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Von einer noch engeren Kooperation der Schulen auf Föhr und Amrum profitieren die Schüler…

Nach einem ersten Informationsgespräch im September letzten Jahres, war der Schulleiter der Eilun Feer Skuul Carl Wögens mit seinem Oberstufenleiter Hark Steinert in der vergangenen Woche erneut in der Öömrang Skuul in Nebel zu Besuch. Dabei ging es um die Information über den zwischen der Eilun Feer Skuul und der Öömrang Skuul zu schließenden Kooperationsvertrag. Dieser wird die bereits bestehende Kooperation inhaltlich neu fassen, um so die Zusammenarbeit auszubauen und zu verstetigen.

Schulleiter Jörn Tadsen (re) und Mathias Hölck (hinten li) mit der Föhrer Delegation

Schulleiter Jörn Tadsen (re) und Mathias Hölck (hinten li) mit der Föhrer Delegation

Wie Schulleiter Jörn Tadsen erklärte, sei die Öömrang Skuul eine Grund- und Gemeinschaftsschule mit Förderzentrumsanteil, die aber keinen Oberstufenzug hat. Mit diesem Kooperationsvertrag würden die Schülerinnen und Schüler, die auf Amrum den Mittleren Schulabschluss (MSA) absolvieren und sich an der Oberstufe der Eilun Feer Skuul bewerben ein Anrecht auf einen Oberstufenplatz erhalten. Vorausgesetzt, sie erfüllen die Anforderung an den Notenschnitt. Dabei darf maximal in einem Fach die Note 4 im Abschlusszeugnis stehen. Ausnahmegründe müssen im Einzelfall vorgebracht und mit der Schulleitung erörtert werden.

Wie Schulleiter Jörn Tadsen berichtete, habe man bereits solch eine Kooperation mit der BS-Niebüll geschlossen. Ein weiterer Vorteil ist für die Schulabgänger, dass sie bei einer Aufnahme durch die Kooperationspartner, durchgängig über den Schulträger versichert sind.

Die zum Ende diesen Schuljahres abgehenden Schüler der Öömrang waren bei diesem Besuch besonders im Fokus der Besucher aus Wyk. Gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Dr. Sven Sturm sind die 15 Schülerinnen und Schüler Anfang Februar auf Föhr gewesen, um sich einen Eindruck von dem Gymnasium am Rebbelstieg zu machen. „Wir sind herzlich empfangen worden und die Rückmeldungen aus der Klasse waren durchweg positiv“, so Sturm. Die Abschlussklasse erlebte dabei eine gute Atmosphäre in der Wohngemeinschaft.

An der Eilun Feer Skuul können sich auch Absolventen mit nur einer Fremdsprache im MSA-Abschlusszeugnis bewerben. Als zweite Fremdsprache würde dann Latein oder Friesisch dazukommen, Französisch kann als weitergeführte Fremdsprache auch belegt werden. Die Schüler haben an allgemeinbildenden Gymnasien wie auf Föhr nur 4 Prüfungsfächer, an den beruflichen Gymnasien sind es deren 5. Dort werde man auch in Deutsch, Mathe und in einer Fremdsprache geprüft, am allgemeinbildenden Gymnasium kann man unter diesen drei Fächern zwei aussuchen.

Bei dem Besuch der Amrumer Zehntklässler auf Föhr galt es auch, das sogenannte „A-Heim“ zu besichtigen. Hierbei handelt es sich um eine vom „Förderverein für betreutes Wohnen Amrumer Schüler/innen auf Föhr e. V.“ bereits seit zwei Jahrzehnten angemietete Immobilie in der Stadt Wyk. Es werden 16 unterschiedlich große Zimmer angeboten, die einen bezahlbaren Wohnraum für die auf Föhr zur Schule gehenden Amrumer Schülerinnen und Schüler darstellen. Neben den von jeweils einer Person bewohnten Zimmer, die ihnen ihre Privatsphäre wart, gibt es zusätzliche Sozialräume, und wie der Vorsitzende des Vereins Helmut Drews betont, wird den Heranwachsenden eine zusätzliche Schnittstelle zwischen ihnen und der Schule angeboten. Karen Dwyer, die seit drei Jahren im Auftrag des Fördervereins im Amrum-Wohnheim mit Rat und Tat zur Seite steht, wird bei Problemen zudem von der Schulsozialarbeiterin Ute Lorenzen unterstützt. Eine Stärkung des Selbstbewusstseins und die Öffnung bei schulischen als auch privaten Problemen sind auch seitens der Schule zu beobachten. „Aus eigener Erfahrung an größeren Schuleinrichtungen kann ich sagen, dass durch die kleine Größe des Gymnasiums auf Föhr eine persönlichere Betreuung möglich ist“, wirbt Ute Lorenzen vom schulsozialpädagogischen Dienst.

Dabei galt es zudem, den durch unrühmliche Einzelmaßnahmen früherer Bewohner lädierten Ruf des A-Heims wieder in ein besseres Licht zu rücken. „Das ist mir durch intensive Betreuung und gemeinsame Aktionen, zu denen sowohl die Reinigung der Räume als auch Feierlichkeiten zu Weihnachten und der Schulentlassung gehören, gelungen“, berichtet Karen Dwyer. „Ich bin froh, dass wir zudem unsere gute Seele und Hausmeisterin Gerda Thomsen auf dem Gelände wohnen haben“, verdeutlicht Karen Dweyer das Konzept.

Im Mai letzten Jahres war die derzeitige neunte Klasse der Öömrang Skuul mit ihrem Klassenlehrer Mathias Hölck in Wyk und hatte sich vor Ort informiert. Ihnen bietet sich die bisher einmalige Chance, zum Schuljahr 2016/2017 als Klassenverband nach Wyk ans Gymnasium zu wechseln. Vorausgesetzt, es finden sich mindestens zehn bis fünfzehn Bewerber von Amrum und Föhr, die an der Eilun Feer Skuul ihr Abitur machen möchten. „Die Realschüler/innen von Amrum und Föhr wären also in diesem Jahrgang unter sich. Damit wäre die Möglichkeit verbunden, ein spezielles Angebot zu stricken, das auf die Bedürfnisse und Erfordernisse von Realschüler/innen mit deren gegenüber Gymnasiasten deutlich anderen Bildungsbiographie zugeschnitten ist“, wirbt Wögens. Intensives Lernen in einer Kleingruppe, angepasstes Lerntempo, solide Hinführung zum Abitur sind hierzu nach Angaben von Oberstufenleiter Steinert die zentralen Stichworte. Entsprechende Maßnahmen zur speziellen Begleitung der Klasse durch Fach- und Klassenlehrer wären inbegriffen.

„Wir haben für die Einführungsphase ein interessantes Kursangebot mit einigen Wahlmöglichkeiten auf die Beine gestellt, das wir mit den interessierten Schülern und deren Eltern gern abstimmen wollen“, wirbt Schulleiter Carl Wögens. Überhaupt möglich wird dieses Angebot durch die Rückkehr des Gymnasiums an der Eilun Feer Skuul zum G-9 Abitur. Für die 11. Klasse sind im Schuljahr 2016/17 ansonsten keine hauseigenen Gymnasiasten vorhanden. „Wir würden uns auch im Namen des Schulträgers, dem Amt Föhr-Amrum, sehr freuen, wenn wir dieses Angebot mit Leben füllen können, um den Heranwachsenden eine besondere Chance zu bieten und nicht zuletzt die Schulstandorte auf Föhr und Amrum zu stärken“, waren sich die Schulleiter einig.

 

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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