Informationsveranstaltung des Amtes Föhr-Amrum auf Amrum …


Zahlreiche Amrumer Bürger, waren gekommen um neues vom Amt Föhr-Amrum zu erfahren

Zahlreiche Amrumer waren der Einladung von Amtsdirektor Christian Stemmer gefolgt, um sich aus erster Hand über gesamtinsulare und inselübergreifende Themen informieren zu lassen. Christian Stemmer erklärte zu Beginn seines Vortrages nochmals Aufbau, Struktur und Aufgabenfeld der Inselwerke Föhr Amrum GmbH.  Diese im Jahr 2020 gegründete GmbH hat sich den Aufbau einer klimafreundlichen autarken insularen Energieversorgung zum Ziel gesetzt. Anteilseigner ist das Amt Föhr-Amrum mit 51% sowie die Gemeinden des Amtes mit 49%.  Die zentralen Tätigkeitsfelder sind die Erzeugung und der Vertrieb von Strom und Wärme sowie der Betrieb von Strom- und Gasnetzen auf den Inseln Föhr und Amrum.

Der Betrieb von Strom- und Gasnetzen soll durch die noch zu gründende Inselnetz Föhr-Amrum GmbH erfolgen. Die Inselenergie Föhr Amrum GmbH ist Eigentümer und Betreiber der Insularen Strom- und Wärmeenergie Erzeugungsanlagen. Ihre Ziele sind die Erzeugung von Strom und Wärme sowie deren Vertrieb.  Anteilseigner der Inselenergie sind mit 80% die Inselwerke GmbH sowie mit 20 % die DSK Energie GmbH.

Ein erstes Projekt der Inselenergie Föhr Amrum GmbH ist das geplante Wärmenetz Föhr Mitte in Alkersum, welche Fernwärme in die Orte Nieblum, Alkersum, Midlum und Övenum liefern soll.

 Ein weiteres Projekt ist die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen (PV). In einem ersten Schritt wurden die PV Potentiale auf 66 Gebäuden  untersucht. Mit den vorhandenen Flächen von 26.500 qm könnten theoretisch jährlich 4730 MWh Strom erzeugt werden. Als nächstes wird hier eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt sowie eine mögliche technische Realisierung untersucht.

Amtsdirektor Christian Stemmer bei der Informationsveranstaltung  im Amrumer Badeland

Amtsdirektor Stemmer machte deutlich, dass Aufgrund der zur Zeit nicht hauptamtlich besetzen Geschäftsführungen der Organisationen nicht alles so schnell voran geht, wie es wünschenswert wäre.

Die Energetische Quartierssanierung ist die Basis für eine Klimawende in den Inselgemeinden. In vier Gemeinden auf Föhr sind Quartierskonzepte bereits in der Umsetzung. Förderbescheide für die Amrumer Gemeinden liegen vor und die Konzepte sollen demnächst erstellt werden.  Hierbei wird als erstes der Energieverbrauch aller Gebäude festgestellt, dann Potentiale zur Einsparung und Effizienz erarbeitet und schließlich Kosten und Machbarkeit ermittelt.

Die Wohnungsbaugesellschaft Föhr-Amrum GmbH wurde im September 2021 durch die Inselgemeinden gegründet. Hauptziel ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf den beiden Inseln.  Das erste Projekt ist der Bau von 8 Mehrfamilienhäusern in Wyk (Kortdeelsweg). Auf Amrum hat es erste Gespräche zur möglichen Bebauung eines Grundstückes am westlichen Ortsausgang von Wittdün, nördlich der Inselstraße gegeben. Grundsätzliche Zustimmung seitens des Kreises Nordfriesland wurde signalisiert.

In allen Inselgemeinden laufen zurzeit die Untersuchungen zum Wohnraumentwicklungskonzept. Es wird der zukünftige Wohnraumbedarf bis zum Jahr 2036 ermittelt, dann analysiert was mit eventuell vorhandenem Bauland abgedeckt werden kann und schließlich festgelegt, welche Gebiete sich als potentielle neue Siedlungsgebiete eignen. Diese Empfehlungen werden dann als Beteiligung der Gemeinden an einem neuen Regionalplan an den Kreis Nordfriesland sowie die Landesplanungsbehörde weitergeleitet.

Zur Sicherstellung der zukünftigen medizinische Versorgung auf Amrum gab es im Januar auf Einladung des Amtes ein Treffen mit Gemeindevertretern und Gesundheitsdienstleistern aller drei Inselgemeinden unter der Leitung und Moderation der Ärztegemeinschaft Nord. Es wurde über Lösungsansätze zur Schaffung eines möglichen Gesundheitszentrums/Gemeinschaftspraxis auf Amrum diskutiert. Inwieweit Räumlichkeiten hierfür durch den Neubau einer bisher nicht überplanten Fläche in Nebel oder durch den Umbau einer Bestandsimmobilie in Norddorf oder Wittdün erreicht werden kann, soll in einer gemeinsamen Sitzung alle drei Amrumer Gemeindevertretungen im März entschieden werden.

Die Arbeiten zur Fassadensanierung der Öömrang Skuul sind zu 80% beauftragt. Für den Fortbestand des Unterrichts während der Bauphase werden Ende März Klassen-Container aufgestellt, so dass die Bauphase zeitnah begonnen werden kann.

Auch in der Notunterkunft Nebel im Gewerbegebiet sollen demnächst umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.

Christian Stemmer wies nochmals darauf hin, dass alle Tempo 30 Zonen auf Föhr und Amrum auf Landes-, Kreis und teilweise auch auf Gemeindestrassen zurzeit aufgehoben wurden. Gemäß StVO darf sich die Zonen-Anordnung weder auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) noch auf weitere Vorfahrtstraßen erstrecken. Die Gemeinden müssen nun neue Tempo 30 Zonen erneut beantragen und durch den Kreis Nordfriesland genehmigen lassen.

Auch für das Amt Föhr Amrum ist es schwierig, geeignetes Fachpersonal zu finden. Von den 94 geplanten Stellen sind zur Zeit nur 77 besetzt.

Die zahlreich anwesenden Einwohner fühlten sich durch die Veranstaltung gut informiert. Fragen wurden schon direkt während des Vortrages von Christian Stemmer beantwortet.

Einige Besucher hatten erwartet, wie von den drei anwesenden Bürgermeistern angekündigt, Informationen über die Arbeit in den Gemeindevertretungen zu erhalten. Da dieses an diesem Abend nicht erfolgte, überreichte die Bürgerinitiative BILA an die drei Bürgermeister einen offenen Brief mit zahlreichen Anregungen für ein „Lebenswertes Amrum“, verbunden mit dem Wunsch, über diese Themen zukünftig noch ausführlicher gemeinsam zu diskutieren.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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