Amrum erzählt – Sagen, Geschichten, Düntjes und wahre Begebenheiten …


Viele „Alte“ von Amrum sind verstorben, Zeitzeugen aus der vergangenen Zeit gibt es kaum noch und alles was bis heute noch nicht niedergeschrieben bzw. aufgearbeitet wurde ist dann für alle Zeit verloren.
Über Generationen hinweg wurden die alten Geschichten weitergegeben, dass ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr so. In früherer Zeit hatten die Insulaner mehr Zeit und sie trafen sich beim Klönschnack oder Hualewjonken, einem Treffen bei Teepunsch oder Grog.

Da wurden die mündlichen Überlieferungen wieder aufgefrischt. Dabei ging es z.B. um uralte Sagen. Um Geschichten und Anekdoten mit realem Grund – die vom Erzähler etwas aufgepeppt wurden – ohne aber die Hauptsache zu entfremden. Dies alles zeigt wie man damals auf der Insel lebte.
Schon 1966 und 1979 brachten Georg und Jens Quedens Bücher mit Erzählungen der Amrumer heraus.

Danach hat Georg Quedens weiterhin von den „alten“ Amrumern so Einiges aus der guten alten Zeit erfahren können und dieses niedergeschrieben.
Von den Alten und den Amrumer Originalen lebt heute keiner mehr und damit werden auch keine Geschichten von ganz früher mehr erzählt.
Es wird u.a. berichtet über Strandgänger, Strandvögte und Strandräuber, wie der Name Amrum entstand, über Porzellanhunde, über das „erste“ Hotel, man erfährt auch in diesem Buch warum Wittdün einst drei Kapellen hatte und warum es auf Amrum jahrhundertelang einen Frauenüberschuss gab …

“Hualewjonken” heißt in genauer Übersetzung “Halbdunkel”, die Dämmerstunde, und meint eine Zeit, als die älteren Insulaner – vor allem im Winter – zusammenkamen, um aus dem Inselleben zu erzählen. Die weitgereisten Seefahrer konnten dabei mit aufregenden Geschichten aufwarten, aber auch die Ereignisse auf der Insel und von den Dorfbewohnern wurden immer wieder erzählt und blieben so über Generationen im Bewusstsein der Bevölkerung. Denn unter den Tischen oder hinter den Sofas versteckt lauerten wir Dorfkinder auf die Erzählungen der “Alten”. Dabei war längst nicht jeder von Pfeifen- und Zigarrenqualm begleitete Redebeitrag “jugendfrei” und druckfähig. Einige fehlen in diesem Buch, sind aber natürlich im Archiv des Verfassers “für die Ewigkeit” aufbewahrt.

Georg Quedens: Amrum erzählt – Sagen, Geschichten, Düntjes und wahre Begebenheiten, Verlag Jens Quedens, Amrum 2020/21, ISBN 978-3-943307-24-5, 13,90 Euro.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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