Wer auf die Insel Amrum kommen möchte oder umgekehrt sie verlassen will, kommt an ihm nicht vorbei – dem Fähranleger in Wittdün. Er ist quasi „das Tor zur Welt“ und der einzige Hafen für den Fähr- und Güterverkehr. Er verbindet Amrum ganzjährig mit dem Festland und den Nachbarinseln.
Die Hauptroute – Dagebüll Mole, Wyk auf Föhr, Amrum – wird mit den Autofähren „Nordfriesland“, „Norderaue“, „Schleswig-Holstein“ und „Uthlande“ der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) betrieben. Ganzjährig und weitgehend tideunabhängig wird diese Strecke mehrmals täglich bedient. Saisonabhängig sind es täglich zwischen vier und sieben Fährverbindungen zum Festland.
Von Frühjahrsbeginn bis Herbstende gibt es eine Schnellverbindung mit der „Adler-Express“ der Reederei Adler-Schiffe zwischen Strucklahnungshörn auf Nordstrand über Pellworm, Hallig Hooge, Wittdün auf Amrum und Hörnum auf Sylt. Bei guten Wetterbedingungen wird diese Strecke zweimal täglich befahren. In der Reisesaison bieten die Adler-Schiffe zudem täglich Fährverbindungen zwischen Dagebüll, Wyk und Wittdün mit der „Adler Rüm Hart“ sowie teilweise nach Hallig Hooge und Hallig Langeneß und mehrmals wöchentlich mit der „Adler-Cat“ nach Hörnum und Helgoland an. Alle Schiffe der Adler-Reederei sind reine Personenfähren, wobei zumeist auch Fahrräder transportiert werden können.
Insbesondere wenn die Fähren ankommen oder abfahren hat man vom Fährgebäude aus einen guten Blick auf das rege Treiben am Anleger. Zwischenzeitlich kann es hier aber auch sehr ruhig zugehen; dann verwaist der Anleger regelrecht. Es sind genau diese unterschiedlichen Momente, die die hier gezeigten Bilder gut in die Serie „Amrumer Kontraste“ einpassen.
Die Bewirtschaftung des Fährhafens gehört zum Aufgabengebiet der Versorgungsbetriebe Amrum, die für den Betrieb der Anlegestellen, des Seiteneinstiegs und der Park- und Abfertigungsplätze verantwortlich zeichnen. Das eigentliche Fährgebäude, in dem sich die Fahrkartenschalter der Fährgesellschaften und der Deutschen Bahn, die Servicestellen und Büroräumlichkeiten der Amrum Touristik sowie eine Wartehalle und Toilettenanlagen befinden, gehört der W.D.R.
Die Hafenanlagen in Wittdün haben in ihrer Geschichte mehrere An-, Um- und Erweiterungsbauten erlebt. Erstmals ist im Jahr 1890 eine Schiffsbrücke in Wittdün errichtet worden. Zwischen 1914 und 1916 erfolgte im Bereich des heutigen Yachthafens und auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes der Bau des Staatlichen Hafens Amrum, der in den 1920er-Jahren auch als wichtiger Bau- und Liegehafen im Rahmen des Hindenburgdammbaus diente und seit 1928 als „Seezeichenhafen Wittdün“ geführt wird. 1962 nahm die W.D.R. den Betrieb eines modernen Ro/Ro-Fährbetriebs (Roll-on/Roll-off) auf, der einen zunehmenden Auto- und Personenverkehr mit sich brachte, was 1976 zu einem umfassenden Neubau mit insgesamt drei Fähranlegern führte. 2011 ging der hydraulische Seiteneinstieg für Passagiere in Betrieb und 2013 erfolgte der Rückbau des dritten Fähranlegers, da sich die Anforderungen an die Logistik und die Schiffsgrößen geändert hatten. Zudem wurde dann 2014 auch die Verkehrsführung zu den Anlegestellen geändert.
Bei Bedarf nutzen auch die verschiedenen Rettungshubschrauber den Fähranleger als Landeplatz. Dann werden die Zufahrtswege gegebenenfalls durch die Polizei oder die Feuerwehr kurzfristig abgesperrt. Besonders eindrucksvoll war dies am 4. Juni 2014 zu beobachten, als „Adler-Express“ havarierte und acht verschiedene Hubschrauber hier landeten, um 27 Verletzte zu versorgen und ans Festland zu transportieren. Gott sei Dank sind derartige Ereignisse nicht die Regel. Dennoch kann festgehalten werden, dass der Fähranleger auch zu solchen Zwecken genutzt werden kann.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum









