Der Öömrang Ferian blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Bei der Jahreshauptversammlung ging es um Filmprojekte, Forschungsergebnisse und neue Pläne für Natur- und Kulturarbeit auf Amrum. Besonders eine Kartierung auf der Insel bringt jetzt spannende Ergebnisse ans Licht

Traditionell findet die Jahreshauptversammlung des Öömrang Ferian im Februar statt. Der langjährige Vorsitzende Jens Quedens begrüßte Mitglieder, Förderer und Freunde des Vereins zur 52. Jahreshauptversammlung im Seeheim in Norddorf.
Jens begann seinen Bericht mit einem Dank an die Helfer, Unterstützer und Mitarbeiter des Vereins für die Unterstützung im vergangenen Jahr: „Jam san en bütjen a miaten gud skööl an an maage en ünhiamelk gud werk.“
Das Jahr 2025 war für den Verein ein ruhiges, gutes Jahr. Das größte Ereignis war die Einspielung des Filmes „Amrum“, bei der der Verein eingebunden war – unter anderem mit naturkundlicher Begleitung und Zuarbeiten für den Regisseur Fatih Akin. „Besonders interessant war es, einigen Schauspielern Öömrang beizubringen“, so Jens Quedens.
In kurzen Zusammenfassungen gaben die einzelnen Bereiche des Öömrang Ferian einen Rückblick auf das vergangene Jahr.
Archäologen entdecken neue Spuren der Vergangenheit
Für den Bereich Archäologie fasste Jens Quedens die wichtigsten Entwicklungen zusammen. Geophysiker von fünf verschiedenen europäischen Universitäten haben die Amrumer Geest magnetisch untersucht und mit Bodenradar Befunde bestätigt. Entdeckt wurden zahlreiche Siedlungsspuren innerhalb des Krümwaals, Grubenhäuser von Alt-Norddorf auf Buikes Dik sowie der wikingerzeitliche Hafen auf Anlun.
Studenten der Muthesius Kunsthochschule haben außerdem einen digitalen archäologischen Wanderführer für Amrum entwickelt, der aus dem Internet heruntergeladen werden kann (https://dnlhenn.github.io/AmrumROOTS/).
Überraschende Funde bei Insektenkartierung
Die Leiterin des Naturzentrums, Karen Heidemann, berichtete über die Aktivitäten im Bereich Schutzgebietsbetreuung sowie über Führungen und Veranstaltungen. Gemeinsam mit Theresa Benzing und den Freiwilligen wurden im Jahr 2025 insgesamt 925 Veranstaltungen mit fast 15.000 Teilnehmern durchgeführt. Davon fanden 74 Veranstaltungen mit rund 1700 Teilnehmern in der Wattwerkstatt in der Jugendherberge in Wittdün statt.
Neben 40 Vogelzählungen beteiligte sich das Team auch wieder an der Brutvogelkartierung und lieferte wichtige Daten für das „Trilaterale Monitoring- und Bewertungsprogramm“ (TMAP), das seit 1980 Brutvögel im Wattenmeer erfasst.
Erste Ergebnisse der auf Amrum durchgeführten Insektenkartierung liefern bemerkenswerte Resultate: Insgesamt wurden 155 Falterarten nachgewiesen, von denen 27 auf der Roten Liste stehen. Sechs Arten galten zuvor bereits als ausgestorben. Auch bei den Käfern gab es interessante Funde: Von den 505 festgestellten Arten stehen 74 auf der Roten Liste Schleswig-Holsteins, 15 sogar bundesweit. Darüber hinaus wurden bislang 100 Stechimmenarten identifiziert – darunter 54 Bienen- und 46 Wespenarten. Auch hier stehen zwölf Arten auf der Roten Liste. Die Kartierung läuft noch bis zum Sommer.
Große Pläne für Ausstellung im Maritur
Ralf Hoffmann gab einen Zwischenbericht zur geplanten Erneuerung und Erweiterung der Naturschutz- und Wattenmeerausstellung im „Maritur“. Nach der Planung soll im Herbst mit dem Umbau des Ausstellungsbereichs begonnen werden. Neben den Außenanlagen wird auch die Gebäudefront umgestaltet, zudem entsteht eine neue Wohnung für Mitarbeiter. Das Schleswig-Holsteinische Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur hat dem Öömrang Ferian Fördermittel in Höhe von 786.000 Euro zugesichert.
Schenkung stärkt den Naturschutz
Der ehemalige Süddorfer Gernot Scheer hat dem Verein drei Grundstücke für Naturschutzzwecke überschrieben. Ein Grundstück (1753 Quadratmeter) liegt zwischen Nebel und Norddorf am Watt südlich von Haus Burg. Zwei weitere befinden sich nördlich der Wittdüner Vogelkoje am Weg nach Steenodde (1606 und 1974 Quadratmeter). Jens Quedens bedankte sich herzlich für diese großzügige Schenkung.
Neue Ausstellung im Öömrang Hüs
Das Öömrang Hüs ist weiterhin ganzjährig geöffnet. Die Ausstellung über Hark Nickelsen wurde nach mehreren Jahren abgebaut. Sie wurde durch eine von Gerd Arnold zusammengestellte Ausstellung über die W.D.R. und die Verkehrsanbindung der Insel ersetzt.
Insgesamt kamen rund 9000 Besucher ins Öömrang Hüs, außerdem wurden dort 32 Hochzeiten durchgeführt.
Im Jahr 2025 konnten wieder einige Dokumente für das Öömrang Archiif gesichert werden; archivwürdige Originalschriftstücke wurden an das Amtsarchiv in Alkersum übergeben.
Ein Großteil der Sammlung von Wilma Blechenberg wurde bereits von Reinhard Jannen katalogisiert. Jens Jessen sichtet derzeit ihre digitalen Aufzeichnungen, die teilweise in alten Datenformaten und auf heute nicht mehr gebräuchlichen Datenträgern vorliegen. Dabei handelt es sich vor allem um fotografische Reproduktionen oder Abschriften alter Dokumente aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die aus zahlreichen Archiven in Hamburg, Schleswig-Holstein und Dänemark zusammengetragen wurden.
Solide Finanzlage
Der Öömrang Ferian ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich hauptsächlich über Spenden sowie Landeszuschüsse für die Schutzgebietsbetreuung. Kassenwart Christian Engels berichtete von einer soliden Finanzlage und bedankte sich bei allen Spendern für ihre Unterstützung. Bei der Kassenprüfung wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, der Vorstand wurde auf Antrag entlastet.
Neue Homepage
Die Homepage des Öömrang Ferian wurde komplett erneuert und wesentlich moderner und nutzerfreundlicher gestaltet. Astrid Thomas Niemann stellte die neuen einzelnen Elemente vor und erklärte Struktur und Aufbau. Zukünftig ist es wesentlich einfacher sich über alle Bereiche des Öömrang Ferian zu informieren und Informationen über Ausstellungen und Veranstaltungen zu finden.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

