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Rabimmel, Rabammel, Rabumm…


Wenn die Herbstferien vorüber sind, kehrt Ruhe ein auf Amrum und es beginnt die Zeit des Laternelaufens. In diesem Jahr konnten die Kinder an drei herrlich klaren, kalten Novemberabenden hintereinander Laterne gehen: mit den Flenerk Jongen, mit den Büten Jongen und mit der Sankt Clemens Gemeinde.

Mittwochabend in Nebel. Vor dem Inselkindergarten leuchtet der große Kürbiskopf stimmungsvoll mit den vielen Laternen der Flenerk Jongen um die Wette: große, kleine, selbst gebastelte, gekaufte – Tiere, Sonnen alles da. Der Posaunenchor lässt zur Einstimmung Laternenlieder erklingen und dann geht’s los. Langsam setzt sich der bunte Zug auf dem Feldweg in Richtung Leuchtturm in Bewegung, der Dämmerung entgegen. „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir…“ Es geht durchs Dorf und dann zurück in den Kindergarten, wo Klein und Groß zum Abschluss Kakao und eine kleine Stärkung erwarten.

Schönes Bild...
Schönes Bild…

Donnerstagabend. Kurz vor Einbruch der Dämmerung. Die Büten Jongen treffen sich wie verabredet auf dem großen Parkplatz in Norddorf. Den Teerweg an den Dünen entlang, auf dem Bohlenweg in den Wald, geht es in diesem Jahr zum nächtlichen Picknick in den Kuckuckswald. Es sind viele kleine Kinder dabei und sie kennen dieses Plätzchen schon bei Tage. Wie aufregend muss es im Dunkeln sein! Herbst- und Laternenlieder wurden gelernt und erklingen in der Dämmerung. Neue Laternen wurden gebastelt und die schönsten vom Vorjahr wieder hervorgeholt; ziehen jetzt durch Wald und Dünen, erleuchten später die Dunkelheit und werfen ein magisches Licht auf ein leckeres, unglaublich reichhaltiges Picknick da draußen im Freien.

Freitagabend. Sankt Martinstag. Es wird schon dunkel, als sich die Eltern, Großeltern und Kinder mit ihren Laternen zum Martinsumzug vor der Sankt Clemens Kirche in Nebel einfinden. Angeführt von Pastor Georg Hildebrandt geht der Umzug von der protestantischen Kirche durchs Dorf zum Gemeindehaus und erinnert an Sankt Martin, den heilig gesprochenen Bischoff von Tours, der am 11. November 397 zu Grabe getragen wurde.

Die Legende von St. Martin und dem Bettler
Die Legende von St. Martin und dem Bettler

Höhepunkt des Umzugs ist traditionell die Legende vom jungen römischen Soldaten Martin, der einst an einem frierenden, hungernden Bettler vorbei geritten sein soll und ihm aus Mitleid die Hälfte seines Mantels schenkte. Nachdem der Bettler ihm nachts im Traum als Gottes Sohn erschienen war, ließ er sich taufen und wurde später Bischoff von Tours. Auf dem Platz zwischen Hotel Friedrichs und Kaufhaus Bendixen spielt der Posaunenchor, es wird gesungen und die Geschichte vom heiligen Martin nachgespielt, der hier sogar noch ein Pony dazu bekommt, mit dem er wegreiten kann. Es ist ein kalter Wintertag, trocken und windstill, im Sankt Clemens Hüs locken warmer Kakao und Brötchen zum Abschied.

Wer jetzt durch Wittdün läuft, kann an der Inselstraße schon die frisch geschlagenen Weihnachtsbäumchen auf ihre Adventslichter warten sehen…

 

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About Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.

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