Dünenpflege in Süddorf – Kiefern machen Platz für seltene Arten

Am Strandübergang in Süddorf werden die Pflegemaßnahmen in den Dünen fortgesetzt. Ziel ist es, seltene und lichtliebende Pflanzenarten zu schützen und die natürliche Dünenlandschaft langfristig zu erhalten.

Pflegearbeiten nach der Winterpause

Dünenlandschaft beim Strandübergang Süddorf

Nachdem sich der Schnee langsam zurückzieht und wieder Normalität auf der Insel einkehrt, können auch landschaftspflegerische Maßnahmen aufgenommen werden. Aktuell wird die maschinelle Dünenpflege am Strandübergang in Süddorf fortgeführt, die dort bereits im vergangenen Jahr erstmals erfolgte.

Gehölzdruck gefährdet Graudünen

Der Waldbestand rund um den Strandübergang führt zu einem hohen Gehölzdruck auf die unmittelbar angrenzende Dünenlandschaft. Durch Beschattung sowie die Veränderung der Nährstoff-, Boden- und Wasserverhältnisse, die mit dem Aufwachsen der Gehölze einhergehen, verschwinden die charakteristischen Pflanzenarten der Graudünen zunehmend.

Ziel: Erhalt einer nährstoffarmen Dünenlandschaft

Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina) ist eine charakteristische Art der Dünen

Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, Gehölze – vor allem Kiefern, aber auch Traubenkirschen und andere Arten – zu entnehmen. Dadurch soll die weitere Ausbreitung der Gehölze in die Dünenlandschaft verhindert werden. Mit der Entfernung und dem Abtransport des Schnittguts werden zugleich Nährstoffe aus dem Gebiet entzogen. Dies ist von großer Bedeutung, da Dünenlandschaften natürlicherweise nährstoffarm sind. Zusätzlich werden beschattete Dünenbereiche aufgelichtet, um wieder natürliche Standortbedingungen zu schaffen. So können sich lichtliebende, typische Dünenpflanzen erneut entwickeln.

Maschineneinsatz mit ökologischem Mehrwert

Fahrspur in den Dünen – temporäre Ausbreitungskorridore für Flora und Fauna

Der Einsatz von Maschinen ist notwendig, da die Gehölze mittlerweile eine Größe erreicht haben, die händisch nicht mehr zu bewältigen ist. Ein positiver Nebeneffekt des Maschineneinsatzes sind die entstehenden Fahrspuren in der Dünenlandschaft. Diese schaffen neue Strukturen, in denen der Dünensand temporär freiliegt. Offener Sand bietet die Voraussetzung dafür, dass sich neue Pflanzenarten ansiedeln können. Zudem dienen die Fahrspuren als Ausbreitungskorridore für Tiere und Pflanzen. In der Regel sind diese offenen, sandigen Bereiche jedoch nur von kurzer Dauer, da sie zügig von Silbergras, Strandhafer oder Heide überwachsen werden.

Bei Fragen zu den Landschaftspflegemaßnahmen auf Amrum steht die Naturschutzkoordination der AmrumTouristik AöR gern zur Verfügung: naturschutz@amrum.de

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Über Hanna Zimmermann

Hanna Zimmermann ist seit Juli 2021 auf Amrum als Naturschutzkoordinatorin bei der AmrumTouristik AöR tätig. Im Ruhrgebiet geboren, zog sie es für ein Freiwilliges ökologisches Jahr an die Küste St.Peter-Ordings. Nach dem Masterstudium der Landschaftsökologie sowie mehreren Auslandsaufenthalten arbeitete sie als Landschafts- und Umweltplanerin. Der Wunsch praktischen Naturschutz zu gestalten und die Möglichkeit auf Amrum für Naturschutz und in der Landschaftspflege zu arbeiten zog sie erneut in den hohen Norden. Im Team der AmrumNews schreibt sie vor allem über die laufenden Projekte und Aktionen im Naturschutz auf der Insel.

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