Zehn kulturinteressierte Amrumerinnen und Amrumer gründeten einen Verein, um zum Erhalt der denkmalgeschützten Wittdüner Kapelle beizutragen und in Ergänzung der kirchlichen Nutzung ganzjährig ein breit aufgestelltes Kulturprogramm anzubieten.

Die „Bunte Kapelle“ versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Vereinen oder Institutionen, sondern als offene Kultur- und Geschichtswerkstatt. Wer sich einbringen möchte, ist willkommen. Der Verein möchte aktiv die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen auf der Insel fördern und sich mit anderen kulturellen, Bildungs- und sozialen Einrichtungen vernetzen.
Kultureller Treffpunkt
Die neue Bestuhlung der Kapelle eröffnet vielfältige Möglichkeiten des Zusammenkommens und der Begegnung mitten in Wittdün. Die Kultur- und Geschichtswerkstatt plant ein buntes Programm aus Gesprächs- und Spiele-Angeboten für Groß und Klein, kulturellen Veranstaltungen, Informations- und Bildungsforen mit Einwohner:innen der Gemeinde Wittdün und deren Besucher:innen.
Die zehn Vereinsmitglieder können mit den vorhandenen Kräften zunächst einen festen Programmtag in der Woche gestalten. Mit Lesungen, Insel-Gesprächen, kleinen thematischen Ausstellungen, Musik und Bewegung, Trauerarbeit, ruhigen Augenblicken und Zeit zum Zuhören möchten sie die Kapelle zu einem lebendigen Treffpunkt am Dienstag machen. Man könne sich auf diese Weise zeitlich gut in die Jahresplanung der Kirchengemeinde eingliedern. Solange die Heizung in der Kapelle noch nicht funktioniere, müsse man sich allerdings erst einmal auf die wärmere Jahreszeit beschränken, sagt Thurid Pörksen, die Initiatorin der „Bunten Kapelle“.
Neben einer adäquaten neuen Heizung stellt die Erneuerung der Kirchenfenster die größte Herausforderung für die ganzjährige sakrale und kulturelle Nutzung der Wittdüner Kapelle dar. Viel Geld wird benötigt, und dafür braucht die Kirchengemeinde, der neben der Kapelle ja auch die Unterhaltung der Pfarrkirche St. Clemens-Kirche aus dem 13. Jahrhundert obliegt, Unterstützung.
So stößt das Anliegen der „Bunten Kapelle“ auf positive Resonanz. Erste Gespräche mit Künstler:innen und Unterstützer:innen, die in der Kapelle auftreten oder die Kirchenfenster erneuern würden, wurden bereits geführt, ein Beamer mit Leinwand gespendet, ein Klavier in Aussicht gestellt und ein kooperatives Ausstellungsprojekt zur Unterstützung geplant.
„Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher“, sagte Albert Einstein, und das gilt vermutlich auch hier.
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