Unsere Adventsbäckerei bekommt dieses Jahr eine neue Leitung: meine Enkelin.
Mit einem Rezept aus ihrem Lieselotte-Buch wagen wir uns an eine zuckerärmere Variante.
Und dann zeigt sich, wer wirklich das Sagen hat – und wie die Kekse schmecken.
Es ist wieder so weit: Adventszeit. Irgendwie sind wir schon mittendrin. Das Jahr ging wieder superschnell vorbei. Meine Mutter sagte einmal zu mir, als ich noch ein Kind war: „Je älter du wirst, desto schneller gehen die Jahre rum.“ Als Kind kann man das nicht nachvollziehen – jetzt weiß ich, was sie meinte. Es ist wirklich so.
Adventszeit: Die Familienbackstube erwacht
Aber nun zum Thema: Adventszeit ist Backzeit – so auch bei uns. Nachdem ich viele Jahre für Amrum-News mit meiner Mutter und später auch mit meiner Tochter gebacken habe, geht es jetzt mit meiner Enkeltochter weiter. Schon letztes Jahr haben wir das gemacht. Und ich muss es an dieser Stelle mal erwähnen: Eines zieht sich durch alle Backaktionen – die Lückel-Frauen haben immer die Hosen an, und ich habe gar nichts zu sagen. Das haben die aufmerksamen Leser der letzten Jahre ja schon mitbekommen. Selbst mit meiner dreijährigen Enkelin ist das so. Anna hat beschlossen, dass wir ein Keksrezept aus ihrem Lieselotte-Buch backen.



Ein Keksrezept aus Annas Lieblingsbuch
Lieselotte ist übrigens eine verrückte Kuh in einem Kinderbuch von Alexander Steffensmeier. Sehr schöne Geschichten, und Anna liebt diese Bücher. Sehr zu empfehlen für lesebegeisterte Eltern und Großeltern. Es gibt auch eine Weihnachtsausgabe: „Lieselotte – die schönsten Geschichten zu Weihnachten.“ Und genau in dieser Ausgabe gibt es ein Keksrezept. Da man heute versucht, den Zuckerkonsum zu reduzieren – vor allem bei kleineren Kindern –, schlug meine Schwiegertochter Jessica vor, den Zucker durch Dattelzucker zu ersetzen. Kein Problem, das probieren wir aus.

Also Zutaten zusammengestellt und losgelegt. Als kleine Ergänzung: Im Buch ist auch von Zuckerguss oder Schokoladenglasur die Rede. Darauf haben wir bewusst verzichtet. Damit es trotzdem etwas bunter wird, haben wir auf getrocknete Erdbeerstückchen zurückgegriffen und diese vor dem Ausstechen in den Teig eingearbeitet. Das Rezept entnehmen Sie bitte dem Foto.
Backen unter strenger Aufsicht

Beim Mischen der Zutaten ist natürlich Anna federführend. Ich wurde auch gleich darauf hingewiesen, dass die Dose mit dem Mehl nicht richtig geschlossen war. Ich fühlte mich sofort zurückversetzt in die Zeit, in der ich mit meiner Mutter gebacken habe und ständig auf meine Fehler hingewiesen wurde. Wie gesagt: Ich habe hier wenig zu sagen. Natürlich möchte auch Anna die Tütchen mit dem Vanillezucker in den Teig kippen. Nachdem ich den oberen Teil abschneide, nimmt Anna das Tütchen, dreht es um und schnipst mit dem freien Finger dagegen, damit wirklich der ganze Zucker herauskommt. Lustig, wie kleine Kinder auf solche Ideen kommen. Vermutlich hat sie das bei mir oder bei ihrer Mama gesehen und direkt nachgemacht.

Nachdem der fertige Teig eine Stunde im Kühlschrank geruht hat, geht es ans Ausrollen. Anna hat viel Spaß beim Ausstechen der Formen.
Bei 180° Umluft backen die Kekse etwa zehn Minuten. Eine Sichtkontrolle ist immer zu empfehlen.
Das Ergebnis: Süß genug?

Und … schmecken die Kekse nun, wo der Zucker gegen Dattelzucker ausgetauscht wurde? Ja, tatsächlich schmecken sie ganz gut. Allerdings würde ich die Menge an Dattelzucker gegenüber normalem Zucker etwas erhöhen. Aber das ist natürlich mein Geschmack und mein Empfinden. Ich denke, die Kinder wachsen heute glücklicherweise mit weniger Zucker auf, und für sie ist es wahrscheinlich süß genug. Anna schmecken die Kekse jedenfalls richtig gut.

Also: Viel Spaß beim Nachbacken!
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

