Neuer Bebauungsplan für den Wittdüner Campingplatz …


Ende letzten Jahres hatte die Gemeinde Wittdün ein Planungsbüro beauftragt, für den Bereich Campingplatz Wittdün einen Entwurf für einen Bebauungsplan (Nr.12) aufzustellen. Anfänglich war lediglich vorgesehen, die vorhandene Bebauung des Campingplatzes zu überplanen (0,7 ha). Nun ist jedoch eine Überplanung des gesamten Campingplatzgebietes (8,0 ha) vorgesehen, um für diesen eine langfristige genehmigungsrechtliche Situation zu schaffen. Aufgrund der Lage in einem Naturschutzgebiet ist eine umfassende Betrachtung der naturschutzrechtlichen Belange notwendig. Das nun zu betrachtende sehr viel größere Gebiet hat zu einer Steigerung der Kosten für die Planerstellung geführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf eine Summe von 98.004,29 €.

Campingplatz in Wittdün Foto: Nadine Cloudt

Die Gemeinde Wittdün gilt als Nachbargemeinde von Dagebüll und muss deshalb zu geplanten B-Plan Änderungen der Gemeinde Dagebüll Stellung nehmen. Im B-Plan 22 sollen die Voraussetzungen zu einem Bau von drei Wohn- und Geschäftshäusern mit bis zu 60 Ferienwohnungen und 7 Gewerbeeinheiten geschaffen werden. Zielsetzung des Planverfahrens zum Bebauungsplan Nr. 23 der Gemeinde Dagebüll ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau eines Gesundheitszentrums zu schaffen. Das Gesundheitszentrum soll 16 Ferienwohnungen und 3 Gewerbeeinheiten enthalten. Die Gemeinde Wittdün nimmt beide Änderungen zur Kenntnis und es werden keine Anmerkungen gemacht. Dieses entspricht der üblichen Praxis, wenn Nachbargemeinden einer B-Plan Änderung zustimmen sollen und diese die eigene Gemeinde nicht betrifft.

Große Teile von Amrum unterliegen dem Naturschutz und sind sogenannte FFH-Schutzgebiete (Flora, Fauna, Habitat). Diese Schutzgebiete sind spezielle europäische Gebiete zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensraumtypen. Für das Schutzgebiet „Küsten- und Dünenlandschaften Amrums“ (DE 1315-391 Amrum) wird derzeit ein sogenannter Managementplan erarbeitet. Neben den Naturschutzgebieten Nordspitze Amrum und Amrumer Dünen gehören noch der Dünen und Strandbereich an der Westküste (Kniepsand), der Wittdüner Kniephaken sowie einige Salzwiesen zwischen Norddorf und Nebel und die Marsch nordwestlich von Wittdün dazu. Nachdem es bereits im September letzten Jahres eine Informationsveranstaltung hierüber gegeben hat, hatte nun der damit von der Naturschutzbehörde beauftragte Planer Rainer Borcherding, Funktionsträger/innen von den Kommunen und Naturschutzverbänden sowie betroffene Grundeigentümer zur Vorstellung des Planungsentwurfes eingeladen. Dieser Entwurf wird ab dem 19.9.2022 veröffentlicht und entsprechende Anregungen/Einwände können vorgebracht werden, bevor der Plan vom Ministerium beschlossen wird.

In der Gemeinde Wittdün soll die Anzahl von Ladesäulen für E-Mobile weiter ausgebaut werden. Hierzu wird ein Gestattungsvertrag mit der Inselenergie Föhr-Amrum GmbH abgeschlossen. Dieser Gestattungsvertrag gilt für das gesamte Gemeindegebiet und insbesondere die Standorte „Badeland Parkplatz, Am Schwimmbad 1“sowie „Sozialstation, Inselstraße 14b“ und die dort zu errichtenden Ladesäulen. Weitere Standorte können nach Beschluss der Gemeindevertretung hinzukommen.

Der Tagesordnungspunkt über die Möglichkeiten zur Energieeinsparung wurde lebhaft diskutiert. Im Wittdüner Badeland wurden in der Vergangenheit schon viele Bereiche energetisch optimiert. Inwieweit das Badeland eventuell im Winterhalbjahr komplett geschlossen werden muss, steht zurzeit noch nicht fest. Auch im Bereich der Wittdüner Kläranlage gibt es intensive Untersuchungen, inwieweit der Energieverbrauch noch weiter reduziert werden kann. Die Wittdüner Straßenbeleuchtung wird zukünftig in der Zeit von 24:00 Uhr bis morgens 05:00 Uhr ausgeschaltet. Die Gemeindevertretung war sich einig, dass auch bei der Weihnachtsbeleuchtung Energie gespart werden kann. Es soll nicht gänzlich auf eine Beleuchtung verzichtet werden, diese wird aber deutlich reduziert. Man möchte auch ein Signal setzten, dass Gewerbebetriebe und private Haushalte dem Beispiel folgen und in diesem Winter nur eine reduzierte Weihnachtsbeleuchtung durchführen.

Erfreut zeigten sich Bürgermeister Müller und die Gemeindevertreter über die große Anzahl von Bürgern, die zur Sitzung erschienen waren und sich mit zahlreichen Fragen und Anregungen während der Bürgerfragestunde an der Sitzung beteiligten.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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