Jahresbericht der Versorgungsbetriebe Amrum


Die Kläranlage in Wittdün

In den Versorgungsbetrieben Amrum haben sich die drei Amrumer Gemeinden vor Jahren zu einem gemeinsamen Kommunalunternehmen zusammengeschlossen. Aufgabe der Versorgungsbetriebe ist die Versorgung der Insel mit Wasser, der Betrieb der Häfen Wittdün und Steenodde, die Beseitigung des Abwassers in den Gemeinden Nebel, Norddorf und Wittdün, die Sicherung der Kraftstoffversorgung für die Insel Amrum sowie die Betreuung des Denkmals “Leuchtturm Amrum”.

In einem eigenen Wasserwerk wird die gesamte Insel mit Wasser aus einer großen Wasserblase versorgt. Neben dem kompletten Abwassernetz von Amrum betreiben die Versorgungsbetriebe auch die beiden Kläranlagen in Wittdün und Nebel. Mit der reibungslosen Funktion der Hafenanlagen am Fähranleger in Wittdün sowie dem Betrieb der Inseltankstelle in Süddorf kommt den Versorgungsbetrieben eine Schlüsselrolle in der Versorgung der Insel Amrum zu.

Der Vorstand der Versorgungsbetriebe Amrum, Christoph Hagenbruch, gab auf der letzten Sitzung des Verwaltungsrates eine Übersicht über die Nutzung der Hafenanlagen sowie des Wasserverbrauches des vergangenen Jahres.

Die Hafenanlagen in Wittdün werden auch von den Versorgungsbetrieben Amrum betrieben

Die Fähren der Wyker Dampfschiffsreederei transportierten im Jahr 2021 fast 240.000 Personen auf die Insel Amrum, das sind zwar 10% mehr als im Geschäftsjahr 2020, aber immer noch fast 20% weniger als im Nicht-Corona Jahr 2019.  Beim PKW-Transport legte die Anzahl der auf die Insel transportierten Fahrzeuge gegenüber dem Jahr 2020 um 18% und etwa 10% gegenüber 2019 zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa 37.000 PKW nach Amrum transportiert. Dieses ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Urlaubsgäste aufgrund der Corona Pandemie vermehrt mit dem eigenen PKW angereist sind. Aber auch die Einheimischen nutzten im Jahr 2021 öfter als im Jahr 2020 ihren PKW, um aufs Festland zu reisen. Mit etwa 9000 einheimischen Überfahrten stieg die Zahl auf etwa 10% über dem vergangenen Jahr, war aber sonst vergleichbar mit den Jahren ohne Corona.

Mit dem Beginn des „Drehkreuzes Wittdün“ stieg im Jahr 2019 die Anzahl der Ausflugsgäste um etwa 30% auf 87.000 an. 2020 gab es dann durch den Lockdown einen drastischen Rückgang um 30%, der sich im vergangenen Jahr wieder etwas erholte (etwa 10% unter den Zahlen vom Jahr 2019). Bei dem Frachtumschlag im Hafen Steenodde wurden im Jahr 2021 nur noch 1449 t Fracht umgeschlagen, das sind fast 40% weniger als 2019.

Der Wasserverbrauch sank im vergangenen Jahr um 7% auf etwa 340.000 m3.

Der Wirtschaftsplan für die Versorgungsbetriebe für das Haushaltsjahr 2022 sieht bei Erträgen von 3.622.000 EUR und Aufwendungen von 3.498.100 EUR einen Jahresgewinn von 123.900 EUR vor.  Bei geplanten Investitionen in einer Höhe von 2.208.000 EUR ist der größte Posten die Sanierung des Abwasserkanalnetzes mit fast 1.5 Mio. EUR. Für eine Studie zu einer möglichen Zusammenlegung der beiden Kläranlagen Nebel und Wittdün sind 25.000 EUR vorgesehen.  Im Bereich der Wasserversorgung werden die Untersuchungen für einen weiteren zusätzlichen Wasserbrunnen (Brunnen 8) sowie ein intensiveres Netzmonitoring zur Reduzierung der doch recht hohen Wasserverluste (etwa 12,5 %) eingeplant.

Gemeinsam mit dem Amrumer Yachtclub und dem WSA (Wasser- und Schifffahrtsamt) haben die Versorgungsbetriebe die Studienarbeit eines Studenten der TU Hamburg, Institut für Wasserbau, Prof. Fröhle, unterstützt. In dieser Arbeit untersuchte der Student Kyrell Schwede die Sedimentablagerungen im Bereich der Wittdüner Bucht. Die Thematik wurde analysiert und alle Daten und vorhandenen übergeordneten Berechnungsmodelle zusammengestellt. Der  Gesamtsedimenteintrag in den einzelnen Häfen wurde mit Hilfe der Baggermengen der vergangenen Jahre errechnet. In der dieser Studienarbeit folgenden Masterarbeit wird nun ein Berechnungsmodel erstellt, welches die Möglichkeit bieten soll, den Einfluss baulicher Maßnahmen auf die Sedimentablagerung darzustellen. Bevor viel Geld für eventuelle Verbesserungsmaßnahmen ausgegeben wird, ist es möglich, die Auswirkungen von baulichen Veränderungen zu simulieren und vorherzusagen. Der Amrumer Yachtclub, das WSA und auch die Versorgungsbetriebe müssen jährlich hohe Summen aufwenden, um die Sedimentablagerungen in den Hafenanlagen auszubaggern, damit die Häfen nutzbar bleiben. In diesem Frühjahr werden weitere Strömungs-Messungen durchgeführt und erste Ergebnisse sind für den Herbst dieses Jahres geplant.

 

 

 

 

 

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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