Kleine Insel – große Freiheit… für Jede*n …


Das Logo der Queer Amrum Community (Copyright: queeramrumcommunity)

Das Leben auf einer kleinen Insel wie Amrum ist nicht immer einfach, umso wichtiger ist es Menschen um sich zu haben mit denen man die eigenen Erfahrungen teilen kann. Das haben sich auch die Gründer*innen der QuAC gedacht. QuAC steht für Queer Amrum Community und ist eine Freizeitgruppe, die für alle Queers offen ist. Für diejenigen Leser*innen, für die der Begriff „queer“ noch unbekannt ist: Queer ist eine Sammelbezeichnung für Personen oder Handlungen, die aus dem Heteronormativen (Heterosexuelles Verhalten wird als die Norm angesehen) Raster fallen und/oder sich nicht einer bestimmten binären (zweigeschlechtlichen) Geschlechteridentität zuordnen.

In der neu gegründeten QuAC sind alle Menschen, die sich als trans*-geschlechtlich, queer, schwul, lesbisch, aromantisch , pansexuell, inter*-geschlechtlich, biromantisch, sich nicht als heterosexuell definieren oder eben einfach sonst zur LGBTQIA+ -Communitiy gehören, herzlich Willkommen. Die QuAC hat sich im November 2021 gegründet und bestehen aktuell aus knapp 20 Personen. Die Gruppe schreibt auf ihrer offiziellen Facebook Seite, dass sie sich als Queers auf Amrum vernetzen möchten, Freizeit zusammen gestalten und sich gegenseitig supporten wollen. Zu Beginn der Gründung kam die Gruppe noch einmal im Monat in einem festen Rahmen zusammen. Inzwischen sind die Treffen eher spontan und über WhatsApp geregelt. Jule, die für diesen Artikel mit AmrumNews gesprochen hat, erzählt, dass die Mitglieder* sich aktuell gerne spontan verabreden, ob zum gemeinsamen Weggehen, Spazieren oder auch einfach zum Schnacken ist dabei egal. Es gibt zwei Arten von Treffen in der Gruppe, jene, die einen Schutzraum für die Mitglieder* der Gruppe darstellen, auch für nicht-geoutete Personen* und nicht öffentlich sind und Treffen bei denen auch Freund*innen willkommen sind. Ein solches öffentlich beworbenes Treffen fand Anfang August zum ersten Mal auf Amrum statt. Unter dem Motto „Bunt is(s)t bunt“ hat die QuAC zum vegetarischen Mitbringgrillen für Queers und Freund*innen am Nebler Strand eingeladen. Neben 5 Mitgliedern aus der Gruppe waren auch 20 neugierige Gäste da und haben sich über den Austausch und das gegenseitige Kennenlernen gefreut.

Eine Person, die die Gruppe mitinitiiert hat ist Blu Doppe. Blu, ist vielleicht schon einigen Insulaner*innen bekannt. Blu lebt seit letztem Jahr fest auf Amrum und ist im Gespräch mit einer queeren Freundin auf die Idee gekommen die Guppe für Queers auf Amrum zu gründen. Blu ist eine nicht-binäre trans* Person, identifiziert sich also weder als männlich, noch als weiblich. Bereits nach dem Abitur hat Blu während eines Freiwilligendienstes bei der Schutzstation Wattenmeer auf Amrum gelebt. Nach einigen Jahren in Berlin hat Blu sich dann letztes Jahr dazu entschlossen zurück auf die Insel zu ziehen. Blu arbeitet als Bildungsreferent*in, Antidiskriminierungs- und Diversity-Trainer*in, Sexualpädagog*in, Trainer*in für das Theater der Unterdrückten und führt die Aufklärungswebsite „queer_topia*“ (www.queertopia.de). Außerdem hat Blu letztes Jahr das Buch „Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern: Kritische Reflexionen von Männlichkeiten“ geschrieben, beschäftigt sich somit also auch im beruflichen Kontext mit queer-feministischen Themen.

„Bunt is(s)t bunt“ war das Motto des ersten größeren Treffens der QuAC und Freund*innen Anfang August zu einem Mitbringgrillen.

Die QuAC würden sich sehr über einen Gruppenzuwachs freuen, alle Menschen, die sich angesprochen fühlen und gerne Teil der Gruppe werden möchten, können sich entweder über die offizielle Facebook Seite (Queer Amrum Community QU A C) oder per E-Mail (queeramrumcommunity@gmail.com) direkt an die Gruppe wenden. Auch Kontaktaufnahmen von Queers von Föhr und Sylt sind sehr erwünscht.

Für die Inselgemeinschaft ist die Gründung der Queer Amrum Community in jedem Fall ein großer Zugewinn für noch mehr Akzeptanz queerer Themen in der Gesellschaft und ein tolles Zeichen für eine noch viel buntere Insel. Vielleicht feiern wir ja bald auch hier auf Amrum gemeinsam die bunte Vielfallt aller Menschen mit einer Christopher Street Day Parade (CSD).

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Über Rieke Lückel

Rieke Lückel wurde 1995 in Wittdün auf Amrum geboren und hat hier ihre Kindheit und Jugend verbracht. Nach dem Abitur in Dänemark verbrachte sie ein Jahr in Neuseeland und arbeitete dort für Amnesty International, um im Anschluss ein Ethnologie und Politikwissenschafts Studium in Hamburg zu beginnen. Durch die langen Semesterferien verbringt Rieke meist den ganzen Sommer auf Amrum, um ihren Bruder bei SUP Amrum in Wittdün zu unterstützen. Bereits 2010 schrieb sie einen Artikel für AmrumNews und nun 10 Jahre und viele Uni-Hausarbeiten später möchte sie sich erneut den journalistischen Herausforderungen stellen.

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