Glatteisunfall am 2. Weihnachtsfeiertag mit Folgen für die Fahrgäste der W.D.R. …

Ein Glatteisunfall blockiert die L 215 und bringt Fahrgäste der W.D.R. in Zeitnot. Wie Gäste trotzdem noch Hoffnung schöpften, liest man hier.

Kopfüber im Gebüsch gelandet (Foto Florian Teige)

Eigentlich war es ein herrlicher Morgen am 2. Weihnachtsfeiertag auf Amrum. Der Nachtfrost hatte die Insel mit glitzernd weißem Rauhreif überzogen, und alle, die Auto fahren wollten, mussten kräftig die Scheiben freikratzen. Die Sonne schien, und im Laufe des Vormittags taute an den meisten Stellen die weiße Pracht ab.

Allerdings kam es kurz vor der Mittagszeit lokal zu Blitzeisbildungen – was einer Autofahrerin zum Verhängnis wurde. Aus Richtung Nebel kommend und in Richtung Norddorf fahrend, geriet sie in der langgezogenen Rechtskurve kurz vor dem Parkplatz Klööwenhuuch / Vogelkoje trotz angepasster Geschwindigkeit ins Rutschen. Das Auto kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb im Gebüsch auf dem Dach liegen.

Die verunfallte Person konnte sich nicht selbst aus dem Fahrzeug befreien, war jedoch in der Lage, selbst den Notruf abzusetzen.

Der RTH auf der abgesperrten Landstrasse (Foto Florian Teige)

Daraufhin wurden Rettungsdienst, Notarzt, Rettungshubschrauber, Feuerwehren und Polizei alarmiert. Glücklicherweise konnte die Fahrerin mit nur leichten Verletzungen von den Feuerwehrkameraden aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Aufgrund des Unfallhergangs mit Fahrzeugüberschlag wurde sie anschließend zur Überwachung in ein Krankenhaus auf dem Festland gebracht.

Hierzu landete der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 auf der Landstraße in unmittelbarer Nähe der Unfallstelle. Die L 215 wurde in beide Richtungen gesperrt, der Verkehr über die Alte Landstraße umgeleitet.

Allerdings blieb dadurch ein Gelenkbus der W.D.R., der auf dem Weg nach Norddorf war, um dort die Fahrgäste zur 12:05-Uhr-Fähre abzuholen, kurz vor der Unfallstelle im Stau stecken. Aufgrund der Größe des Fahrzeugs war es dem Busfahrer nicht möglich zu wenden, und es war offensichtlich, dass die in Norddorf wartenden Fahrgäste die geplante Fähre nicht mehr erreichen würden.

Hier zeigte sich das positive Gemeinschaftsdenken der Amrumer mit ihren Gästen. Kurzerhand appellierte eine Amrumerin über WhatsApp-Gruppen an andere Autofahrer, die an der Bushaltestelle wartenden Gäste mit Privat-Pkw über die Alte Landstraße zur Fähre zu bringen. Sie selbst nahm zwei Personen mit nach Wittdün und empfahl den übrigen Wartenden, den Amrumer Mietwagendienst zu kontaktieren.

Ob letztlich alle Fahrgäste die Fähre erreichten, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch: Die Fähre legte pünktlich um 12:05 Uhr ab.

Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay., hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. War seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin und mittlerweile Ehefrau Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ gearbeitet hat. In 2024 ist er endgültig in den ärztlichen Ruhestand getreten. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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