Winterruhe auf Amrums Baustellen …

Kurz vor dem 4. Advent kehrte auf den Baustellen der Insel Ruhe ein. Fast alle Bauprojekte pausieren über die Feiertage.

Pünktlich kurz vor dem 4. Advent sind alle Amrumer Baustellen in die Winterferien gegangen und haben ihre Bautätigkeiten vorerst eingestellt.

In diesem Jahr liegen die Feiertage rund um Weihnachten und Silvester/Neujahr so günstig, dass man mit nur fünf Urlaubstagen insgesamt 16 Tage frei nehmen konnte bzw. kann. Am 19. Dezember begannen zudem die Schulferien, der erste Unterrichtstag ist erst wieder am 7. Januar 2026. Traditionsgemäß legen auf Amrum in dieser Zeit nahezu alle Handwerksbetriebe ihre Betriebsferien ein – so auch die Baufirmen.

Aktuell ruhen somit sämtliche Bautätigkeiten. Das bietet Gelegenheit, einen kurzen Blick auf die verschiedenen Projekte zu werfen:

Noch fehlt die Zwischendecke am MVZ-Neubau

Bei der Errichtung des MVZ am Badeland ist das Bauvorhaben entgegen der ursprünglichen Planung weiterhin etwas im Verzug. Eigentlich sollte noch vor Weihnachten die Zwischendecke zum ersten Obergeschoss fertiggestellt werden. Das war jedoch nicht möglich, da zwischenzeitlich die benötigten Mauersteine fehlten und der Nachschub per Schiff erst verspätet auf Amrum ankam. Nun ist vorgesehen, nach dem 6. Januar die Betondecke einzuziehen. Der Rohbau wurde dafür noch im alten Jahr eingerüstet.

Der Erweiterungsbau der Nebeler Feuerwache geht gut voran

Absolut im Zeitplan liegt hingegen der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Nebel. Die Bodendecke der neuen Fahrzeughalle ist gegossen, und auch der Anbau für Unterkunftsräume und Wohnungen nimmt bereits deutlich Hausform an. Erfreulich ist zudem, dass mittlerweile die Baugenehmigung für das neue Feuerwehrgerätehaus in Süddorf vorliegt. Der Baubeginn soll nach Fertigstellung und Bezug des Objekts in Nebel erfolgen – möglicherweise nach dem Sommer 2026.

Die Alte Post erstrahlt weiter im Christo-Look

Wie weit die Arbeiten an der „Alten Post“ vorangeschritten sind, lässt sich weiterhin schwer abschätzen. Auskünfte hierzu werden nur sehr zurückhaltend erteilt. Das Gebäude präsentiert sich noch immer im „Christo-Look“. Gespräche deuten darauf hin, dass im obersten Geschoss Luxus-Penthouse-Wohnungen entstehen sollen. Diese könnten – sicherlich zu hohen Preisen – zur Finanzierung der angeblich auf einen zweistelligen Millionenbetrag gestiegenen Renovierungskosten beitragen.

Die Öömrang Skuul sieht wieder wie eine Schule aus

Auch zur Fertigstellung der seit Langem laufenden Umbaumaßnahmen an der Öömrang Skuul wagt derzeit niemand eine Prognose. Zumindest äußerlich sieht das Gebäude inzwischen wieder wie eine Schule aus.

Die Dachdeckerarbeiten ruhen auch am Restaurant Likedeeler

Die Obdachlosenunterkunft hat einen neuen Dachstuhl und ein neues Dach erhalten, die Innenarbeiten pausieren aktuell ebenfalls. Am Haus Seeadler ist derzeit kein Fortschritt erkennbar. An der Außenansicht hat sich seit Wochen nichts verändert, das Gerüst steht unverändert.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Dachdeckerarbeiten, die derzeit an vielen Häusern durchgeführt werden – und aktuell ebenfalls ruhen.

Die Räumungsarbeiten an den Buhnen an der Wittdüner Wandelbahn scheinen abgeschlossen zu sein. Nachdem rund 3.000 Tonnen Steine geräumt und abtransportiert wurden, waren tagelang schwere Trecker über die Insel unterwegs. Dieses Mal transportierten sie jedoch keinen Stein, sondern Sand. Durch die Arbeiten waren große Löcher im Bereich der ehemaligen Buhnen sowie auf den Fahrwegen entstanden, die nun mit Sand aufgefüllt wurden. Genutzt wurde Sand aus Bereichen, in denen er sich zuvor ungünstig angesammelt hatte – unter anderem an den Strandübergängen in Norddorf vor dem ehemaligen „Strand 33“ sowie in Nebel unterhalb des „Strandpiraten“.

Für Verwunderung sorgte zudem, dass Sand nach Amrum geliefert wurde. Schnell fühlte man sich an die Redewendung „Eulen nach Athen tragen“ erinnert. Doch der Transport hatte seinen Sinn: Als Bausand zur Betonmischung wird eine Korngröße von etwa 2,5 Millimetern benötigt – der Amrumer Sand ist dafür zu fein und zudem salzhaltig. Weitere Bauschäden, wie sie bei der „Alten Post“ befürchtet werden, sollen so vermieden werden. In diesem Zusammenhang wurden auch die dringend benötigten Steine für den Bau des MVZ angeliefert.

Abschließend bleibt ein Blick auf das einsturzgefährdete Haus im Norddorfer Strunwai. Das Gebäude ist definitiv nicht mehr bewohnbar und wurde erneut mit stärkeren Baustreben gesichert. Das zum Komplex gehörende Eiscafé „Capuccino“ hat den Betrieb dauerhaft eingestellt. Nach vorliegenden Informationen hat die AOK-Nordseeklinik beziehungsweise deren Betreiber, die Rehasan-Gruppe, das Anwesen inzwischen erworben und führt Gespräche mit der Gemeinde Norddorf über eine künftige Nutzung. Geplant ist offenbar die Schaffung von Personalwohnungen.

Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay., hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. War seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin und mittlerweile Ehefrau Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ gearbeitet hat. In 2024 ist er endgültig in den ärztlichen Ruhestand getreten. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

schon gelesen?

Winterwunder auf vier Beinen

Mitten in Sturm, Schnee und Regen beginnt neues Leben.Auf Amrum sorgt ein neugeborenes Kalb bei …

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com