Umfangreiche Sanierung des Norddorfer Regen- und Abwasserkanalnetzes …

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Gemeinde Norddorf

Im Vorfeld zur letzten Gemeinderatssitzung fand im Gemeindehaus Norddorf eine Informationsveranstaltung zur geplanten Regenwasser- Kanalsanierung für das Gemeindegebiet statt. Bürgermeister Christoph Decker sowie Mitarbeiter vom Bauamt Föhr-Amrum stellten die Maßnahmen vor und beantworteten Fragen zu den geplanten Baumaßnahmen. In den vergangenen Monaten kam es im Gemeindegebiet in einigen Bereichen zu Oberflächenabsenkungen und sogar gefährlichen Löchern aufgrund von Beschädigungen im Regenwasser Kanalnetz. Eine Inspektion des Kanalnetztes ergab erhebliche Mängel, bis hin zu nicht mehr vorhandenen Rohrleitungen. Da das Regenwasser teilweise unkontrolliert versickerte kam es sogar zu Unterspülungen. Weiterhin wurde festgestellt, dass es eine größere Anzahl von privaten Einleitungen gibt, für die keine Genehmigung vorliegt. Insgesamt wurden bisher 16 Einleitungen gefunden, die nicht bekannt waren.  Grundsätzlich soll die Regenwasserversickerung auf dem eigenen Grundstück durchgeführt werden.

Defekte Regenwasser Rohre in Norddorf

Das gemeindeeigene Regenwasserkanalnetz ist nur für die Entwässerung der Gemeindestrassen ausgelegt. Anwohner von bereits bekannten unerlaubten Einleitungen sind darüber informiert worden, dass sie zukünftig für eine eigene Versickerung auf ihrem Grundstück sorgen müssen. Es wird erwartet, dass bei den Sanierungsarbeiten noch weitere „Fremdanschlüsse“ gefunden werden. Betroffene Grundstückseigentümer sollten sich rechtzeitig mit entsprechenden Baufirmen in Verbindung setzten, um zeitnah eine Verrieselungsmöglichkeit auf dem eigenen Grundstück herzustellen.

Nach der neuen Satzung über die Niederschlagswasserbeseitigung der Gemeinde Norddorf (gültig ab 1.1.2022) überträgt die Gemeinde den Eigentümern von Grundstücken die Pflicht zur Beseitigung des Niederschlagswassers auf dem eigenen Grundstück. Die für die Versickerung oder Verrieselung erforderlichen Flächen mit ausreichender Versickerungsfähigkeit sind vom Grundstückseigentümer vorzuhalten und auf Anforderung nachzuweisen. „Jeder Hausbesitzer sollte sich Gedanken darüber machen, wo das Regenwasser auf seinem Grundstück hinfließt“, so Bürgermeister Christoph Decker. Sollte auf einem Grundstück kein Platz für eine Versickerung vorhanden sein, kann dieses auf Antrag auch auf gemeindeeigenen Boden durchgeführt werden.

Norddorfs Bürgermeister Christoph Decker

Die Regenwasserkanalsanierung läuft parallel zur Abwasserkanalsanierung und in Bereichen, in denen beide Kanalsysteme betroffen sind, werden die Bauarbeiten koordiniert, um nicht zweimal die Straße aufzubaggern. Beide Kanalsysteme werden im gesamten Halemwai sowie fortlaufend im Henersshuugh bis zum Strunwai saniert. In diesem Bereich wird vorab die komplette Asphaltdecke entfernt.  In 50 – 100 Meter Schritten wird dann die Straße aufgebaggert, die entsprechenden Rohre ausgetauscht und die Straße mit Lehmkies wieder befahrbar gemacht. Abschließend wird dann in einem Arbeitsgang im gesamten Bereich der Asphalt neu aufgebracht. In nahezu dem gesamten Strunwai wird nur das Regenwasserkanalnetz erneuert, auch hier muss der Straßenbelag geöffnet werden, wenn auch schmaler, da nur eine Leitung betroffen ist. Es wird immer in kleineren Bauabschnitten gearbeitet, der Strunwai bleibt während der Arbeiten benutzbar.  Der Fleeghamwai ist zwischen dem Strunwai und dem Miadwai betroffen, es werden sowohl das Regenwasser Kanalsystem wie auch die Abwasserrohre erneuert.

Die Kosten für beide Maßnahmen belaufen sich auf etwa 1.6 Mio. EUR. Die Arbeiten werden am 24.1.2022 beginnen und sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.

In einigen Bereichen plant auch die Lünecom Leerrohre für neue Glasfaserkabel zu verlegen. Diese Arbeiten werden mit den Kanalsanierungsarbeiten abgestimmt, damit die Straßenoberfläche nicht nochmals geöffnet werden muss.

Ähnlich wie die Gemeinden Nebel und Wittdün beschloss auch Norddorf eine Änderung der Satzung zur Erhebung der Zweitwohnsteuer. Aufgrund eines Gerichtsurteils des Verwaltungsgerichtes Schleswig-Holstein unterliegt eine Zweitwohnung nicht der Zweitwohnungssteuer, wenn die Zweitwohnung von einem Ehepartner dauerhaft beruflich genutzt wird.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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