Fünf Wochen hat die „HEGEMANN II“ gebaggert …


Hegemann II vor Wittdün im Einsatz

Tagsüber war die „HEGEMANN II“ insgesamt knapp 5 Wochen vor Dagebüll und auch kurz vor Wittdün täglich bis zu 16 Stunden im Einsatz. Am 9. Juni wurde der Einsatz beendet und man machte sich auf dem Weg nach Emden.

Der gewünschte tideunabhängige Fährbetrieb war schon seit längerer Zeit kaum noch möglich, dass Fahrwasser hatte sogar bei normaler Ebbe für die Fährschiffe keine gefahrlose Wassertiefe mehr. Bei Ostwind ist schon mal weniger Wasser da, dass kennen die Insulaner, aber das ohne Ostwind bei Niedrigwasser kein Durchkommen mehr war, das gab es seit 1971 nicht mehr. Es fehlte sogar die „Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und so mussten immer öfters die Schiffe im Fährhafen auf mehr Wasser warten, dass immer wieder den Fahrplan durcheinander wirbelte und Fahrgäste ihre lang geplanten Termine nicht wahrnehmen konnten. Ein nicht tragbarer Zustand! Nicht auszudenken wenn diese angespannte Lage zu den Hauptferienzeiten angehalten hätte.

Herbst- und Winterstürme hatten immer wieder die Fahrwasserpflege zur Aufrechterhaltung der Befahrbarkeit der Wasserstraße unterbrochen, so dass bis zum geplanten Ende nicht die erforderliche Wassertiefe erreicht wurde.

Laute Hilferufe von allen Seiten wurden offenbar erhört, denn am 9. Mai traf ein „richtiger“ Saugbagger in Dagebüll ein und begann kurz darauf mit den Baggerarbeiten. Fast fünf Wochen lang zog die „HEGEMANN II“ tagtäglich ihre Bahnen um die erforderliche Wassertiefe im Fahrwasser vor Dagebüll wieder herzustellen. Nach den Ausbaggerungsmaßnahmen wurde zuletzt der Meeresboden mit dem Injektionsverfahren geglättet. Der eingesetzte Saugbagger kann für beide Verfahren eingesetzt werden.

Für knapp eine Woche war das Schiff auch im Amrumer Hafen und im Fahrwasser zwischen Fähranleger und Seezeichenhafen zu Werke.

Zunächst einmal ist die Befahrbarkeit der Bundeswasserschifffahrtsstraßen wieder hergestellt.

„Die Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Stellen habe hervorragend und unkompliziert geklappt“, so Betriebsleiter der W.D.R. Nick Obert. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) zeigt sich zufrieden mit den abgeschlossenen Baggerungsmaßnahmen. „,Das Baggern hat was gebracht, wir kommen jetzt wieder ohne aufzusetzen durch“, so Obert weiter.

Die Umgestaltungen der Abfahrtzeiten in den letzten Monaten mangels Wasser waren für die Reederei zeitaufwendig und die Fahrgäste waren verständlicherweise sehr unzufrieden. Nun heißt es erst einmal wieder „Alle Fähren fahren fahrplanmäßig!“.

Es bleibt abzuwarten wie lange diese Maßnahme vorhält und ob eventuell bereits im Herbst/Winter wieder gebaggert werden muss. Die Fahrwasser sind häufigen Veränderungen unterworfen. Es hat sich aber gezeigt, dass nur mit dem Injektionsverfahren keine tideunabhängige Befahrbarkeit zu gewährleisteten ist. Bleibt zu hoffen das man nun gelernt hat und in Zukunft das richtige Arbeitsgerät einsetzt.

Ein Mitarbeiter des WSA Elbe-Nordsee in Tönning betonte in einem Gespräch mit Amrum News, dass es sich bei dem Fahrwasser vor Dagebüll um ein tideabhängiges Gewässer handele, ein reibungsloser Fährbetrieb ist auch durch regelmäßige Ausbaggerungen nur bedingt möglich. Es wird bei Ostwind und gleichzeitigem Niedrigwasser immer mal wieder zu Verzögerungen kommen, da die Wassertiefe dann für die Schiffe nicht mehr ausreichend ist und diese in den Häfen den Anstieg des Wassers in der Fahrrinne abwarten müssen, um ohne Probleme die „Engpässe“ passieren zu können.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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