Wenn 22 Saxophone gemeinsam erklingen, ist Gänsehaut garantiert. In der St.-Clemens-Kirche zeigten die Teilnehmerdes diesjährigen Workshops, was sie in einer Woche erarbeitet hatten. Von Barock bis Pop war vieles dabei – und auch der norddeutsche Humor kam nicht zu kurz.

„Don’t Worry, Be Happy“ – mit diesen mitreißenden Gute-Laune-Klängen begrüßten die 22 Teilnehmer des diesjährigen Saxophonworkshops die Zuhörer zu ihrem Konzert in der St.-Clemens-Kirche.
Über die gesamte Kirche verteilt, spielten die Musiker das erste Stück gemeinsam und zeigten dem Publikum, worauf es sich in der nächsten Stunde freuen durfte: gute Laune, erstklassige Musik und jede Menge Spaß am Saxophon.
In diesem Jahr erhielten die beiden Dozenten Jonny Möller und Anselm Simon Unterstützung von Oliver Helmert. Eine Woche lang hatten sie mit ihren Schülern geübt, gelernt und vor allem viel Spaß gehabt. Die meisten Teilnehmer kommen bereits seit vielen Jahren für diese musikalische Woche nach Amrum und freuen sich jedes Mal aufs Neue darauf.

Von Barock bis Pop
In kleinen Ensembles präsentierten die Musiker das Erlernte aus der vergangenen Woche und ernteten dafür tosenden Applaus. Den Auftakt machten klassische Stücke aus der Barockzeit, gefolgt von modernen Melodien aus der Rock- und Popwelt, Jazz und bekannten Filmmelodien.
Die Stimmung im Publikum ging mit der guten Laune der Musiker Hand in Hand. Ganz nach dem Motto, das Jonny Möller während des Konzerts formulierte: „Habt Spaß, wir haben ihn auf jeden Fall!“
Nachdem die einzelnen Ensembles der drei Dozenten gespielt hatten, folgte der geballte Saxophonklang aus 22 Instrumenten. Vom Sopran- über das Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon reichte die Vielfalt der Instrumente.

Teure Instrumente und norddeutscher Humor
„Ja, die Preisspanne ist umfangreich und liegt oft im vierstelligen Bereich. Es gibt Menschen, die kaufen sich ein Auto oder ein Pferd – wir haben unsere Instrumente“, scherzte Jonny Möller in seiner nordischen Art und Weise und brachte das Publikum damit zum Schmunzeln.
Auch gesanglich bewies der renommierte Kulturpreisträger der Stadt Schleswig, wie eng er mit dem Norden verbunden ist. Auf Plattdeutsch sang er das Lied „Fresenhof“ von Knut Kiesewetter und brachte damit die herbstliche Stimmung von draußen in die St.-Clemens-Kirche.
Anselm Simon präsentierte gemeinsam mit den Saxophonschüler seine vor einigen Jahren entstandene „Nebeler Saxophon-Orgel“. Anhand dieses musikalischen Projekts wurde deutlich, wie wichtig drei Akkorde sein können – und dass sie manchmal sogar für ein ganzes Lied ausreichen.
Ein Konzert, das verbindet
Bevor das große Finale erklang, bedankte sich Jonny Möller bei der St.-Clemens-Kirche für die Möglichkeit, das Konzert dort zu veranstalten.
Uschi Bendixen sprach im Namen des Kirchengemeinderates ihren Dank für diesen wundervollen Konzertabend aus. „Alle, die nicht hier waren, haben wirklich etwas versäumt“, schwärmte sie.
Zugleich wies sie darauf hin, dass der Konzertabend keinen Eintritt gekostet hatte. Spenden am Ausgang waren jedoch herzlich willkommen. Die gesammelten Beträge werden zu gleichen Teilen zwischen der Saxophongruppe und der Kirche aufgeteilt.
Ein Abend voller musikalischer Vielfalt, norddeutschem Humor und gemeinsamer Leidenschaft – und ein eindrucksvoller Beweis dafür, was entsteht, wenn 22 Musiker ihre Begeisterung für das Saxophon miteinander teilen.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

