Touristischer Rückblick auf 2025

Die aktuelle Auswertung der AmrumTouristik zeigt, wie sich Ankünfte, Gästestruktur und Zufriedenheit 2025 entwickelt haben. Eine Gästebefragung gibt Einblick in Stärken, Schwächen und Trends des Amrumer Tourismus.

Leichter Rückgang bei Gästen und Übernachtungen

Der Amrumer Leuchtturm im Winter

Zum Abschluss des Jahres 2025 gab die AmrumTouristik einen Überblick über den Saisonverlauf. Nach den bislang vorliegenden Zahlen gab es gegenüber dem Jahr 2024 einen leichten Rückgang von 3,36 Prozent bei den Ankünften und 3,52 Prozent bei den Übernachtungen. Bis Ende Oktober besuchten 128.381 Gäste die Insel Amrum und buchten 1.167.259 Übernachtungen. Grundlage dieser Zahlen ist das von der AmrumTouristik eingesetzte AVS-Meldescheinsystem. Durch Vermietungsverbote – insbesondere in der Gemeinde Nebel – sowie Renovierungsarbeiten, etwa an der Alten Post in Wittdün, hat sich die Bettenanzahl im Jahr 2025 gegenüber den Vorjahren etwas verringert. Das erklärt einen Teil des Rückgangs.

Anreise, Mobilität und lange Aufenthalte

In einer Informationsveranstaltung im Dezember letzten Jahres berichtete Amrums Tourismuschef Frank Timpe über die Ergebnisse der Gästebefragung.

Die überwiegende Zahl der Urlaubsgäste reist mit dem eigenen Pkw an (74 %). Auf der Insel selbst lassen viele Urlauber ihr Auto stehen und nutzen überwiegend Busse oder fahren mit dem Fahrrad. Auch wenn der ÖPNV auf Amrum überwiegend sehr gut bewertet wird, gibt es Anregungen zur Verbesserung. Die Busse sind oft sehr voll, gewünscht werden eine höhere Taktung sowie eine Ausweitung der Angebote in die Abendstunden.

Viele Urlauber verweilen länger als zehn Tage auf Amrum (55 %), wobei 37 % sogar 14 und mehr Übernachtungen auf der Insel verbringen. Etwa ein Drittel der Befragten reist mit der Familie an, die Hälfte mit dem Ehepartner, 12% sind Alleinreisende. Viele Amrum-Gäste sind Stammgäste: Für 78 % der Befragten (1.778 Antworten) ist es mehr als der vierte Besuch auf der Insel, nur acht Prozent sind zum ersten Mal auf Amrum.

Stammgäste schätzen Natur und Ruhe

Wald und Dünen tief verschneit

Gefragt nach den Motiven für die Wahl Amrums als Urlaubsziel nennen 69 % die einzigartige Natur der Insel, 37 % Strand und Baden.

Bei der Gesamtbeurteilung der Insel Amrum auf einer Skala von 1 bis 6 (1 = sehr gut, 6 = sehr schlecht) zeigt sich auch kritisches Feedback. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird mit der Note 3 bewertet, die Serviceorientierung mit 2,5.

Lob für Unterkünfte, Kritik am gastronomischen Angebot

Bei den Unterkünften fällt das Urteil besser aus: Der Gesamteindruck liegt bei 1,9, das Preis-Leistungs-Verhältnis bei 2,3. In den Kommentaren wünschen sich einige Gäste eine Modernisierung sowie mehr Barrierefreiheit.

Die Wahrzeichen der Insel stehen bei den Amrum-Urlaubern hoch im Kurs. Die St.-Clemens-Kirche und der Leuchtturm werden von über 65 % der Gäste besucht. Auch die Amrum Odde, die Windmühle in Nebel, die Vogelkoje oder das Öömrang Hüs sind sehr beliebt. Immerhin 22 % nutzten das Amrumer Badeland.

Das kulturelle Angebot wird mit Werten zwischen 2,4 und 2,6 bewertet, das Veranstaltungsangebot mit 2,1 bis 2,4. Hier äußern Gäste den Wunsch nach mehr Indoor-Veranstaltungen und familienfreundlichen Angeboten.

Etwas kritischer wird das gastronomische Angebot gesehen. Während die Vielfalt noch mit 2,6 bewertet wird, schneiden das Preis-Leistungs-Verhältnis (3,0) und die Öffnungszeiten (2,9) deutlich schlechter ab. In den Kommentaren wird häufig auf überhöhte Preise hingewiesen.

Im Vergleich zu ähnlichen Befragungen in anderen Destinationen fällt die Gesamtzufriedenheit der Gäste mit dem Urlaub auf Amrum positiv aus. Das zeigt sich sowohl in der hohen Wiederbesuchsbereitschaft von 93 % als auch in der Weiterempfehlungsabsicht Amrums als Urlaubsziel von 89 %.

Älteres Publikum und neue Pläne für 2026

Winteridylle im Yachthafen

Das Durchschnittsalter der befragten Gäste lag bei 59 Jahren. Rund 30 % sind älter als 65 Jahre. Insgesamt gehören 81 % der Gäste zur Altersgruppe der 45- bis 75-Jährigen, während die unter 35-Jährigen nur 4 % ausmachen.

Für 2026 ist eine Zusammenarbeit mit „myrate“ geplant. Die regelmäßigen Reporte liefern wertvolle Marktdaten zu Auslastung und Preisentwicklung. Der intelligente Algorithmus von „myrate“ arbeitet neben relevanten Querschnittsdaten insbesondere mit der Auswertung und Analyse gängiger Buchungsplattformen. So können zeitnah belastbare Informationen zur Nachfragesituation gewonnen werden, die als Entscheidungsgrundlage für gezielte Maßnahmen im Marketing oder in der Angebotssteuerung dienen.

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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