Dünentalprojekt: Drei Jahre Einsatz für die Kreuzkröte …

Auf Amrum endet ein dreijähriges Projekt zum Schutz der Kreuzkröte.
In 20 Dünentälern wurden Gebüsche entfernt, Böden geöffnet und neue Lebensräume geschaffen.
Doch erst jetzt zeigt sich, ob die Maßnahmen wirklich greifen – und wer sie künftig pflegt.

Galloways in den Dünen vor dem Leuchtturm

Nach drei Jahren endet das zweite Dünentalprojekt auf Amrum – und damit ein wichtiger Beitrag zum Schutz der seltenen Kreuzkröte. Bereits 2018 bis 2021 war ein erstes Projekt durchgeführt worden, 2022 folgte die Fortsetzung. Insgesamt wurden in den letzten drei Jahren 20 Dünentäler bearbeitet.

Warum die Dünentäler so wertvoll sind

Die feuchten Dünentäler in den Wittdüner Dünen sind streng geschützte Biotope und zugleich wertvolle Lebensräume für viele spezialisierte Pflanzen und Tiere. Besonders die Kreuzkröte ist auf offene, sonnige Bereiche und flache, zeitweise wasserführende Dünentäler angewiesen. Doch unter natürlichen Bedingungen verbuschen die Täler zunehmend – mit Folgen für Artenvielfalt und Wasserhaushalt.

Bagger in den Dünentäler, da Wasser bis zum Hals

Damit die Dünentäler wieder lichte, feuchte Bedingungen bieten, wurden Gehölze entfernt, Flächen geplaggt und Bodenprofile angepasst. 20 Dünentäler wurden bearbeitet, rund ein Kilometer Wanderkorridore entstand, und etwa zwei Kilometer Zauntrasse wurden für eine kleine Galloway-Herde errichtet, die zukünftig durch Beweidung die Verbuschung verlangsamen soll.

Diese Maßnahmen schaffen neue Offenbodenbereiche, verbessern den Wasserhaushalt und bieten ideale Voraussetzungen für Pflanzenarten wie den Sonnentau und die Kreuzkröte selbst.

Alte Zuwegungen bieten Amphibien Wanderkorridore

Erste Erfolge – und was noch offen bleibt

Eine Garantie für den Erfolg der Maßnahmen in jedem Dünental gibt es nicht – doch die Chancen stehen gut. Es ist bereits zu beobachten, dass die Kreuzkröten die Dünentäler aus dem ersten Projekt aufsuchen und hier laichen. Samen vieler Pflanzen ruhen im Boden und keimen, sobald sie wieder Licht und Feuchtigkeit erhalten. Dies ist bereits in den Tälern kurz nach der Maßnahmenumsetzung zu sehen.

Sonnentau eine Charakterart der feuchten Dünentäler

Wie es nach Projektende weitergeht

Auch nach Projektende wird die Entwicklung im Gebiet beobachtet: Seit zwei Jahren werden bereits die Wasserstände der Dünentäler gemessen, diese Erfassungen werden fortgeführt. Dies ist erforderlich, um den Wasserstand insbesondere in Zeiten des Klimawandels zu monitoren. Die Galloways tragen zusätzlich dazu bei, die offenen Strukturen zu erhalten und neue Lebensräume, unter anderem auch für Insekten, zu schaffen.

Gefördert wurde das Projekt vollständig durch Ausgleichs- und Ersatzgelder des Kreises Nordfriesland.

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Über Hanna Zimmermann

Hanna Zimmermann ist seit Juli 2021 auf Amrum als Naturschutzkoordinatorin bei der AmrumTouristik AöR tätig. Im Ruhrgebiet geboren, zog sie es für ein Freiwilliges ökologisches Jahr an die Küste St.Peter-Ordings. Nach dem Masterstudium der Landschaftsökologie sowie mehreren Auslandsaufenthalten arbeitete sie als Landschafts- und Umweltplanerin. Der Wunsch praktischen Naturschutz zu gestalten und die Möglichkeit auf Amrum für Naturschutz und in der Landschaftspflege zu arbeiten zog sie erneut in den hohen Norden. Im Team der AmrumNews schreibt sie vor allem über die laufenden Projekte und Aktionen im Naturschutz auf der Insel.

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