Herbst-Deichschau auf Amrum …


Ganz schön kalt – Deichschau bei stürmischen Ostwind

Bei sehr stürmischem Ostwind besuchten die Mitarbeiter vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein die Insel Amrum zur diesjährigen Herbst-Deichschau. Zusammen mit den dreien Amrumer Bürgermeistern und Frau Bruderreck vom Amt Föhr- Amrum wurden die für den Küstenschutz wichtigen Bereiche abgefahren und inspiziert. Amrums Küstenlinie hat eine Länge von 39 km und weist große Unterschiede in ihrer Topografie, der geologischen Beschaffenheit, der vorhandenen Küstenschutzanlagen sowie ihrer Lage zur Hauptangriffsrichtung von Wind und Wellen auf. Die West- und Südwest Seite von Amrum wird im Wesentlichen durch die Dünenkette und dem vorgelagerten Kniepsand vor Sturmfluten geschützt. Rund um die Südspitze übernimmt eine Uferschutzmauer diese Funktion. Die Niederungen Wittdüner- und Norddorfer Marsch werden durch Deiche vor Überflutungen geschützt.

Für den größten Teil der Amrumer Küstenschutzanlagen ist das Land Schleswig-Holstein verantwortlich, für einige Lahnungen an der Ostküste in Nebel und Norddorf die Kommunen und für einige wenige Schutzwälle an der Wattseite von Nebel private Eigentümer.

Als erstes wurden die beiden Uferschutzmauern (Wandelbahnen) an der Süd- und Nordseite von Wittdün in Augenschein genommen. Das Deckwerk und die Böschung beider Wandelbahnen sind in einem guten Zustand. Die Halmpflanzungen an der vom LKN durchgeführten Abschrägung der Dünenkante an der südlichen Wandelbahn sind gut angewachsen. An diesem stürmischen Morgen war gut zu beobachten, dass dadurch der Dünensand von der Böschung nicht weggeweht wurde. Zum Hochwasserschutz zweier Treppenaufgänge an der Nordseite sind kleinere, mobile Stöpen geplant, die bei Hochwasser aufgebaut werden können.

Der Deich zum Schutz der Wittdüner Marsch zwischen Wittdün und Steenodde weist keinerlei Schäden auf.

Bürgermeister Cornelius Bendixen erklärt Tanja Nicolysen vom LKN die Baumaßnahmen am „Steenodder Kliff“

Die Reparaturarbeiten des Weges zwischen Steenodde und Nebel sind abgeschlossen. Im Bereich des „Steenodder Kliffs“ kommt es bei erhöhten Wasserständen immer wieder zu Sandabbrüchen, die dazu führen, dass der Weg erneuert/verlegt werden muss. Da es sich in diesem Bereich um einen geschützten Lebensraum insbesondere für Wasservögel handelt, sind keine speziellen Schutzmaßnahmen vorgesehen. Es wurde aber schon häufiger Sandboden zur Sicherung des Ufers eingebracht. Da das Gelände landwärts ansteigt, ist in diesem Gebiet keine besondere Hochwassergefährdung gegeben.

Die Wattseite am östlichen Dorfrand von Nebel ist größtenteils durch private, kleine Schutzwälle vor Hochwasser geschützt. Um zu verhindern, dass bei Sturmflut größere Bereiche des Ortskerns geflutet werden, gibt es im Meeskwai bereits einen mobilen Hochwasserschutzzaum, der bei Sturmflutgefahr aufgebaut wird. Es wird zurzeit geprüft, ob eine weitere Stöpe im Bereich des Waaswai errichtet werden kann.

Im Bereich Nebel bis zum Haus Burg in Norddorf (Kanshugh/Bearendeel/Annlun) sind außer einigen Lahnungen keine Küstenschutzeinrichtungen vorhanden. In den tieferliegenden Bereichen kommt es bei Sturmfluten immer wieder zu Überflutungen.

Besprechung am Siel beim Norddorfer Teerdeich

Der Teerdeich zum Schutz der Norddorfer Marsch ist in einem guten Zustand. Der Deichfuß wird durch vorgelagerte Lahnungen gesichert, ein eingebautes Siel dient zur Entwässerung der Marsch. Die Pumpe funktioniert einwandfrei und der Ablaufpriel im Vorland ist tief genug, um das Wasser abzuleiten.

Wie Tanja Nicolaysen vom LKN mitteilte, ist zur Pflege der Deiche auch weiterhin eine Beweidung durch Schafe vorgesehen.

In der abschließenden Lagebesprechung konnte protokolliert werden, dass alle Hochwasserschutzeinrichtungen in einem guten Zustand sind.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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