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Sonne und Regen- Konfirmationen auf Amrum…

So hatte es sich keiner vorgestellt. Regen, Regen, Regen und das am Tag der Konfirmation auf Amrum. Geschützt von Regenschirmen kamen die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Pastor Georg Hildebrandt traditionell den Hööwjaat herunter gelaufen.

Regen, Regen, Regen

Regen, Regen, Regen

Die bunten Regenschirme gaben der Szenerie einen farbenfrohen Ausdruck und die aufgeregten Konfirmanden strahlten auch mit Regentropfen vor dem Gesicht. Die Mädchen zogen natürlich in der schmuckvollen Friesentracht alle Blicke auf sich, doch standen die Jungs in ihren feinen Anzügen nicht weit dahinter.

Musikalisch wurden die Jugendlichen an ihrem Festtag von Kirchenmusikern Katharina Rau und Inken Rolfs begrüßt. Pastor Georg Hildebrandt hieß die Gemeinde, Familien, Freunde und ganz besonders “seine Konfis”, die Mädchen und Jungen, die er jetzt die letzten 1 1/2 Jahre begleitet hat, willkommen. “Gross seid ihr geworden, nicht nur körperlich gewachsen sondern strahlt ihr auch mehr Selbstbewusstsein aus”, so Pastor Hildebrandt.

Mit einer Geschichte aus seinem eigenen Leben, verdeutlichte der Pastor, dass es nicht immer richtig sei den einfachen und bequemen Weg zu gehen. Sondern der leichte Weg kann auch der verkehrte Weg sein: “Ihr müsst jetzt Euren eigenen Weg finden”, bestärkt er seine Konfirmanden. Gerade in der heutigen Zeit sei es nicht einfach diesen Weg für sich zu finden. Die äußeren Einflüsse sind stark und die Entscheidung oft nicht eindeutig zu fällen. In diesen Momenten ist es wichtig, Menschen zu haben, die einem helfen und “unter die Arme greifen”, motiviert Pastor Hildebrandt die Gemeinde, diesen Jugendlichen auf ihrem christlichen Weg zu helfen “Christen brauchen andere Christen”.

Die erste Konfirmationsgruppe...

Die erste Konfirmationsgruppe…

Nach der Tauferinnerung kam die feierliche Einsegnung. Einige Konfirmanden hatten sich Vertrauenspersonen gewünscht, die ihren Konfirmationsspruch verlasen und sich ihrer bei Fragen und Wünschen in den nächsten Jahren annehmen werden. Mit einem gemeinsamen Abendmahl wurde der Konfirmationsgottesdienst beendet und alle gingen ihrer Wege, jeder den seinen.

Am darauf folgenden Wochenende stand die zweite Konfirmation an und hier hatte Petrus ein Einsehen, es strahlte die Sonne. Mit einem sonnigen Lächeln im Gesicht kamen die sechs Mädchen und zwei Jungen zur Kirche. Musikalisch wurden sie von Katharina Rau an der Orgel, Mechthild Wrede an der Querflöte und Inken Rolfs am Fagott willkommen geheissen. Wieder war die St.Clemens Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt als Pastor Hildebrandt mit der Konfirmationgruppe die Kirche betrat. Mit den Worten aus einem Lied von Heinz Rudolf Kunze “Ich gehe meine eigenen Wege, ein Ende ist nicht abzusehen”, begrüßte er seine Schützlinge und die Gemeinde.

Die zweite Gruppe

Die zweite Gruppe

Auch an diesem Tag wies er seine Jugendlichen auf den richtigen Weg hin und untermalte seine Aussagen mit einem Witz und der daraus resultierenden Ernstigkeit, wenn sich etwas anders ergibt und zeigt als es in Wirklichkeit zu sein scheint. “Passt auf Illusionen und Täuschungen auf”, mahnt er die Mädchen und Jungen. Gerade die Gemeinschaft gebe halt und Sicherheit. Diese gewisse Sicherheit, die er besonders in seinen insgesamt zwanzig Jugendlichen gesehen hat. “Ihr seid füreinander da, steht füreinander ein und passt auf euch auf. Ihr seid gewachsen in den letzten Jahren, zusammen gewachsen als Gruppe. Leon und Jannek mit ihren körperlichen und geistigen Einschränkungen haben ihren festen Platz, in mitten von Euch und gegenseitig seid ihr füreinander da”, erzählt Pastor Hildebrandt berührt. Feierlich und mit hinein scheinender Sonne wurde nach der Einsegnung wieder ein gemeinsames Abendmahl gefeiert. “Anschließend geht ihr alle Eure Wege, doch ich würde mich freuen, wenn sich unsere Wege immer wieder kreuzen würden”, so Pastor Hildebrandt.

Ein ganzes Stück größer und selbstbewusster kamen sie aus der Kirche, um ihren Weg jetzt zu gehen.

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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.
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