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Ziehen wir in den Frieden und nicht in den Krieg

Zum Gedenken an die Kriegsgefallenen und Kriegsleidenden aller Kriege, kamen die Gemeindemitglieder und Gemeindevertreter der Insel Amrum in der St.Clemens Kirche zusammen. Pastorin Martje Brandt begrüßte sie und fragte „Wer schützt den Menschen vor dem größten Feind?- vor sich selbst?” Sie sprach von dem Urinstinkt der scheinbar immer noch in uns poche -Angriff oder Flucht-, “doch sind nicht über die Zeit soviel Schichten dazu gekommen: Wärme, Freundschaft, Gefühl, Liebe und Geborgenheit?! Das Herz und Hirn zusammen zu bringen und ganz Mensch sein, sei so wichtig.” Sie erzählte von den kleinen-großen Heldentaten, die helfen über die Kriegszeiten und das Gedenken daran hinweg zu kommen. Die Geschichte von einem Kriegsgefangenen, der in seiner Gefangenschaft eine Veränderung der Gefühle bei sich selbst und dem Feinde bemerkt und sieht, daß in jedem von uns mehr steckt: Das der Friede aus einem heraus wachsen kann. „Wir haben es in uns. Möge der Friede aus Menschen, Menschen werden lassen”, mit diesen Worten von Pastorin Martje Brandt ging es in die Sonne hinaus zum Ehrenmal der Kriegsgefallenen, wo stellvertretende Bürgermeisterin Carmen Klein die passenden Worte fand: „Welche Worte soll ich wählen als jemand, der die Schrecken des Krieges glücklicherweise nur vom Erzählen her kennt. Für den diese Zeit lange her ist und der vieles nur aus Geschichtsbüchern weiß. Einer Generation entsprungen, die im Frieden und Wohlstand aufgewachsen ist. Dieser Tag ist ein Tag der Mahnung, aber auch ein Tag der Versöhnung, Verständigung  und des Friedens. Heute trauern wir nicht nur um die Menschen, die ihr Leben lassen mussten, sondern auch um den Frieden, der uns mehr und mehr abhanden zu kommen scheint.” Carmen Klein bildet die Brücke von der lange her zu scheinenden Zeit, zu der im Jetzt und Hier. In einer Zeit, in der es Rassismus, Antisemitismus, Hass, Angst und Gewalt immer noch gibt. „Hat man denn immer noch nichts aus den Schrecken der Vergangenheit gelernt?”, fragt sie und mahnt, “daß es um so wichtiger sei immer wieder daran zu erinnern, gerade jetzt, gerade heute, daß die Gewalt nicht herrschen darf. Ziehen wir in den Frieden und nicht in den Krieg.”

Bürgermeister Cornelius Bendixen, Christoph Decker, Carmen Klein und Pastorin Brandt auf dem Weg zur Kranzniederlegung

Mit diesen Worten legten Nebels Bürgermeister Cornelius Bendixen und Norddorfs Bürgermeister Christoph Decker den Ehrenkranz nieder und die Blaskapelle untermalte musikalisch diesen ehrenvollen Moment.

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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.
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