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Kleine Farbmagiere stellen aus

Mit drei Ausstellungseröffnungen an den nächsten beiden Sonntagen neigt sich das Kunstvermittlungsprojekt „Emil Nolde & der Inselkindergarten“ seinem Ende zu. Die Malphasen des engagierten Projekts zwischen dem Museum Kunst der Westküste und dem Amrumer Kindergarten sind bereits abgeschlossen. Ab kommendem Sonntag wird ein Teil der Kinder-Bilder in einer Doppelausstellung auch auf Amrum zu sehen sein – im Norddorfer Gemeindehaus ab 13:30 Uhr und im Hotel Hüttmann ab 15:00 Uhr.

Die dritte Vernissage ist am darauf folgenden Sonntag in Alkersum auf Föhr, wo im MKDW parallel zur Ausstellung „Emil Nolde und das Meer“ weitere Bilder der Amrumer Kinder präsentiert werden.

Das Projekt hatte mit einem ersten Workshop im Amrumer Kindergarten begonnen (Amrum News berichtete: „Farbe!“) und wurde mit zwei Workshop-Phasen im Museum Kunst der Westküste fortgesetzt. Hier führte das Museumsteam – Sylvia Haumersen, Klara Scheuren und Jule Bauder – die Kinder altersgemäß an den Künstler Emil Nolde, seine Motive, Farben und unterschiedlichen Maltechniken heran.

Amrum News hat alle Kindergartengruppen von September bis November auf ihren Exkursionen nach Alkersum begleitet und schaute mit der Kamera zu, wie die drei bis sechs-jährigen „Gänseblümchen“, „Löwenzähne“, „ Ringelblumen“ und „Bütjen Jongen“ in das Reich der Farben eintauchten. Die Kinder waren vom Raumerlebnis im Museum, vom Maler Emil Nolde und dessen Meeresansichten tief beeindruckt und ließen sich von deren expressiver Farbmagie in den Bann ziehen.

Befragt nach ihren Lieblingsbildern, fanden viele Kinder den „Himmel so schön“. Ihnen gefielen die Wolken, das viele Blau, Schwarz, Weiß, Lila, Rot, Gelb, Braun, die großen Wellen, dass Schiffe darauf sind oder dass das Bild bunt ist.

Hatten die Kinder in der Einführungsphase auf Amrum einige Motive Noldes ohne Kenntnis der Originale farblich frei gestaltet, fertigten sie nun unmittelbar vor den Originalen ihre Skizzen an, konnten vergleichen und sich in der Malwerkstatt des Museums mit kräftigen Tempera-Farben an der Staffelei erproben. „Ich bin jetzt ein richtiger Maler geworden. Jetzt kann ich bunt malen wie ich will“, sagte Myrta (4 Jahre) stolz, als sie ihr Bild beendet hatte.

In der Werkstattphase für Fortgeschrittene lernten die Vorschulkinder die beiden Aquarell-Techniken „nass in trocken“ und „nass in nass“. „Hä, da ist ja nur Wasser auf dem Pinsel“, wunderten sie sich zunächst und staunten mit offenem Mund, als die ersten Farbtropfen auf dem nassen Papier „explodierten“, ineinander verliefen und weiter „arbeiteten“ – so lange, bis sie vollkommen getrocknet waren. Vier der individuellen Aquarelle werden auf Amrum ausgestellt: „Bunte Farben Regenbogen“ von Jette (6 Jahre), „Meine Dino-Welt“ von Frederick (5 Jahre), „Mein Pferd“ von Oliver (5 Jahre) und „Shihua“ von Linn (6 Jahre).
Lassen Sie sich überraschen, wie die Amrumer Kinder zwischen drei und sechs Jahren Emil Nolde „sehen“. Ab Sonntag im Norddorfer Gemeindehaus und im Hotel Hüttmann.

Unsere Fotogalerie gewährt Ihnen einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess der Bilder. Sie werden erstaunt sein, mit welch’ großer Konzentration die Kinder kreativ gearbeitet haben und wieviel Freude die Kunst sogar schon den ganz Kleinen bereitet.

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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