„Rund Amrum“ Segelregatta und Sommerfest des Amrumer Yachtclubs …

Die großen Yachten beim Start

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und die Bootseigner planen schon den Krantermin, um ihre Boote ins Winterlager zu verlegen. Vorher stand aber noch ein großes segelsportliches Ereignis an: Der Amrumer Yachtclub hatte zur Segelregatta „Rund Amrum“ geladen. Viele Boote aus den umliegenden Segelclubs waren der Einladung gefolgt und so meldeten sich am Abend vor der Regatta 17 Boote zur Regatta an.

Eigentlich beginnt die Regatta schon am Vorabend an Land: Bei der Anmeldung muss die sogenannte Yardstickzahl festgelegt werden. Da die teilnehmenden Yachten oft sehr unterschiedlich in Größe und Segeleigenschaften sind, wird die tatsächlich gesegelte Zeit mit der sogenannten Yardstickzahl in eine berechnete Zeit umgerechnet, die auschlaggebend für das Ergebnis ist. Diese Yardstickzahl ist bootstypenspezifisch und spiegelt die Leistungsfähigkeit des Bootes wider, somit können Yachten verschiedener Bauform miteinander verglichen werden. Je kleiner die Yardstickzahl ist, desto schneller sind die Boote. Die meisten Boote sind in der Yartstickliste des Deutschen Seglerverbandes aufgelistet, können aber zum Beispiel durch Erfolge (oder auch Misserfolge) vergangener Regatten individuell angepasst werden.

Start für die Yachten mit geringeren Tiefgang

Beim Skipper-Meeting am Morgen vor dem Start der Regatta wird dann die Klasseneinteilung bekanntgegeben und der Regattakurs besprochen. Viele der Teilnehmer freuten sich auf den traditionellen Regattakurs “Rund Amrum“, leider wurden sie enttäuscht. Die Windvorhersage für den Tag sagte nur leichte Winde von Westen voraus. Daher entschied die Regattaleitung, einen Flautenkurs segeln zu lassen. Es wurden zwei Bahnen festgelegt, eine für Boote mit einem Tiefgang > 1,30 m (Klasse 3) und eine mit einem Tiefgang < 1,30 m, für die Boote der Klassen 1,2 ,3 und 5).

Die vier Boote mit dem größeren Tiefgang starteten um 11:20 Uhr Richtung Föhr durch die Norderaue zur Tonne 27A und zurück. Schon beim Start westlich des Wittdüner Fährhafens zeigte sich, dass kaum genug Wind für das erste Stück gegen den Flutstrom vorhanden war. Nur sehr langsam bewegten sich die Boote über die Startlinie. Mit der Einfahrt in die Norderaue ging es dann mit dem Flutstrom etwas zügiger voran. Immer wieder jedoch schlief der Wind ein oder die Windrichtung änderte sich schlagartig – eine Herausforderung für die Segelcrews. Nach ca. 4 Std segelte das erste Boot der Klasse 3 über die Ziellinie.

Das Siegerboot „Fuchur“

14 Boote starteten dann um 11:40, vorbei am Wittdüner Tonnenhafen und Steenodde Richtung Amrum-Odde. Quer über den Mittellochsknoop galt es sich genau an den neuen Priggenweg zu halten, war die Wassertiefe doch teilweise sogar unter 2 m.  Als Wendemarke diente eine Prigge querab der 1. gelben Kabeltonne im Fahrwasser zur Amrum Odde. Zurück ging es dann Richtung Osten durchs Mittelloch und schließlich durch die Norderaue in südlicher Richtung über die Ziellinie. Auch auf diesem Rundkurs war es für die   Regattateilnehmer nicht einfach, den besten Segeltrim bei schwachen, oft wechselnden Windrichtungen zu finden. Mit großem Vorsprung erreichte hier die „Fuchur“ um 15:17 das Ziel.

Der Jugendkutter von Föhr

Auch der Jugendkutter von Föhr war zur Regatta nach Amrum gekommen. 8 Schüler der Eilun Feer Skuul zusammen mit ihren Betreuern Uli Schönfeld, Niklas Petersen und den Lehrerinnen Anna Maria Aulbach und Nina Friedel segelten in der Klasse 5 mit dem Piraten „Time Bandit“ (Thim und Knut Jannen) vom Amrumer Yachtclub um die Wette. Auch wenn beide Teams die Regatta wegen Flaute nicht zu Ende segeln konnten, war es für die Jugendlichen ein tolles Erlebnis, an der Regatta teilgenommen zu haben.

Die Siegerehrung fand dann am Abend im Rahmen des Sommerfestes des Amrumer Yachtclubs statt. Fast 100 Personen hatten sich eingefunden, um bei Grillfleisch, Getränken und mitgebrachten Salaten der Siegerehrung der Regatta beizuwohnen.

Sieger der Klasse 1 wurde die Yacht Fuchur (V.Petersen), in der Klasse 2 die Yacht Rümdriver (B.Bohn), in der Klasse 3 die Yacht Gioia Mia (K.Kröger) sowie in der Klasse 4 die Mucki (B.Rief).

Gute Stimmung beim Sommerfest

Die Amrumer Regatta ist Teil des Friesen-Cups und so wurden nicht nur die Sieger der Amrumer Regatta geehrt, sondern auch die Gewinner des Friesencups. Der Friesencup bestand in diesem Jahr aus 3 Regatten (Husum, Wyk, Amrum) und Sieger ist, wer die meisten Punkte aus allen Regatten erreicht hat. Insgesamt waren 40 Boote in der Wertung.

In der Gruppe 1 gewann die Yacht LynX (T.Müller, WYC), in der Gruppe 2 die Yacht Rümdriver (B.Bohn, WYC), in der Gruppe 3 die Mucki (B.Rief, NWV). Gesamtsieger des Friesencups wurde die Yacht Mucki (B.Rief, NWV).

Bis spät in den Abend saßen die Mitglieder des Amrumer Yachtclubs, einige Gastlieger und natürlich die Crews der Regattayachten zusammen und es wurde so manches „Seemannsgarn“ gesponnen.

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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