Beim Tango Festivalito auf Amrum traf Leidenschaft auf Achtsamkeit.
Vier Tage lang feierten Tänzer:innen aus vielen Ländern Musik, Begegnung und Vielfalt – und verwandelten die Insel in ein farbenfrohes Miteinander. Wie aus stillen Momenten, Tanz und Gemeinschaft ein besonderes Gefühl von Verbundenheit entstand.
Ein Festival voller Farbe und Begegnung
Mit Musik, Tango und der Leidenschaft zum Tanzen stand Amrum vier Tage lang – zwischen Herbst, Regen und Sonne – im Zeichen von Farbe, Freundschaft und Vielfalt. Das diesjährige Motto lautete: „Die Welt kann Farbe gebrauchen.“
Zum Auftakt des vierten Tango Festivalito begrüßte die Tangogruppe Amrum viele bekannte und neue Gesichter.
„Wir Amrumer laden euch ein, die Welt in diesen vier Tagen durch offene Begegnungen im Tanz ein bisschen bunter zu machen“, hieß Organisatorin Mechthild Wrede die Gäste willkommen.
Tanzen ohne Worte – „Schweigen und Schweben“
Eine ganz neue Erfahrung wartete bei der Socken-Milonga am Donnerstag Abend im Octagon des AmrumSpa „Schweigen und Schweben“: Getanzt wurde lautlos und wortlos – auf Socken.
„Fast mystisch war die Stimmung“, erzählt Wrede. „Der sonst kraftvolle, dynamische Tango zeigte sich von einer ganz anderen Seite. Die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung werden durch die nonverbale Kommunikation geschärft, die Musik trägt noch stärker. Es ist spannend, weil ungewohnt und anders.“
Wer dennoch reden wollte, konnte das natürlich im Eingangsbereich des Spas tun – die Freude über das Wiedersehen vieler Tangofreunde war groß.

Gemeinschaft in Bewegung
Fast 150 Teilnehmer:innen reisten nach Amrum – so viele wie noch nie. „Die Stimmung ist einfach mitreißend“, sagt Wrede. „Jede und jeder wird hier herzlich willkommen geheißen. Frauen, Männer – die Führungspositionen sind ganz unterschiedlich. Bunt, das beschreibt uns am besten. Wir stehen nicht für eine bestimmte Tango-Richtung, sondern sind einfach offen – ganz ohne große Worte.“

Musik, Workshops und magische Nächte
An den Festivaltagen, Freitag bis Sonntag, wurden Workshops mit dem Tanzpaar Catalina und Tomás Lotte angeboten. Das Norddorfer Gemeindehaus war passend zum Motto mit weiten bunten Bändern an der Decke geschmückt. Sofa, Sessel und kleine Tische rund um das Tanzparkett sorgten für gemütliche Atmosphäre auch zwischen dem Tanzen, und boten Platz für private Gespräche. Ein umfangreiches Kuchenbuffet mit selbstgebackenen Kostbarkeiten stand jederzeit zur Verfügung. Für die Musik sorgten DJane Jessica Carleson aus Stockholm sowie DJ Andreas Lehrke und DJ Andreas Wisch-Bade aus Hamburg.
Musikerin Mariko Koide verzauberte das Publikum mit eigenen Tangokompositionen am Klavier – inspiriert vom Leben und der Natur Amrums –, teils begleitet von Mechthild Wrede und Andreas Lehrke.
Den Höhepunkt bildete am Samstag der große Milonga-Abend. Das schwedische Orchester Orquesta Tangarte und Sängerin Sofia sorgten für Gänsehautmomente, während die Tänzer:innen bis spät in die Nacht über das Parkett schwebten.
Und am Sonntagmorgen? Da standen die Ersten schon wieder auf dem Tanzboden des Norddorfer Gemeindehauses.

Ein herzliches Dankeschön zum Abschluss
Am Mittag wurde es emotional. „Danke an alle, durch die dieses Festivalito möglich wurde“, sagte Mechthild, als sie alle Helfer:innen auf die Bühne bat. Großer Applaus folgte – ebenso Dank an die Amrum Touristik, die die Räume zur Verfügung stellte, und an Trinh Drews, die mit ihrem Foodtruck für kulinarische Glücksmomente sorgte.
Zum Abschluss gab es Beifall, kleine Geschenke – und viele Umarmungen.
Bis die letzte Fähre fuhr, wurde weiter getanzt. Und alle waren sich einig:
Diese vier Tage auf Amrum haben die Welt tatsächlich ein kleines bisschen bunter gemacht.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

