Eine Sozialsprechstunde für Amrum  – Hilfestellung für Jedermann …

Sirguna Lange

Wahrscheinlich stößt jeder in seinem Leben früher oder später mal auf ein Problem, das man selber nicht ohne Weiteres lösen kann. Wo soll man anfangen? Wo kann ich mich hinwenden? Wer ist dafür zuständig? Was dem Einen ganz leicht von der Hand geht, ist für den Anderen unglaublich schwer. Und nicht jeder schafft es, Hilfe anzunehmen, gerade wenn einem ein Thema sehr unangenehm ist, oder man sich noch nie damit auseinandergesetzt hat. Jugendliche, die Probleme in der Schule haben oder in die Berufswelt starten, Eltern, die Unterstützung benötigen, Sprachbarrieren, Anträge, die ausgefüllt werden müssen, der Opa, der einen Rollator bräuchte, aber sagt: „Das ist nur was für alte Leute!“ und sich diesen erstmal ausleihen möchte, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, oder die Oma, die mit dem Smartphone nicht umgehen kann und das von jemandem gezeigt bekommen möchte. Das ist manchmal ziemlich herausfordernd.

Um sich nicht alleine durch den Dschungel der Behörden und möglichen Anlaufstellen kämpfen zu müssen, gibt es jetzt seit Ende August 2025 das Angebot vom Paritätischen Haus Schöneberg gGmbH, der öffentlichen Sozialsprechstunde in den Räumlichkeiten, Inselstraße 14 b in Wittdün auf Amrum.

Sirguna Lange, Diplompädagogin mit therapeutischer Zusatzausbildung, arbeitet hauptberuflich beim Kreis Nordfriesland.  Sie konnte dafür von Rainer Bärenwalde (Bereichsleiter ambulante Assistenz, Sozialraumarbeit der Insel Föhr, Öffentlichkeitsarbeit) gewonnen werden. Sie kamen auf einer gemeinsamen Fährfahrt ins Gespräch. R. Bärenwalde sagte: “Ich sage ja, Zufälle gibt es nicht. Ich habe Sirguna von der Idee der öffentlichen Sozialsprechstunde erzählt und sie war sofort begeistert.“

Um nochmal darauf zurück zu kommen, wer darf die öffentliche Sozialsprechstunde eigentlich in Anspruch nehmen?

„Warum ich die Sozialsprechstunde übernommen habe? Weil ich den Ansatz so gut finde! Man hat wirklich die Möglichkeit, völlig unsortiert hierher zu kommen. Man muss sich vorher nicht den Kopf zerbrechen, wer ist denn für mein Problem zuständig. Gemeinsam mit dem Menschen, der dann zu mir kommt, überlegen wir, wie wir das Problem lösen können“., erzählt S. Lange. Es wird bestimmt auch Fragen geben, bei denen sie sich auch erstmal schlau machen muss, sagt sie. Das ist aber kein Problem, dann tauscht sie sich gegebenenfalls mit dem Kollegen R. Bärenwalde auf Föhr aus, um Stück für Stück beraten, unterstützen und helfen zu können. Es soll der erste Schritt sein, um Sorgen und Probleme anzugehen.

Auf Föhr gibt es schon seit etwa fünf Jahren die öffentliche Sozialsprechstunde, die auch gerne angenommen wird. Um sich nicht die vielen sozialen Angebote auf der Insel zusammensuchen zu müssen, hat Rainer Bärenwalde vom Paritätischen Haus Schöneberg gGmbH damals eingeladen und sich mit allen sozial Aktiven auf der Insel Föhr zusammengesetzt, um einen Online-Sozialatlas für Föhr zu entwerfen. Diesen gibt es jetzt auch für Amrum. Dort – www.sozialatlas-inseln.de – findet man schnell und übersichtlich alle auf der jeweiligen Insel im sozialen Bereich aktiven Personen und Institutionen.

Doch bei der Entstehung des Sozialatlasses auf Föhr war aufgefallen, dass es bis dahin nichts gab, wenn man noch nicht weiß, wohin man sich eigentlich mit seinem Problem wenden soll. Und so wurde dort die öffentliche Sozialsprechstunde ins Leben gerufen, bei der man im Laufe der Zeit gesehen hat, dass der Bedarf auch da ist. Diese gibt es jetzt auch auf Amrum.

Wichtig zu erwähnen hierbei ist, dass „Öffentlich“ heißt: freier Zugang für alle! Alles was dort besprochen wird, fällt aber unter die Schweigepflicht und der Datenschutz wird eingehalten! Es handelt sich um eine Einzelberatung. Die Räumlichkeiten sind so gewählt, dass man zum Einen gut hinkommen und gegebenenfalls auch auf einem unabhängigen Parkplatz parken kann. Man kann an den öffentlich bekanntgegebenen Terminen einfach vorbeikommen, ohne Voranmeldung. Falls es dabei zu Wartezeiten kommen sollte, gibt es im Nebenraum einen Aufenthaltsbereich. Über die Kontaktdaten darf man sich vorab gerne melden, wenn man das möchte und schon Fragen hat. Begleitpersonen dürfen sehr gerne zur Unterstützung mitgebracht werden. Man muss nicht schon irgendwo angebunden sein. Das Angebot ist kostenfrei, auch wenn man das mehrmals in Anspruch nehmen möchte.

Sirguna Lange lädt dazu ein, einfach vorbeizukommen und sie kennenzulernen. Die Hemmschwelle erstmal abbauen und dann vielleicht einen Schritt weiterzugehen und um Hilfe bitten.

Auch bei der Frage, was ist, wenn jemand nicht so mobil ist, kann man sicher eine Lösung finden. Hierbei darf man sich dann an die hinterlegten Kontaktdaten wenden.

Auf der Insel sind schon Plakate verteilt worden und es soll in Zukunft auch Postkarten über die öffentliche Sozialsprechstunde geben. Schön wäre es natürlich, wenn das Angebot einfach irgendwann in aller Munde wäre, bzw. es weiterempfohlen wird.

Das Paritätische Haus Schöneberg gGmbH bietet diese so wertvolle Arbeit bisher ohne Refinanzierung an. An dieser Stelle schon mal ein großes Dankeschön dafür.

Grundsätzlich wird es so sein, dass die öffentliche Sozialsprechstunde auf Amrum, immer am letzten Mittwoch des Monats in der Zeit von 17 Uhr bis 19 Uhr angeboten wird.

Die nächste Möglichkeit, diese wahrzunehmen, ist am 24. September 2025

Erreichbarkeit bei Fragen:

sozial-amrum@haus-schoeneberg.de

04681-5876-23

außerhalb der Sprechstunde, bei direkten Fragen: Rainer Bärenwalde 0175/5861362

Informationen einholen über: www.sozialatlas-inseln.de

Über Susanne Schwarz

Susanne Schwarz kam 1981 in der Vorderpfalz zur Welt- aufgewachsen am Haardtrand, mit Blick auf den Pfälzer Wald, inmitten eines Weinbaugebietes. Sie verbrachte in ihrer Kindheit viele glückliche Sommerferientage auf Amrum, wodurch der Wunsch immer größer wurde, nur einmal für längere Zeit dort zu leben. Nach dem Abitur 2001 kam sie zum ersten Mal für ein FSJ auf die Insel. Ein weiterer Aufenthalt folgte nach ihrer Ausbildung in Stuttgart. Die Sehnsucht nach der Insel aber blieb. 2015 lies sie das Festland also hinter sich und zog zusammen mit ihrem Mann zurück nach Amrum, wo sie heute mit ihrem Sohn in Wittdün wohnen.

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