
Voraussichtlich in der 38. KW beginnend werden am Strand von Wittdün drei Schüttsteinbuhnen durch den LKN.SH abgebaut, welche für den Küstenschutz entbehrlich sind. Der Rückbau der rechtwinklig zum Strandverlauf errichteten Buhnen ist Teil einer Kompensationsmaßnahme des LKN.SH, welche sich über Amrum, Föhr und Sylt erstreckt. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein.
Der Bauablauf ist dabei stark gezeiten- und wetterabhängig. Der betroffene Strandbereich wird in dieser Zeit gesperrt sein. Der Transport der Steine erfolgt über den Strandübergang Köhns Übergang. Passanten werden besonders im Bereich Köhns Übergang um Vorsicht gebeten.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum



Moin,
könnte mir das Vorgehen jemand erkären, weil es mich einfach interessiert?
Die Steinbuhnen sind küstenschutztechnisch entbehrlich, da die Kniepsandbucht immer mehr versandet, soweit so gut. Aber warum müssen die Buhnen zurückgebaut werden? Erwartet man sich davon besondere (strömungstechnische) Effekte in der Kniepsandbucht? Stellen die Buhnen für irgendjemanden eine Gefahr dar, wenn diese an Ort und Stelle verbleiben? Der Rückbau ist ja auch mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Werden die Schüttsteine an anderer Stelle wiederverwendet?
Es grüßt ein fragender
W. Göschel
Warum bleiben diese Buhnen nicht einfach da, wo sie sind? Der Abbau wird die Natur dort zeitweise beeinträchtigen und erzeugt wieder jede Menge CO2. So weit ich das sehe, enthalten diese Buhnen auch keine schädlichen Stoffe. Aber ach ja, “Kompensationsmaßnahmen”. Also was Bürokratisches. Woanders wird Natur vernichtet und hier CO2 erzeugt. Sehr seltsam. Demnächst werden noch die uralten Holzreste von früheren Anlagen aus dem Watt gebuddelt. Es gibt übrigens beim kleinen Leuchtturm auch noch Überreste in den Dünen, so als Tipp. Warum berichtet AmrumNews eigentlich nicht über die Umweltverschmutzung (Baureste abgelagert) am Strandübergang in Nebel? Das wurde bestimmt mit schweren Maschinen dort entsorgt…
Ich kann mich den Leserbriefen von Göschel und Binsen nur anschließen : was für ein ökologischer und okönomischer Schwachsinn ! Ein massiver Eingriff in die Natur, ohne Not, und Kosten in Höhe von einigen hundertausend Euro. Und was heißt hier eigentlich
” Kompensationsmassnahme ” ?! Was wird hier kompensiert ?! Das LKN- SH beschließt, und wir Insulaner, und unsere Gäste gucken zu.Ach nein, . der Strandabschnitt wird ja gesperrt, und “Köhns Übergang ”
gleich mit.Diese Landesbehörde scheint über allen kommunalen Vertretungen zu stehen.Ich habe das schon am eigenen Leib erfahren: die schreiben mir sogar vor, wann Sturmflut ist. Selbst die Amrumer Gemeindevertretungen müssen Ausnahmegenehmigungen erwirken, damit die touristischen Einrichtungen am Strand bis Ende Oktober stehenbleiben dürfen. Ansonsten ist für das LKN die Saison Ende September beendet!
jesse, 25946 Amrum
Rückbau der Steinbuhnen in Wittdün – ein fragwürdiger Schritt
Mit großer Verwunderung habe ich vom geplanten Rückbau der drei Steinbuhnen am Strand von Wittdün auf Amrum erfahren. Als regelmäßiger Besucher der Insel und naturverbundener Mensch frage ich mich, ob dieser Eingriff wirklich im Sinne des Küstenschutzes und der Inselgemeinschaft ist.
Die Steinbuhnen sind seit Jahrzehnten Teil des Landschaftsbildes und erfüllen eine wichtige Funktion: Sie brechen die Wellen, reduzieren die Erosion und tragen dazu bei, den Strand zu stabilisieren. Ihr Rückbau könnte langfristig negative Folgen für die Küstenlinie haben – insbesondere in Zeiten des steigenden Meeresspiegels und zunehmender Sturmereignisse.
Darüber hinaus sind die Buhnen nicht nur funktional, sondern auch identitätsstiftend. Viele Einheimische und Gäste verbinden mit ihnen Erinnerungen an Spaziergänge, Sonnenuntergänge und die raue Schönheit der Nordsee. Ihr Verschwinden wäre auch ein Verlust für das kulturelle Gedächtnis der Insel.
Ich würde mir daher eine transparente Diskussion mit der Inselbevölkerung und eine sorgfältige Prüfung alternativer Maßnahmen wünschen. Der Schutz unserer Küsten darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden – schon gar nicht ohne die Stimmen derer zu hören, die von den Entscheidungen direkt betroffen sind.
Thomas Meinen (Urlauber und Inselliebhaber)
Ich muss mich korrigieren: in meinem letzten Leserbrief schrieb ich von ” ökologischem und ökonomischem Schwachsinn”. Es ist weitaus schlimmer! 700.000.- an geschätzten Kosten sind angesichts leerer Kassen ein Fall für den Landesrechnungshof ! Und mit einem derart massiven Eingriff in die Natur ( Faktor 1,5 ) zukünftige Eingriffe in die Natur zu kompensieren setzt der Widersinnigkeit dieser Maßnahme die Krone auf. Buhnen, Lahnungen und Steinsetzungen wie die Tetrapoden auf Sylt haben doch wohl den Sinn und Zweck, Sand und Schwebestoffe zu sedimentieren, und somit stellen die künstlichen Anlagen bestenfalls einen positiven Beitrag zum Küstenschutz dar, wenn sie, wie hier in Wittdün, versanden. Diese Anlagen nun zu mit großem Aufwand zu entfernen, stellt einen massiven Eingriff in die neu entstandene Naturlandschaft dar und konterkariert den Küstenschutz. Sollen demnächst auch alte Lahnungen im Watt zurückgebaut werden, wenn mittlerweile Neuland entstanden ist? Wer ist diese AG 29, ein Zusammenschluss von Naturschutzverbänden, daß sie solch einen ökologischen und ökonomischen Unsinn rechtfertigen kann? Mit solchen Aktionen stellt man die Glaubwürdigkeit des Naturschutzes im Allgemeinen in Frage, und das ist sehr bedauernswert.