Astrid Damerow besucht Amrum


Astrid Damerow

Im Rahmen ihrer Wahlkampagne für die kommende Bundestagswahl am 26.September besuchte Astrid Damerow auch die Insel Amrum, um der Bevölkerung und den anwesenden Gästen das Wahlprogram der CDU und auch ihre persönlichen Wahlkampfziele zu erläutern. Astrid Damerow ist seit September 2017 im Deutschen Bundestag vertreten und arbeitet für die CDU in verschiedenen Ausschüssen mit, unter anderem als stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Touristik, als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und als Mitglied im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung.  Von 2009 bis 2017 war sie Mitglied des Landtages Schleswig-Holstein und war auch ab 2003 in der Gemeindepolitik sowie als Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion in der Kommunalpolitik aktiv.  Astrid Damerow steht an 2.Stelle der Schleswig-Holsteinischen Landesliste für die CDU und tritt als Kandidatin für den Wahlkreis 2 (Kreis Nordfriesland sowie die nördliche Hälfte des Kreises Dithmarschen) für die kommende Bundestagswahl an.

Während ihres Besuches auf Amrum stellte sich Astrid Damerow den Fragen von Amrum News:

Frau Damerow, in ihrem Flyer zur Bundestagswahl schreiben sie unter anderem, dass sie sich für weitere Investitionen in die Infrastruktur der Straßen, Schienen und Häfen einsetzten wollen. Man konnte gerade in der Presse lesen, dass in Schleswig-Holstein nur 29% des Schienenverkehrs elektrifiziert sind (Bundesdurchschnitt 60%) und das in vielen anderen Bundesländern erheblich höhere Summen für den Straßenbau ausgegeben werden. Wieso hängt Schleswig-Holstein so weit hinterher?

Astrid Damerow: Sobald die Verkehrsprojekte fertig sind, stehen auch entsprechende Bundesgelder bereit. Leider legt Schleswig-Holstein nicht so richtig los und die Projektbearbeitung dauert häufig sehr lange. Was umsetzungsfähig ist, wird auch umgesetzt, siehe Ausbau B5 oder die geplante Elektrifizierung der Bahntrasse von Hamburg nach Westerland.

Sie wollen sich auch für eine Weiterentwicklung und Stärkung eines nachhaltigen Tourismus einsetzten. Die Inseln sind voll im Sommer, es gibt vielerorts große Probleme in der Gastronomie und auch im Service/Putz Bereich genügend Personal zu bekommen – was kann man dagegen tun?

Hinsichtlich des nachhaltigen Tourismus sind die verschiedenen Konzepte für die Ortsentwicklung der einzelnen Gemeinden auf einem guten Weg. Höher, schöner, weiter steht nicht unbedingt im Vordergrund, sondern es geht vielfach um Qualitätsverbesserung und mehr Nachhaltigkeit. Der Arbeitsmarkt sollte die Personalknappheit regeln können und bei der Bereitstellung von Wohnraum für Personal sind die Kommunen und vor allen Dingen auch private Initiativen gefragt.

Ein flächendeckendes Angebot medizinischer Grundversorgung und Pflege ist ein weiterer Punkt, für den sie sich einsetzen wollen – warum dauert es beispielsweise oft sehr lange, einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen.

Es müssen sicher mehr Fachärzte ausgebildet werden und auch eine Zulassung erhalten. Für die ländlichen Bereiche müssen die Gemeinden mehr finanzielle Unterstützung bekommen, um es für Mediziner attraktiver zu machen, sich auch in ländlichen Räumen niederzulassen. Dieses gilt auch für die finanzielle Unterstützung von lokalen Ärztezentren.

Die CDU war in den vergangenen Jahrzehnten in der Regierungsverantwortung. In ihrem Wahlprogram für 2021 stehen Themen, bei denen man sich fragt, warum diese erst jetzt angegangen werden sollen und nicht schon in den vergangenen Legislaturperioden umgesetzt wurden.

  1. Wachstum und Wohlstand – Dafür werden wir Unternehmen von Bürokratie und Fesseln befreien, ….

Es wird heutzutage sehr viel geklagt und neue Richtlinien/Gesetzte müssen rechtssicher sein. Das führt zuweilen dazu, dass neue Gesetzte sehr kompliziert anmuten.

Die Corona – Krise hat uns sicherlich gezeigt, dass wir aufgrund vieler bürokratischer Hemmnisse in einigen Bereichen viel zu langsam sind, hier muss einiges überprüft werden. Wir haben über EU -Richtlinien viele Gesetzte und Richtlinien hinzubekommen. Es gibt die Regel, dass alle neuen Richtlinien nach 5 Jahren auf ihre Funktion überprüft werden sollten, das müssen wir vielleicht intensiver verfolgen.

Wir müssen vielleicht zukünftig für heute sehr zeitaufwendige Planungsverfahren Stichtage festlegen, bis wann die Untersuchungen abgeschlossen sein müssen.  Auch bei Anfragen an Behörden sollte ein Zeitfenster, zum Beispiel 4 Wochen, gelten, bis wann sich eine Behörde geäußert haben muss, ansonsten gilt das Recht für den Nachfragenden. Es gibt sicher zahlreiche Möglichkeiten, Verfahren zu beschleunigen.

  1. Klimaschutz und Wachstum – das Ziel der CDU ist es, dass Deutschland ein klimaneutrales Industrieland wird. Ist es ausreichend erst 2045 Klimaneutral zu sein?

Früher wäre natürlich schöner, wir brauchen jedoch Zeit, um die großen Aufgaben zu lösen.

Warum gibt es zurzeit keine Impfpflicht für Corona-Impfungen, müsste die Gesetztes Lage entsprechend geändert werden?

Das ist ein Thema, welches ich auch sehr kontrovers in meiner Familie diskutiere. Grundsätzlich sollte alles getan werden, um die Bürger vor einer Ansteckung zu schützen. Ich bin im Moment nicht dafür, eine Impfpflicht einzuführen, da ich immer noch hoffe, dass sich ein großer Teil, der zurzeit noch Nichtgeimpften überzeugen lässt, eine Impfung vorzunehmen.

Was ist ihnen bei Ihrem Besuch auf Amrum und bei den Gesprächen mit den Einheimischen und Urlaubern aufgefallen?

Die Amrumer Gemeinden sind sehr umtriebig, es hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan. Man versucht mit der Zeit zu gehen und durch mutige Entscheidungen die Insel zukunftsfähig zu machen. Amrum ist auf einem guten Weg.

Vielen Dank Frau Damerow

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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