtclub hatte zur Segelregatta „Rund Amrum“ geladen. Leider war die Resonanz wegen des doch eher stürmisch vorhergesagten Wetters etwas zurückhaltend, und so meldeten sich am Abend vor der Regatta nur zehn Boote zur Regatta an.

Die „Prime 8“ in voller Fahrt

Nur zehn Boote starten bei „Rund Amrum“

Typischerweise beginnt die Regatta schon am Vorabend an Land: Bei der Anmeldung muss die sogenannte Yardstickzahl festgelegt werden. Da die teilnehmenden Yachten oft sehr unterschiedlich in Größe und Segeleigenschaften sind, wird die tatsächlich gesegelte Zeit mit der sogenannten Yardstickzahl in eine berechnete Zeit umgerechnet, die ausschlaggebend für das Ergebnis ist. Diese Yardstickzahl ist bootstypenspezifisch und spiegelt die Leistungsfähigkeit des Bootes wider. Somit können Yachten verschiedener Bauformen miteinander verglichen werden. Je kleiner die Yardstickzahl ist, desto schneller sind die Boote. Die meisten Boote sind in der Yardstickliste des Deutschen Seglerverbandes aufgelistet, können aber zum Beispiel durch Erfolge oder auch Misserfolge bei vergangenen Regatten individuell angepasst werden.

Stürmische Bedingungen

Sturmkurs statt „Rund Amrum“

Beim Skipper-Meeting am Morgen vor dem Start der Regatta wird dann die Klasseneinteilung bekannt gegeben und der Regattakurs besprochen. Viele der Teilnehmer freuten sich auf den traditionellen Regattakurs „Rund Amrum“, leider wurden sie enttäuscht. Die Windvorhersage für den Tag sagte stürmische Winde zwischen 5 und 6 Beaufort aus Südwest voraus. Daher entschied die Regattaleitung, einen Sturmkurs segeln zu lassen.

Es wurden zwei Bahnen festgelegt: eine für Boote mit einem Tiefgang von mehr als 1,30 m ( 1.Klasse) und eine mit einem Tiefgang von weniger als 1,30 m (2 Klassen). Start und Ziel war jeweils die Hafenmole des Seezeichenhafens.

Boote mit größerem Tiefgang starteten um 13:30 Uhr Richtung Norderau durch das Mittelloch, Amrumer Tief bis zur Wendeboje südlich von Amrum Odde und wieder zurück.

Die Boote mit kleinerem Tiefgang fuhren östlich von Amrum an Steenodde vorbei durchs Watt und trafen dann an der Wendeboje südlich der Odde auf die Regattateilnehmer der anderen Gruppe. Beide Teams erreichten etwa zur gleichen Zeit die Wendeboje, und auf dem Rückweg lag das Regattafeld aller Teilnehmer eng beieinander.

Aufgrund der teilweise stürmischen Böen hatten alle Teilnehmer mindestens ein Reff eingebunden. Trotzdem war große Aufmerksamkeit gefordert: Immer wieder krängten die Boote bis an die Wasserlinie. Insbesondere der Törn zurück durch die Norderau, teilweise noch gegen Strom und Wind aus Südwest, war anspruchsvoll.

Gedränge an der Wendeboje

Enges Feld beim Zieleinlauf

Das Feld lag beim Zieleinlauf dicht zusammen, und nach 1 Stunde, 45 Minuten und 12 Sekunden segelte die „Thalasso“ mit Lars Südbrock als erstes Schiff über die Ziellinie. Nach berechneter Zeit wurde jedoch B. Bohn mit der „Rümdriver“ Erster der Klasse 1. Den zweiten Platz belegte die „Noraja“ mit S. Assmussen, Dritter wurde die „Thalasso“.

Sieger in der Klasse 2 wurde B. Rief mit der „Mucki“ vor der „Nika“ mit N. v. d. Lanken. In der Klasse 3 siegte D. Schröter mit der „Sancho Pancha“ vor C. Peters mit der „Prime 8“. Dritter wurde die „Erika III“ mit N. Petersen.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es trotz der nicht ganz einfachen Bedingungen eine tolle Regatta war.

Sieger werden beim Sommerfest geehrt

Die Siegerehrung fand am Abend im Rahmen des Sommerfestes des Amrumer Yachtclubs statt. Fast 100 Personen hatten sich eingefunden, um bei Grillfleisch, Getränken und mitgebrachten Salaten der Siegerehrung der Regatta beizuwohnen.

Die Amrumer Regatta ist Teil des Friesen-Cups. Daher wurden nicht nur die Sieger der Amrumer Regatta geehrt, sondern auch die Gewinner des Friesen-Cups. Der Friesen-Cup bestand in diesem Jahr aus vier Regatten in Husum, Wyk, Hörnum und Amrum. Sieger ist, wer die meisten Punkte aus allen Regatten erreicht hat. Insgesamt waren 46 Boote in der Wertung.

In der Gruppe 1 gewann die Yacht „Sancho Pancha“ (D. Schröter, NWV), in der Gruppe 2 die Yacht „Noraja“ (S. Asmussen, WYC), in der Gruppe 3 die „Mucki“ (B. Rief, NWV). Gesamtsieger des Friesen-Cups wurde die Yacht „Noraja“ (S. Asmussen, WYC).

Bis spät in den Abend saßen die Mitglieder des Amrumer Yachtclubs, einige Gastlieger und natürlich die Crews der Regattayachten zusammen. Dabei wurde so manches „Seemannsgarn“ gesponnen.

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

schon gelesen?

TSV Amrum: Auf dem Platz läuft es – beim Spielplan wird es kompliziert …

Die neue D-Jugend des TSV Amrum hat mit zwei Siegen einen Traumstart hingelegt. Während die …

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com