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Adjis – tschüs! Thomas Chrobock geht…

Thomas Chrobock, Doktor der Biologie und bis Ende Juni Leiter des Naturzentrums vom Öömrang Ferian in Norddorf verlässt die Insel. Man merkt, wie traurig er ist. “Ich hatte hier einen Traumjob”, sagt der 40-Jährige. “Den hätte ich noch dreißig Jahre weiter gemacht.” Einen Tag vor seiner Abreise haben wir den Vormittag miteinander verbracht. Geklönt, fotografiert und seine vier Jahre auf der Insel Revue passieren lassen.

Nach vier Jahren jetzt tschüs Amrum: Thomas Chrobock

Nach vier Jahren jetzt tschüs Amrum: Thomas Chrobock

Weil alles schon in Kisten verpackt war, sind wir rüber gegangen in den “Strunluuker”, auf Schleichwegen und hintenrum, denn das Zuhause von Thomas Chrobock über dem Naturzentrum schließt unmittelbar an das Restaurant von Volker Vietmeier und Carola Prinzhorn an. Die beiden sind Thomas Chrobock und seiner Frau Jana Holtz zu sehr, sehr guten Freunden geworden. Der Ausblick vom Restaurant-Balkon aufs Wasser phantastisch, der Ausblick von Chrobocks Balkon auf die Norddorfer Marsch – ebenfalls phantastisch.

 

Eine Trauminsel mit Traumwohnung und Traumjob – trotzdem weg? “Wir haben die Entscheidung als Familie getroffen”, sagt Chrobock. Seine Frau ist Hörgeräteakustikmeisterin. Seit Anfang des Jahres arbeitete sie unter der Woche auf dem Festland in Niebüll. “Wenn die Kinder schon Dienstag fragen, wann Mama wieder kommt, dann ist das keine Frage, mit der man auf Dauer glücklich ist”, sagt Chrobock. Er liebt seinen Beruf, seine Frau auch – also auf zu neuen Ufern. Die liegen jetzt in Kleve am Niederrhein. Und tatsächlich genau an diesen Ufern beginnt auch Chrobocks neuer Job: Er kümmert sich zukünftig beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) um die Renaturierung der dortigen Flussauen. “Nun war das auch noch ein Schwerpunktthema meines Studiums”, sagt Chrobock. “Das passte schon gut.” Fünfzehn feste Mitarbeiter hat das neue Team. Auf den Austausch mit Fachkollegen freut er sich. Seine Frau Jana hatte auch sofort einen Job. Tochter Marla kommt in die Schule, für Henry konnten sie sich einen Kindergartenplatz aussuchen und die neue Wohnung hat Blick auf den Laubwald am Stadtrand.

Schöner Job I: Farbmarkieren einer jungen Kegelrobbe © Jan Leßmann

Schöner Job I: Farbmarkieren einer jungen Kegelrobbe
© Jan Leßmann

Chrobock hatte viele schöne Aufgaben in seinen Jahren auf der Insel: Ihm oblag die Betreuung der Schutzgebiete – von den Dünen bis ins Wattenmeer, bei der Möwenzählung war er immer mittendrin, und Seehunde und Kegelrobben gab es live und ganz nah. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat er die Kläranlage in Norddorf renaturiert, den Naturerlebnisraum rund ums Eisenzeitliche Haus bei der Vogelkoje mit weiterentwickelt und den Nationalpark-Infopavillon am Süddorfer Strand mit geplant.

Schöner Job II: Ein Wal(skelett) für Amrum © Thomas Chrobock

Schöner Job II: Ein Wal(skelett) für Amrum
© Thomas Chrobock

Das letzte, schöne, große Projekt wird er leider nicht mehr vollenden können: Den Pottwal für Amrum. Das engagierte Vorhaben, ein Walskelett ins ehemalige Einschwimmbecken des Naturzentrums zu holen und ihm eine tolle Ausstellung drum herum zu bauen, wird er an seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger abgeben. “Das tut mir wirklich richtig Leid”, sagt Chrobock. “Wenn man von der Zerlegung des Wals bis zur Mittelanwerbung dabei war, dann hätte man gern auch noch das fertige Projekt gesehen.”

 

Thomas Chrobock hat jahrelang auch für Amrum News geschrieben. Ein Job, den er gern und gut gemacht hat, und den er auch gern weitergeben würde. Denn natürlich wünscht sich das Team von Amrum News weiterhin eine kompetente Stimme aus dem Amrumer Naturzentrum.

Ein Schlusswort? Chrobock lacht vorsichtig und ist sichtbar froh, dass man nur mit dem Block wedelt und ihm kein Mikrofon unter die Nase hält. “Ich bedanke mich bei allen, mit denen ich gearbeitet habe. Es ist eine schöne Insel, es war eine tolle Zeit, die Erfahrung will ich nicht missen. Wir kommen wieder. Das haben wir uns und unseren Freunden hier versprochen.”

Thomas, Jana, Marla und Henry … alles Gute, Glück, Gesundheit und viel Spaß auf dem großen, weiten Festland. Ihr habt hier immer einen Platz bei uns!

 

 

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Über Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.
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