Norddorf hat wichtige Weichen für die kommenden Jahre gestellt.
Es geht um fehlende Dauerwohnungen, neue Abgaben und Änderungen für Touristen und Einheimische.

Im Frühjahr 2023 hat die Gemeindevertretung Norddorf den Entwurf des Wohnraumentwicklungskonzeptes Föhr-Amrum für den Teil der Gemeinde Norddorf beschlossen. In der Folgezeit gab es mehrere Überarbeitungen auf Basis von Abstimmungsgesprächen mit dem Kreis Nordfriesland und der Landesplanungsbehörde, die in die nun vorliegende endgültige Fassung eingearbeitet wurden.
Wohnraumentwicklung: Bedarf steigt deutlich
Wie in vielen anderen Tourismusgebieten ist durch die hohe Nachfrage nach touristischem Wohnen und der zunehmenden Nachfrage nach Zweitwohnraum, der Wohnungsbestand für Dauerwohnungen kontinuierlich zurückgegangen. Es bestehen nahezu keine Wohnungsleerstände auf der Insel. Gleichzeitig ist ein wachsender Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für alle Bevölkerungsschichten und insbesondere auch für Personalwohnungen zu verzeichnen. Im Rahmen des Wohnraumentwicklungskonzepts wurde nun die Anzahl der heute existierenden Dauerwohnungen ermittelt und der Bedarf für die Zukunft geplant.
In vielen Gemeinden können die Planungen neuer Wohnbaugebiete jedoch nicht fortgeführt werden, da sie den Zielen der Landesplanung entgegenstehen. Vielfach liegen die Standorte für Neubaugebiete außerhalb der Baugebietsgrenzen des Regionalplans 2002 des Landes Schleswig-Holstein.
30 neue Dauerwohnungen bis 2036?
Für die Gemeinde Norddorf wurde in dieser Studie ein Bedarf von 30 zusätzlichen Dauerwohnungen bis zum Jahr 2036 ermittelt. Dieser Bedarf kann nicht in bestehenden Siedlungsbereichen (B-Plänen) abgedeckt werden. Die Studie hat für eine zukünftige Planung sogenannte Siedlungserweiterungsflächen im Norddorfer Gemeindegebiet identifiziert und bewertet. Diese Flächen können in den Landesentwicklungsplan aufgenommen und dann im Bedarfsfall für die gemeindliche Planung berücksichtigt werden. Die Gemeindevertretung stimmte diesem städtebaulichen Entwicklungskonzept für die Gemeinde Norddorf zu.
So funktioniert die neue Tourismusabgabe

Allen als Kur- und Erholungsort anerkannten Gemeinden erlaubt der Gesetzgeber die Erhebung einer Tourismusabgabe. Die Abgabe soll neben der Kurtaxe, den allgemeinen Steuergeldern und den im Tourismusbereich erzielbaren Einnahmen dazu dienen, einen Teil der öffentlichen Tourismusaufwendungen zu tragen.
Die Tourismusabgabe berechnet sich nach folgender Formel:
Jahresabgabe = Jahresumsatz × fiktiver Gewinnanteil × Vorteilssatz × Abgabesatz
Der Jahresumsatz muss vom jeweiligen Unternehmen angegeben werden. Fiktiver Gewinnanteil und Vorteilssatz sind je nach Branche vorgegeben, und der Abgabesatz wird von der Gemeinde für alle Betriebe einheitlich festgelegt. Siehe auch https://www.amtfa.de/seite/336438/tourismusabgabe.html
Für die 15 Gemeinden des Amtes Föhr-Amrum variiert er zwischen 1,5 % (Süderende) und 12 % (Wittdün), in Norddorf liegt er bei 3 %. Die Gemeinde Norddorf hat für das Jahr 2025 mit Einnahmen aus der Tourismusabgabe in Höhe von 90.000 € geplant, Nebel mit 100.000 € und Wittdün mit 220.000 €.
Parken in Norddorf: Gebührenpflicht über Nacht
Die Nutzung des großen Norddorfer Parkplatzes wird zukünftig nur noch tagsüber gebührenfrei sein. Von 22:00 Uhr bis 07:00 Uhr wird eine Gebühr von 5 € pro Tag erhoben. Bei einer Nutzungsdauer ab 14 Tagen beträgt die Gebühr 4 € pro Tag, ab 21 Tagen 3 € pro Tag. Abrechnung und Kontrolle werden von einer externen Firma abgewickelt. Über ein Kamerasystem wird automatisch das Kennzeichen erfasst und bei Nichtbezahlung kann der Halter ermittelt und eine entsprechende Gebühr eingefordert werden. Neben einem Beitrag zur Nachhaltigkeit wird dieses System auch auf Anregung der Kommunalaufsicht als Baustein für einen ausgeglichenen Haushalt für das Jahr 2026 eingeführt.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum


Mir stellt sich die Frage, wo die erwähnten Siedlungserweiterungsflächen in Norddorf liegen sollen. Gibt es dazu konkrete Pläne?
Daniel H. Friese
Gibt es eine Sonderregelung für E-Autos? Die beiden Ladesäulen in Norddorf sind ja leider genau auf dem Großparkplatz und nachdem es auf ganz Amrum (noch?) keinen Schnelllader gibt, kann sich ein Ladevorgang gerne mal bis spätabends hinziehen, wenn tagsüber nichts frei ist.
Bei Aldi-Süd gibt es z.B. an verpachteten Parkplätzen einen Barcode an den Ladesäulen, damit man beim mehrstündigen Ladevorgang nicht abgezockt wird. Ist so etwas auch in Norddorf in Planung?