Ostern auf Amrum – Eike, poleike, kem hial weder deel!


Osterfeuer am Nebeler Strand. ©Peter Totzauer

Über die Osterfeiertage und drum herum lud das Wetter zum Aufenthalt in der freien Amrumer Luft ein. Am Ostersamstag schien die Sonne vom blauen Himmel auf den Strand von Nebel, wo sich viele Besucher zum diesjährigen Osterfeuer eingefunden hatten. Der Strunwai (der einzige Zufahrtsweg) war in diesem Jahr leider nicht für den Autoverkehr gesperrt und so war dort kaum ein Durchkommen. Wer nicht mit dem Auto fuhr, war an diesem herrlichen Sonnentag zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen.

Das Osterfeuer loderte und die Gäste lauschten dem Knistern der Flammen, hielten einen Klönschnack und fanden sich an den Ständen der Freiwilligen Feuerwehr ein. Diese sorgte wieder für Essen und Trinken. Viel Geduld war angesagt, denn an den Ständen bildeten sich auch in diesem Jahr wieder lange Schlangen. Man hatte ja Zeit und wer es länger aushielt wurde mit einem der schönen Amrumer Sonnenuntergänge belohnt und hat vielleicht den Abend oder sogar die Nacht bei der Osterdisco im 54 Grad Nord ausklingen lassen.

Ostereiersucher am Leuchtturm. ©Gerd Arnold

Am Karwochenende gab es zahlreiche kirchliche Veranstaltungen in der St. Clemens-Kirche in Nebel und der Kirche St. Elisabeth in Norddorf. In Nebel fand unter anderen am Ostersonntag frühmorgens um 6 Uhr ein Frühgottesdienst auf der Festwiese am Watt (Neuer Friedhof) statt.

Veranstaltungsleiter Michael Hoff mit einer Gruppe Eiersucher in Norddorf. ©Gerd Arnold

Der Osterhase war am Osterwochenende fleißig! Die Amrum-Touristik bot Osterspaziergänge mit anschließender Ostereiersuche an. Treffpunkte waren der Leuchtturm in Wittdün, der Kurpark in Nebel sowie die Hüttmannwiese in Norddorf. Eingeladene Kleine und große Kinder im Alter zwischen 0 und 99 Jahren haben dieses Angebot sehr gut angenommen. „Seit 25 Jahren mache ich jetzt diesen Event und es macht immer wieder Spaß“, so Veranstaltungsleiter Michael Hoff.

Am Ostersonntag versteckte sich die Sonne unter dem Hochnebel, erst am späten Nachmittag klarte es auf, dennoch kamen zum Ostereiersuchen in Wittdün und Nebel viele Besucher. Kinder, Eltern und auch Großeltern waren fleißig am Eiersuchen. Das Amrum-Touristik-Team sorgte wie gewohnt dafür das niemand mit leeren Händen den Heimweg antreten musste. Als Dankeschön für den Veranstalter gab es strahlende Kindergesichter, die sich über die bunten bemalten Ostereier oder auch über einen Schoko-Hasen freuten.

Treffen in Norddorf auf der Hüttmannwiese. ©Gerd Arnold

Im Vorfeld hatte die Amrum-Touristik  um Unterstützung des Osterhasen gebeten, im Kinderprogramm wurden die hartgekochten Ostereier bemalt.Am Ostermontag waren, bei Sonnenschein, auch in Norddorf wieder viele „Eiersucher“ unterwegs.

Ein alter friesischer Brauch beendete dann das Ostereiersuchen. Zunächst wurde eine weiche Fläche auf der Wiese oder im Sand gesucht und dann wurden die hartgekochten Eier mit der Hand in die Höhe geworfen. Möglichst heil sollten sie dann den Boden erreichen, „Eike, poleike, kem hial weder deel!“ (Eike, Poleike, komm heil wieder herunter!). Dieser friesische Ausruf schien ab und zu zu wirken, denn viele „fliegende Eier“ landeten tatsächlich unversehrt auf dem Boden.

Der Osterhase hat mal wieder seine Aufgaben zur Zufriedenheit aller gemacht und darf sich nun erst einmal ausruhen.

 

 

 

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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