
Die Brutzeit und damit auch das Strandinselprojekt neigt sich dem Ende zu. Erste Eindrücke zeichnen ein positives Ergebnis.

Ein Sandregenpfeifer brütete viele Wochen, wurde dann aber vom Brutgeschehen abgelenkt und gab das Gelege ebenfalls auf, der Grund dafür ist nicht eindeutig. Vermutet wird, dass eine längere Schlechtwetterperiode in Kombination mit dem vermehrten Auftreten von Möwen den Vogel zum Aufgeben des Geleges gebracht hat.

In den Strandinseln in Nebel und Süddorf brütete jeweils ein Austernfischerpaar. In Nebel konnte der Austernfischer das Gelege vor lungernden Möwen verteidigen und es schlüpften zwei Küken.

Auch für die Strandvegetation und die Dünenentwicklung haben die Befriedungen einen positiven Effekt. Insbesondere in Süddorf, aber auch in Nebel ist zu beobachten, dass im Bereich der Strandinseln die Primärdünen stärker gewachsen und von Strandhafer begrünt wurden. Meersenf, Salzkraut und Salzmiere finden sich auch an anderen Abschnitten des Strandes sowie am Dünenfuß, können sich in den Strandinseln jedoch ohne Vertritt entwickeln.

Schäden an den Strandinseln gab es kaum, lediglich ein Pfosten musste ersetzt werden. Die Strandinseln werden Anfang Oktober, pünktlich vor den Herbststürmen abgebaut. Das Material wird über den Winter eingelagert und im Frühjahr nächsten Jahres wieder aufgebaut.

Denn auch wenn in diesem Jahr nur vereinzelt Brutpaare in den Strandinseln beobachtet wurden, ist der positive Effekt der beruhigten Strandabschnitte deutlich zu erkennen. Denn außerhalb der Strandinseln wurden keine Gelege von Sandregenpfeifern oder Seeschwalben nachgewiesen.

Am Kniephaken im Süden Amrums, der ebenfalls abgesperrt ist, konnten wiederum mehrere Zwergseeschwalben in diesem Jahr erfolgreich brüten. Der Öömrang Ferian i.F. konnte hier Anfang Juli 2025 insgesamt 132 Zwergseeschwalben sowie acht Gelege und insgesamt 15 Küken der Art nachweisen. Leider war dies aber auch die einzige Zwergseeschwalbenkolonie mit Bruterfolg im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Dies zeigt zum einen, wie bedeutend jedes Gelege für den Erhalt der seltenen Zwergseeschwalben ist, und zum anderen, welche hochgradige Bedeutung die befriedeten Strandabschnitte als Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten haben.
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