Eine Woche voller Naturerlebnisse, spannender Einblicke und gemeinschaftlichem Engagement: Die Themenwoche Landschaftspflege zeigte, wie wichtig der Einsatz für Heide und Dünen ist.
Wind und Regen, Sonnenschein und gute Laune, informative Führungen und tatkräftige Mitmachaktionen: Die Themenwoche Landschaftspflege auf Amrum bot vielfältige Einblicke in die Arbeit für den Erhalt der heimischen Natur. Ziel war es, die Bedeutung und Funktion der Landschaftspflege für die Amrumer Heide- und Dünenlandschaften anschaulich zu vermitteln. Gleichzeitig sollte deutlich werden, wie viel Arbeit, Fachwissen und persönliches Engagement hinter den einzelnen Maßnahmen stecken.

Warum Landschaftspflege wichtig ist
Den Auftakt bildete ein Vortrag zur Landschaftspflege im Gemeindesaal in Wittdün. Trotz des kühlen Wetters fanden sich Interessierte ein und machten es sich zwischen den Häkelkorallenriffen gemütlich, die derzeit im Rahmen der Ausstellung zum Tag der Ozeane zu sehen sind. Die Naturschutzkoordination informierte über die bisherigen landschaftspflegerischen Maßnahmen in den Heide- und Dünengebieten Amrums.
Neben spannenden Einblicken in diese besonderen Lebensräume und den Herausforderungen ihres Schutzes entwickelten sich in der kleinen Runde auch angeregte Gespräche und Diskussionen. Dabei ging es unter anderem um die Frage, was Natur- und Kulturlandschaften unterscheidet und ob Landschaftspflege überhaupt notwendig ist.
Am Ende waren sich die Teilnehmenden einig: Landschaftspflege ist auf Amrum ein wichtiger Baustein, um wertvolle Offenlandbiotope wie Heide und Dünen zu erhalten und die Artenvielfalt zu fördern.
Mit Vorfreude auf die Heideführung am nächsten Tag verabschiedeten sich die Teilnehmenden.

Unterwegs in der Heide: Pflege mit besonderen Herausforderungen
Am nächsten Tag stand ein herbstlicher Spaziergang entlang des Tanenwais auf dem Programm. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung der Heide als Lebensraum, ihre Entstehungsgeschichte sowie ihre frühere Nutzung und heutige Pflege. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den verschiedenen Methoden der Heidepflege auf Amrum und den Herausforderungen, die ihre Umsetzung auf einer Insel mit sich bringt.
Ob Entkusseln mit dem Bagger oder von Hand, Plaggen, Schoppern oder Mahd – die Pflege der Heide erfordert häufig den Einsatz von Maschinen und geeignetem Gerät. Was auf dem Festland verfügbar ist, muss auf einer Insel jedoch mitunter erst beschafft und nach Amrum transportiert werden. Das kann die Kosten für die Pflege erheblich erhöhen. Umso wichtiger ist es, kreative Lösungen zu finden und vorhandene Möglichkeiten zu nutzen. Wie das gelingen kann, erklärte ein Reetdachdecker, der jedes Jahr Heidekraut mäht und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Amrumer Heidelandschaft leistet.
Gemeinsam anpacken für die Natur
Am Mittwoch und Freitag waren die Teilnehmenden selbst gefragt: Bei den Mitmachaktionen ging es Traubenkirschen mit Spaten und Ampferstechern an den Kragen. Dabei galt eine wichtige Regel: Traubenkirschen sollten möglichst vollständig samt Wurzel entfernt werden, um den erneuten Austrieb der Gehölze zu begrenzen.
Ob Kinder oder Erwachsene – die gemeinsame Arbeit machte Spaß, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Denn gerade bei der händischen Pflege lassen sich auch sehr kleine Gehölzkeimlinge zwischen den Heidepflanzen entfernen, die von Maschinen noch nicht erfasst werden können. So hilft der Einsatz vieler fleißiger Hände dabei, die Heide offenzuhalten und spätere, aufwendigere Maschineneinsätze zu reduzieren.

Galloway trifft Kreuzkröte: Ein Blick ins Dünentalprojekt
Besonders groß war das Interesse an der Führung zum Dünentalprojekt auf Amrum. Unter dem Motto „Galloway trifft Kreuzkröte“ kamen zahlreiche Interessierte zusammen, um mehr über das Projekt und seine Ziele zu erfahren. Auch eine anschließende Hofführung war Teil des Programms.
Bei Sonnenschein und Wind lief die Gruppe entlang des Weidezauns immer wieder mit den Augen in Richtung Dünen– vielleicht ließ sich ja eines der Gallowaysblicken. Doch neben den Tieren standen vor allem die Maßnahmen des Dünentalprojekts im Mittelpunkt. Sie sollen die Lebensräume der Kreuzkröte erhalten und verbessern. Auch der Moorfrosch profitiert von diesen Maßnahmen.
Im Anschluss wanderte die Gruppe gemeinsam zum Hof Martinen. Dort gab es einen Einblick in den landwirtschaftlichen Betrieb. Zum Abschluss bot sich die Gelegenheit, im Hofladen oder in der angeschlossenen Gastronomie bei einem wohlverdienten Mittagessen zu stärken.

Eine Woche, die Lust auf mehr macht
Alles in allem war die Themenwoche Landschaftspflege eine abwechslungsreiche Zeit voller neuer Eindrücke, spannender Erfahrungen und gemeinschaftlichen Engagements. Die verschiedenen Veranstaltungen zeigten, wie vielfältig Landschaftspflege ist und wie wichtig sie für den Erhalt der besonderen Natur Amrums bleibt.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die die Veranstaltungen vorbereitet, begleitet und ermöglicht haben – ebenso wie allen Teilnehmenden, die sich mit Interesse, Fragen und tatkräftigem Einsatz eingebracht haben.
Die Vorfreude auf eine weitere Themenwoche im kommenden Jahr ist bereits groß. Das Programm wird rechtzeitig im AmrumAktuell veröffentlicht.
Denn eines hat die Woche gezeigt: Der Schutz von Heide und Dünen lebt nicht nur von fachlichen Maßnahmen, sondern auch von Menschen, die sich mit Begeisterung für Amrums Landschaft einsetzen.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

